Willkommen / Impressum
Ich bin ich
Plaudereien aus meinem Nähkästchen
... aus früheren Jahren
... aus meinen Workshops
Erzählkunst - Termine und Referenzen
Erzählkunst - Veranstalter-Info
Moderation - Seminare, Workshops
Geschichtenwanderung 2010
Verschenkte Ideen
Geschichten-Krämerey (Shop)
Bildergalerie
Lichtblicke per Mail
Links
Gästebuch/Referenzen


... dann nimmt sie sich die Geschichte als Reisebegleitung."
(Walburga Kliem)


Und welche Lebens-Geschichten mir im aktuellen Jahr so begegnen, das könnt Ihr hier nachlesen.

Hinweis:
Gern dürft Ihr zu den Beiträgen hier Eure eigenen Gedanken in meinen Gästebuch schreiben. Sie könnten eine wertvolle Bereicherung sein.


(24.04.2014) ... wenn sie von Wollen kommt, würde sie ja Wulst heißen." - Ein Zitat, das verschiedenen Quellen zugeordnet wird. Auch während meiner Ausbildung zur Goldmund-Erzählerin habe ich es vom "Meister" oft gehört und stellte es gedanklich schon damals in Frage.

Als mich dann 3 Jahre später eine angehende Erzählerin fragte, wie genau man erkennt, was "gekonnt" oder nur "gewollt" ist ... es gäbe ja so viele "Bewertungskriterien, die fernab von technischer Finesse sind" ... da antwortete ich dies:

Ja, das ist auch ein Gedanke, der mich immer wieder beschäftigt. Ich glaube, dass es irgendwie ein Verhältnis ist wie "Yin" und "Yan" ... es braucht beides ... mal das eine und mal das andere in stärkerem Maße. Es gibt Menschen, die erarbeiten sich ihr Können im Schweiße ihres Angesichts und durch stetiges Üben. Ich habe die allergrößte Hochachtung vor diesen Menschen. Ich bewundere sie für ihre Ausdauer und ihren Fleiß. Und es gibt andere, die Kunstfertigkeit nicht überwiegend durch diesen "Kampf" erreichen, sondern ganz einfach durch den inneren Glauben, Vertrauen, Liebe und Begeisterung ... sie wollen einfach und das Können stellt sich ganz von allein ein.  

Ich sehe mich häufiger in der zweiten Gruppe. Es hat eine Weile gedauert, bis ich mir das wirklich bewusst gemacht habe. Die Ahnung ist mir während der Goldmund-Ausbildung aufgestiegen, doch wirklich erlebt habe ich es dann während meiner Wanderung im letzten Jahr. Niemals wäre ich früher auf die Idee gekommen, dass ich überhaupt 500 km wandern könnte ... und mich noch früher auch nicht im Traum getraut, dass ich mich allein auf den Weg machen würde. Aber dann WOLLTE ich es unbedingt: als "wandernde Mundwerkerin" zu meiner Kunst als Geschichtenerzählerin finden.


(10.04.2014)


Von 1996 - 2008 waren mein Mann und ich begeisterte Teilnehmer der Mitsubishi Ralliart Trophy - einem Trial-Wettbewerb für serienmäßige Fahrzeuge. Wer uns zu Hause besucht, kann die Pokale noch auf den Regalen sehen. Vor einigen Jahren habe ich die Erlebnisse in einer kleinen Geschichte umgesetzt:

1996 kauften wir uns einen Geländewagen. Wir verbrachten damals  unseren Urlaub gerne in den Bergen und wollten auch im Winter dafür gut gerüstet sein. Von unserem Autohändler erhielten wir eine Einladung zu regelmäßig stattfindenden Geschicklichkeitswettbewerben und da eine der Veranstaltungen in der Nähe unseres Wohnortes stattfand, sahen wir uns das mal an. Sofort packte uns die Begeisterung. Unsere Kollegen erklärten uns für verrückt, mit dem teuren Auto an so etwas teilzunehmen, doch dann fuhren wir das erste mal nach Lauterbach/Hessen, denn angekündigt war ein Wochenende mit Spiel und Spaß für die gesamte Familie. 

Der Wettkampf war immer so gestaltet, dass Sicherheit oberstes Gebot hat. Es ging nicht um Schnelligkeit, sondern nur darum, das Fahrzeug in schwierigen Situationen zu beherrschen. Ein abgesteckter Gelände-Parcours mit mehreren „Toren“ war zu bewältigen. Außerdem gab es auch verschiedene Spaß-Wettbewerbe, z. B. Rasenmäher-Geschicklichkeits-Parcour, eine Mountain-Bike-Strecke und im Festzelt war ein „elektronischer Bulle“ aufgestellt. Eigentlich war dieser Wettbewerb für die Erwachsenen gedacht, aber es zeigte sich bald, dass die Kinder viel mehr Spaß daran und vor allem viel mehr Mut dazu hatten. Am Ende wurde unsere jüngere Tochter mit 9 Jahren Siegerin im „Ladys-Cup“.

Die Begeisterung war so groß, dass wir von da an fünf Mal im Jahr übers Wochenende an den verschiedensten Orten in ganz Deutschland unterwegs waren.  Und schließlich kam mir der Gedanke, dass man doch einen Gelände-Trial mit dem Leben vergleichen kann und zwar so:

Jede Veranstaltung setzt sich aus mehreren Trial-Prüfungen (Sektionen) zusammen. – Auch das Leben ist in verschiedene Lebensabschnitte unterteilt. Auf einem Seminar habe ich erfahren, dass es im allgemeinen 7-Jahres-Abschnitte sind, von der Geburt bis zur Einschulung, die Schulzeit, die Zeit des Erwachsenwerdens, die Zeit der Gründung einer eigenen Familie...

Jede Sektion besteht aus einem Streckenabschnitt mit mehr oder weniger schweren Geländegegebenheiten und max. 5 Toren mit jeweils 2 Torstangen. Auf den Torstangen sind Kugeln angebracht, die beim Durchfahren nicht abgeworfen werden dürfen. – Das Leben hält in den einzelnen Abschnitten die verschiedensten Gegebenheiten für uns bereit. Sie sind nicht immer leicht, aber die Herausforderung bereitet auch sehr viel Spaß und Freude.

Die Strecke ist mit einem Absperrband für Zuschauer versehen. Fremdhilfe und Hinweise von außen ist nicht erlaubt. Aber manche halten sich aus unterschiedlichen Gründen nicht daran. Manchem ist schon mal ein spontaner Ausruf entrutscht: „Pass auf, die Stange!“ Aber, es liegt ja auch an den Teilnehmern, ob sie diesen Ausruf als Hilfe annehmen. Manch einer ist auch durch solche Zwischenrufe verwirrt oder darüber empört. – Auch in unserem Leben gibt es viele „Zuschauer“ – Eltern, Geschwister, Verwandte, Freunde, Arbeitskollegen und und und... Sie werden uns auch verschiedene Ratschläge geben wollen. Nicht immer sehen wir sie als gute Tipps an. Auf jeden Fall entscheiden wir selbst, was wir damit anfangen.

Das Befahren der ausgesteckten Sektion ist nur in der vorgeschriebenen Fahrtrichtung zulässig. Ebenso ist das Befahren einer Sektion während des Wettbewerbs nur einmal gestattet. – Es gibt keine „Generalprobe“, wir haben nur dieses eine Leben. Aber wir können aus den Fehlern, die wir vielleicht gemacht haben, für folgende „Sektionen“ lernen.

Wie gut jemand die einzelnen Sektionen bewältigt, hängt auch vom „Zusammenspiel“ des Teams (Fahrer und Beifahrer) ab. Der Fahrer verlässt sich auf die „Ansagen“ seines Beifahrers, der ihm z. B. sagt, wie groß der Abstand zum Tor noch ist und wann das Heck des Autos das Tor auf seiner Seite passiert hat. (Die Außenspiegel können wegen der engen Tore nur bedingt benutzt werden, sie sind meist eingeklappt.) Die beiden haben sich im günstigsten Fall schon vorher abgesprochen, wie sie diese Aufgabe in Angriff nehmen wollen. – Auch im Leben sollte sich „das Team“ (z. B. die Familie) immer absprechen und gemeinsam planen, wie sie einen bestimmten Abschnitt meistern.

Beinahe hätte ich ja noch eines vergessen: Jeder Teilnehmer erhält im Nennbüro eine Bordkarte. Sie befindet sich während des Wettbewerbs im Fahrzeug und ist an jeder Sektion den Streckenposten vorzulegen, damit die Ergebnisse eingetragen werden können. Für die Richtigkeit der Eintragungen ist jedoch jeder Teilnehmer selbst verantwortlich. – Und auch hier findet sich der Vergleich mit dem Leben – oder? Vielleicht habt Ihr alte Fotos oder Zeugnisse zu Hause. Manch einer führt Tagebuch für seine Gedanken und Erinnerungen des Lebens.

Wo findet Ihr die  „Bordkarte“ in Eurem Leben? Schaut doch einmal hinein! Freut Euch an Euren Erfolgen und entnehmt ihr Impulse für den weiteren Weg. :-)























(01.04.2014) Unter dieser Grafik habe ich heute einen "Feedback-Bogen" für meine Veranstaltungen entworfen: "Was Euch gefällt ..." steht als Überschrift und darunter:
"... soll auch in Zukunft zu meinem Angebot und Repertoire gehören."

Nun ist einer Freundin sofort aufgefallen, dass die Fragen ja nur auf "Positives" aus sind ... da könne doch auch der "traurige Smiley" entfallen, wenn ni...emand was zu "meckern" hat.

Nun, ich gebe zu, dass ich darüber auch während des Entwurfes darüber nachgedacht habe. Meine Fragen habe ich ganz bewusst - passend zur Überschrift - so ausgewählt. Meine Einstellung ist nämlich die: Wenn wir uns auf das Positive konzentrieren, dann wird das Kritische/Negative ganz von allein ausgeblendet ... es spielt keine Rolle mehr, wenn wir uns von Anfang an vornehmen, an unseren Stärken zu arbeiten (was auch meine Intension war).

Doch manchmal kann uns Kritik auch weiter bringen ... jedoch nur dann, wenn es eben nicht nur eine Aufzählung von Unzulänglichkeiten (Meckern) ist, sondern wenn uns konkrete Impulse für eine Verbesserung gegeben werden. Und ich vertraue einfach darauf, dass ich diejenigen, die mir also in diesem Sinne Gutes tun wollen, gar nicht darum bitten muss, dass sie mir das auch dazu schreiben (ggf. auf die Rückseite, wie in den Hinweisen angegeben)

----
PS: Und nicht, dass Ihr auf "dumme" Gedanken kommt ... das ist KEIN April-Scherz!!! Die Feedback-Bögen verteile ich erstmals am Wochenende bei meinen Erzählungen auf dem "Treisberger Frühlingsmarkt".


(24.03.2014) Am Wochenende war ich im Norden ... im Land der Windmühlen.
Gemeinsam mit meinen beiden Erzähler-Freundinnen Julia Dörrbecker und Katja Volmar gestalteten wir den "Weltgeschichtentag", dieses Mal in der Windmühle Heimsen (Petershagen). Unser Quartier und freundliche Aufnahme fanden wir im Pfarrhaus des Ortes. Am liebevoll gedeckten Frühstückstisch mit aufgebackenen Brötchen - die übrigens sehr lecker schmeckten und überhaupt nicht zu lange im Ofen waren, wie die Pfarrerin sich entschuldigte - entspann sich ein Gespräch, das mich auch auf der Heimfahrt noch ins Nachdenken brachte.

Jemand meinte, dass es ja auch Bäcker gibt, die Sonntags offen haben und da meinte die Pfarrerin, es würde ihr niemals einfallen, Sonntags Brötchen zu holen. Der Sonntag ist der Tag des Herrn, der Tag der Ruhe, da wird nicht gearbeitet. Da wandte jemand augenzwinkernd ein, dass ja auch die Pfarrer Sonntags arbeiten ... in der Kirche predigen. Und ohne weitere Überlegung, ganz spontan fuhr die Pfarrerin fort: "Das ist ja keine Arbeit, das ist ja eine Feier ... die Arbeit habe ich ja vorher mit dem Entwickeln und Schreiben der Predigt, die Vorbereitung. Und das sieht ja auch meistens keiner ... die eigentliche Arbeit findet ja hier statt, im Pfarrhaus."

Und ganz genau so ist es mit uns Erzählerinnen und auch anderen Künstlern: Wieviel Arbeit dahinter steckt, das sehen die meisten nicht. Sie sind nicht dabei, wenn wir zu Hause Bücher auf der Suche nach neuen Geschichten wälzen, wenn wir anderen Erzählern zuhören, um nicht aufgeschriebene Geschichten weiter zu tragen (wie das Erzähler schon immer gemacht haben) ...  wenn wir sie in Gedanken oder schriftlich für unsere ganz eigene Vortragsweise bearbeiten, wenn wir ein Erzählprogramm erarbeiten, Requisiten besorgen, Plakate gestalten, Gespräche mit Veranstaltern führen ... wenn wir unsere Buchhaltung erledigen, von Auftritt zu Auftritt fahren, Erzähl-Zelte auf Märkten aufbauen ... und, und, und - all das ist in dem Moment, wenn wir auf der Bühne stehen, nicht sichtbar.

Zwei Gedanken-Gänge habe ich aus diesem Gespräch gezogen:
Der erste kam mir sofort im Gespräch. Es ist wichtig, dass wir unserem Publikum eben auch von unserer Arbeit erzählen, wo immer es sich ergibt ... dass wir sie teilhaben lassen an dem, was unsere Geschichten so wertvoll macht. Es ist "gekonntes Erzählen" (das waren die sehr lobenden Worte der Pfarrerin in der Veranstaltungspause, als sie sich mit mir unterhielt ... und ein großes Lob aus berufenen Munde!). Und genau deshalb plaudere ich hier immer wieder "aus meinem Nähkästchen", deshalb lassen wir in die Moderation unserer Veranstaltungen auch immer wieder Geschichten über das Erzählen einfließen (viele Leute denken immer noch, wir lesen vor oder lernen auswendig) Und ich habe auch keine Angst davor, hin und wieder eine Geschichte in meiner Erzählversion schriftlich zu veröffentlichen. Eine Zuhörerin, die mich am Samstag erstmalig live erlebte, gab mir das schönste Feedback: "Deine Geschichten kommen so genauso rüber, wie ich sie im Internet gelesen habe ... mit genau derselben Stimme ... so lebendig!"

Und als ich dann während der Rückfahrt auf der Autobahn so an diese "Weltgeschichtentags-Aufführungen" (wir hatten ja zwei ... am Nachmittag für Kinder und abends für Erwachsene) dachte, da kam mir in den Sinn: Ja, eigentlich sind unsere Auftritte ja Feiern ... aus der Freude heraus über unsere gelungene Arbeit. Und da ist es völlig egal, ob der Saal bis auf den letzten Platz besetzt ist oder ob sich ein kleines Häufchen von zwei Händen voll Menschen um die Tische verteilt hat. Es wird gefeiert und es wird nicht weniger ausgeschüttet oder früher Schluss gemacht, wenn weniger Publikum da sitzt. Wir feiern die Feste wie sie fallen ;-)

Und dieser Gedanke gab dann meiner Seele den Sonntag und dem Sonntag eine Seele!


(13.03.2014) Heute war ich für eine Kindergarten-Veranstaltung gebucht. Eine Teilnehmerin des Workshops "Bildgestütztes Erzählen mit dem Kamishibai" vom vorigen Jahr hatte mich gefragt, ob ich gerne in der KITA erzählen würde, in der sie arbeitet. Sie hätten gerade das Thema "Indianer" und würden dazu einige Märchen hören. Wie bereits letzten Monat in Usingen waren dazu zwei Gruppen vorgesehen ... die 2 - 3jährigen und die größeren Kinder.

Es war das erste Mal, dass ich Indianer-Märchen und -Geschichten erzähle, aber ich hatte mir einige passende Texte heraus gesucht, sie in meiner Vorstellung mit Klängen und Geräuschen versehen.

So packte ich mir verschiedene Instrumente aus meiner Schatzkiste ein ... wie immer mit dem Gedanken: Ich habe genug Erzählmaterial, WAS genau ich erzählen werde, wird der Moment zeigen.

Ein sonniger Tag versprach es zu werden, als ich mich kurz nach 08:00 Uhr am Morgen in mein Auto setzte, um die knapp 70 km nach Niederelbert zu fahren.

Mit einem keltischen Gewand (irgendwie sind das ja auch so etwas ähnliches wie Indianer ... Ureinwohner Europas eben ;-) und meiner gerade gestern aufgefrischten roten Haarsträhne war ich doch einer Squaw nicht unähnlich.

Da ich recht gut durch den Verkehr kam, war ich auch schon früher da und so nahm ich das Angebot, die Räume der KITA zu besichtigen sehr, sehr gerne an. Dabei konnte spüren, ...wie der Erzähl-Lust-Virus aus meinem Workshop sich schon verbreitet hatte ... nicht nur, dass mir die Kindergärterin zu Recht stolz erzählte, dass sie mehr und mehr frei erzählt, statt vorzulesen. An einer Wand entdeckte ich bunte Bilder zu einer Indianer-Geschichte. Dabei hatte sich die Betreuerin  von meiner Variante für Reihengeschichten inspirieren lassen, bei der das Bild auf einem A4-Blatt nach und nach aus einer Art Kuvert gezogen wurde. Jedes der Kinder erhielt eine Kopie dieses Blattes, auf dem die Konturen der Geschichte vorgezeichnet waren und die Kinder konnten sie selbst ausmalen und ergänzen.

Überall in der KITA waren Hinweise auf das Thema "Indianer" zu entdecken ... ein Totem-Pfahl und ein kleines Tipi im Erzähl-Raum, dazu aus Holz und Papierschnipseln ein angedeutetes Feuer (das ich doch gleich in meine Geschichte einbezogen habe). An einer Wandtafel erfuhr ich, was die Kinder schon alles über Indianer wussten, daneben hing ein Bild von einem riesigen Büffel. Die Kinder hatten Masken und Traumfänger gebastelt ... und im Außenbereich war ein Großvater gerade dabei, ein richtig großes Tipi aus Holz und Strohmatten zu bauen ... fast fertig.

Die Kinder waren total begeistert von meinen Klang-Instrumenten, die ich mitgebracht hatte (auch die ganz Kleinen). Besonderer "Star" war die Donnertrommel. Und sie lauschten ganz aufmerksam , wollten mich gar nicht gehen lassen ... ich soll unbedingt wieder kommen.

Den Apfel aus der Geschichte "Wie Winnetou seine erste Feder bekam" hab ich dann den jüngsten Zwergen auch da gelassen ... zum Teilen. So haben sie außer den Geschichten noch ein anderes Stück von mir in sich aufgenommen.

Es war einfach ein wunderschönes Erlebnis ... etwas, das lange nachwirkt.

Und nun ist es Abend ... im Fernsehen gibt es eine Sondersendung, einen "Brennpunkt" ... den ganzen Tag schon hallt ein Name durch die Medien: Hoeneß ... und mir fällt dazu nur das ein:

Wenn die Leute nur mal MITeinander so viel reden würden, wie sie ÜBER andere reden *seufz*. Also ich habe den Tag mit sehr angenehmen Gesprächen verbracht ... MIT kleinen Menschen, die doch sooooo groß-artig mit Zuspruch, Zuneigung, Lob und liebevollen Gefühlen umgehen können:

... ein noch nicht 3jähriges Mädchen, das mich beim Rundgang durch den Kindergarten, in dem ich erzählte, am Kleid zog (sie kannte mich noch gar nicht, es war vor der Geschichtenstunde) und meinte: "Wir haben für Dich gekocht!" Und dann reichte sie mir ihren Puppenteller, Gäbelchen und Löffelchen und die Augen leuchteten, als ich sagte, dass die Möhren mit Kartoffen ganz lecker schmecken.

... oder der ca. 5 - 6jährige Junge, dem sich zum Ende durch den ganzen großen Auflauf all der Kinder drängelte, die meine Klang-Instrumente ausprobieren wollten. Er nahm ganz weich meine Hand, schaute mir fest durch seine Brille in die Augen und sagte: "Herzlichen Dank für die wunderschönen Geschichten!" ... ohne Aufforderung, einfach so aus der Freude heraus.

Das sind die Dinge, über die ich reden möchte! Es sind die einfachen, kleinen Dinge, die mehr Aufmerksamkeit verdienen als ein armer reicher Mann, der heute für eine Straftat zur Verantwortung gezogen wurde!


Eine liebe Freundin erinnerte mich heute an einen bulgarischen Brauch, den ich schon aus meiner Jugend her kenne (ich hatte mal eine bulgarische Freundin und unsere Schulabschluss-Fahrt führte uns auch in dieses Land).

Die Marteniza („Märzchen“) ist ein Talisman für Gesundheit und ein langes Leben, was jeweils die Farben symbolisieren: rot für rote Wangen bzw. weiß für weißes Haar und hohes Alter. Diese kleinen Püppchen, Bommeln oder Armbänder schenkt man in der Woche ab 1. März Familie und Freunden mit dem Segenswunsch: „Cestita Baba Marta“

"Baba Marta" ist eine volkstümliche Umschreibung für den Monat März (Baba = Oma, Marta = März). Zugleich steckt hinter dem Marteniza-Brauch der alte Glaube, dass das Großmütterchen März als alte, launische Frau durch Geschenke mild gestimmt werden kann, damit sie nicht zornig wird und Kälte über das Land schickt.

Man steckt sich die Püppchen oder Bommeln an (dort, wo das Herz ist) oder als Armband am linken Arm. Die rot-weißen Glücksbringer trägt man solange, bis man ein erstes Frühlingszeichen – einen Storch, eine Schwalbe oder einen blühenden Baum – sieht. Auch den Kühen, Ziegen, Eseln werden die Bänder angehängt, in der Hoffnung, dass das Vieh gesund bleibt. Dann (ca. ab 22. März - 1. April) hängt man sie auf einen (Obst)-Baum, oder legt sie unter einen Stein und wünscht sich etwas Schönes.

Ich hab noch rote und weiße Baumwoll-Fäden gefunden und werde sie verschenken. :-)

Weitere Infos - auch die Legende, die dahinter steht, könnt Ihr auf der Webseite der Bulgarischen Gesellschaft nachlesen.


(13.02.2014) Es ist traurig, aber es bleibt mir nichts anderes übrig. Erst auf Nachfrage erhielt ich gestern diese Mail, nachdem ich mich bereits vor Wochen auf einem Markt beworben habe:

Hallo Walburga,

danke für dein Interesse an unserer Veranstaltung.
Da es für uns der erste Markt ist und wir keinerlei Erfahrungswerte haben, habe ich leider auch nur ein eingeschränktes Budget
für das Programm. Leider sind da keine 500.- Euro für Geschichtenerzählen machbar.

Gruß ...

Insgesamt gibt es bis heute nur 2 Märkte, für den ich eine FESTE schriftliche Zusage habe. Und das ist der "Große Mittelaltermarkt zu Illingen/Saarland" und "7. Historische Markt zugunsten der Friedberger Burgkirche" (Beides Benefiz-Veranstaltungen, auf denen ich schon seit Jahren gerne ohne Gage auftrete)  ... Wohlgemerkt, ich komme mit einem Märchenzelt auf den Markt, in dem ich am ganzen Wochenende ohne vorgegebene Zeiten erzähle ... praktisch die ganze Marktöffnungszeit ... egal, wieviele Zuhörer da sitzen ... vorführendes Handwerk sozusagen. Die Anreise, das Equipment, meine Ausbildung ... alles ist mit Kosten verbunden und ich stecke mein Herzblut in die Erzählungen. Und dafür sind 500 Euro (das war schon ein Freundschaftsangebot für einen ersten Markt ... der am Freitag mittag beginnt und am Sonntag abend endet) zu viel?

Dabei kennt mich dieser Veranstalter von zwei Jahren Mittelaltermarkt an einem anderen Ort (als sie mich das 3. Mal dort nicht engagierten - angeblich wegen eines internen Kommunikationsfehlers - gab es an der Torwache viele Nachfragen nach der Geschichtenerzählerin von den Jahren davor).

Deshalb habe ich mich heute entschlossen, kein aktives Marketing mehr in der Mittelalter-Szene zu betreiben. Meine Schwerpunkte werden in der Zukunft vor allem in Richtung eigene Veranstaltungen (Seminare und Erzählen für Erwachsene) sowie Engagements nach Kunden-Wünschen (für Kinder und Erwachsene) liegen. Ich erzähle dort, wo ich Wertschätzung erfahre!

Meine Mittelaltermarkt-Erfahrungen sind mir wertvolle Gesellen-Jahre gewesen. Doch offensichtlich besteht eine starke Abwertung der freien Erzählkunst und auch anderer Kleinkünstler. (Wie ich leider auch in einer Facebook-Gruppe letzte Woche erfahren musste, als man mir "Anmaßung" vorwarf, mich mit Musikern in diesem Bereich zu vergleichen. Die hätten alles Recht der Welt, 4stellige Gagen zu verlangen, sie müssen ja in Instrumente und Übung investieren).

Ich sehe ja auch nicht die Ursache bei den Veranstaltern alleine ... ich sehe es zum einen beim Publikum (die sich von lauter Dudelsack-Musik, Tavernen-Spektakel und Kaufrausch angezogen fühlen) und zum anderen bei den vielen kleinen Darstellern und Handwerkern, die immer wieder bereit sind, auch ohne eine Aufwandsentschädigung auf Märkte zu fahren. Doch, wer - wie ich - nichts verkauft, sondern nur traditionelle Kunst, Hand- und Mundwerk vorführt, der kann das bestenfalls als Hobby sehen.

Sollte ein Veranstalter allerdings mutig genug ist, diesen Teufelskreis zu durchbrechen ... wenn er auf Qualität bei der Gestaltung seines Markes setzt und damit vielleicht erst einmal eine kleinere Zielgruppe ganz speziell ansprechen will, die eben nicht nur auf "krachende Unterhaltung, Wein, Weib und Gesang" steht, dann kann er ja gerne bei mir anfragen ... das wäre dann das wertschätzende Publikum, das ich gerne mit meiner Erzählkunst begeistere.


(06.02.2014) Vorige Woche war ich im Kindergarten "Am Schlappmühler Pfad" in Usingen zu Gast. An zwei Tagen durfte ich in den unterschiedlichen Altersgruppen ein besonderes Projekt mit meinen Geschichten eröffnen. Heute berichtet die Taunuszeitung: Kinder bereiten sich auf das Projekt "Faustlos" vor

Es war ein ganz besonderes Erlebnis, wie Ihr sicherlich auch an den Gesichtern der Kinder und Erwachsenen auf dem Foto erkennen könnt. Bereits im Vorfeld hatte ich alles mit der Leiterin Carla von Strassen genauestens abgesprochen. Es sollten für die alteren Kinder auf jeden Fall Geschichten sein, die Gefühle ausdrücken ... für die "kleinen Zwerge" am zweiten Tag kam es ihr vor allem darauf an, dass sie viel Spaß an den Erzählungen haben.

Bereits beim Betreten des Kindergartens am ersten Tag fiel mir auf, dass im Eingang ein großes Flipchart stand, auf dem die Eltern über diese Veranstaltungen informiert wurden. Der Raum war schön hergerichtet mit Decken, Matten, Kuschelkisssen und Deko. Die Beleuchtung zauberhaft und gemütlich. Ich wurde freundlich begrüßt und durfte erst einmal in Ruhe "ankommen".

Die Kinder warteten in dieser Zeit gespannt und aufgeregt vor der Tür. Dann hörte ich die Erzieherinnen mit ihnen ein Auftaktlied singen, in dem auch mein Name vorkam und schließlich strömten 50 - 60 kleine Geister herein. Für die größeren Kinder hatte ich mir die Geschichte vom "wilden Wildschwein-Jungen Utz" ausgesucht, die ich mit dem Kamishibai (Erzähltheater) vortrug. Ich erzählte auch, dass die Bilder dazu von einer angehenden Kindergärtnerin einst gemalt und mir geschenkt wurden. Mit großen Augen verfolgten die Kinder die Erlebnisse des "halbstarken" Wildschwein-Kindes, das andere immer mit seinen kleinen Hauern und bösen Worten verletzt ... und wie es lernte, seine Wut zu zügeln. Und immer wieder beteiligten sie sich auch mit eigenen Erfahrungen (Wie gehe meine Geschwister und ich miteinander um? Wem klage ich mein Leid, wenn ich geärgert worden bin ... der Mama!)

Anschließend war es auch noch mucksmäuschenstill, als ich das Märchen vom "Froschkönig" frei erzählte. Und zum Schluss bekam ich von den Kindern ein Dankeschön ... ein Lied, das sie mir sangen, in dem ich dann lernte, dass Frösche nicht quaken, sondern "Bäh" machen ;-)

Welche Überraschung, als ich am zweiten Tag kam: An dem Flip-Chart hingen schon Fotos vom Vortag ... ach, war das eine Freude, die Momentaufnahmen zu sehen. Ein Junge hatte sich eines der Kuschelkissen in den Arm genommen und drückte sich mit geschlossenen Augen und ganz verzücktem Gesicht daran. Für die kleinen Kinder hatte ich die "Schnee-See-Klee-Reh-Fee" als Geschichte mit Hand- und Fingerpuppen ausgesucht ... ein Märchen mit vielen Reimwörtern und auch hier gab es eine zweite kleine Geschichte ... etwa 15 - 20 Minuten hatte ich die fast ungeteilte Aufmerksamkeit (für 2 - 3jährige ein ganz beachtlicher Erfolg) und mir ging das Herz ganz weit auf!


(23.01.2013) "Selber denken" - so heißt das diesjährige Motto der evangelischen Kirchen zur Fastenzeit. Na ja, eigentlich tue ich das ja schon einige Jahre ... nicht immer habe ich selber gedacht, das gebe ich zu ... und es gab eine Zeit, da war ich auch von "eigenen Entscheidungen" weit entfernt. Doch inzwischen wage ich auch, eine "Querdenkerin" zu sein ...

... so auch heute wieder:

Mir fällt auf, dass viele Menschen in meinem Umfeld in Diskussionen die Schlüsselworte "Orwell 1984" gebrauchen. (Und andere sagen einfach nur: "Genauso ist es ..." oder "Da hast Du Recht"). Also fragte ich mal "google", schaute unter "News" und es erschienen unzählige Beiträge aus den letzten Tagen. Medien mit großem Namen schreiben dazu genauso wie regionale Zeitungen. Und mittendrin auch immer wieder der Hinweis darauf, dass der Roman neu verfilmt werden soll ... „zufällig“ wird eine Schauspielerin dabei als mögliche Darstellerin gehandelt, die in letzter Zeit ohnehin skandalträchtig in den Schlagzeilen war.

Kann es sein, dass hier ganz bewusst auch wieder mit den Gedanken der Menschen "gespielt" wird … „zufällig“ 30 Jahre nach 1984?

Wie viele Menschen, die "Orwell" und "1984" heute in den Mund nehmen und dann live und virtuell wieder ausspucken, haben den Roman gelesen oder Film überhaupt gesehen? Ich gehöre nicht dazu ... das einzige, was ich kenne, ist ein Musiktitel und was darüber erzählt wurde.

Ich persönlich mag solche "düsteren" Vorstellungen überhaupt nicht. Meine Überzeugung ist: Die Welt entspricht unseren Gedanken! Das heißt im Umkehrschluss: Wir können die Welt mit unseren Gedanken beeinflussen ... zum Positiven, wie auch zum Negativen!

Und, genau deshalb heißt meine Webseite: "Meine Lichtblicke" ... genau deshalb teile ich
z. B. bei Facebook niemals grausame Nachrichten oder blutige Bilder ... genau deshalb versuche ich auch immer optimistisch zu sein und finde das Gute in jeder noch so vertrackten Situation.

Nichts ist für mich stärker als die Liebe und deshalb habe ich mir sozusagen den "liebevollen Blick" angewöhnt. Hoffnung ist für mich ein sehr trügerischer, passiver Zustand (deshalb mag ich auch die "Geschichte von der traurigen Traurigkeit" wohl nicht ... ich kann ihr einfach nichts abgewinnen, geschweige denn, sie jemals erzählen ... und manche Interpretationen der Pandora-Geschichte gehen ja so weit, dass die Hoffnung, das letzte, was in der Büchse drin war, auch eine Plage war).

Das Dunkle und Böse hat für mich jedoch nur eine Chance, wenn wir ihm Raum und Macht über uns geben. Natürlich kann ich zum Beispiel „Überwachung“ und „Spionage“ nicht gut heißen. Doch Angst davor muss ich doch nur haben, wenn ich davon überzeugt bin, dass man etwas gegen mich verwenden kann. Und, wer mit dem Finger auf andere zeigt (DIE haben dies und jenes und sonstiges getan), hat wohl auch noch nicht bemerkt, dass dann 3 andere Finger auf einen selbst zeigen. ;-)

Doch weil ich möchte, dass die Menschen, die mir zuhören und mich lesen, auch selber denken, akzeptiere ich, wenn andere solche Geschichten wie die "von der traurigen Traurigkeit" gut finden ... und deshalb gibt es bei mir auch manchmal Erzählungen, die ein "offenes" Ende haben ... und deshalb überlasse ich jedem selbst die Entscheidung, was sie/er sich dabei denkt ... auch beim Lesen dieses Beitrages! :-)


(17.01.2014) In dieser Woche erhielt ich eine Anfrage von der VHS Hochtaunus, ob ich den jährlichen Empfang für die Dozenten mit meinen Erzählungen im Programm bereichern könnte. Ich schlug dazu vor, Geschichten über das Erzählen selbst vorzutragen ... und wie es das Leben erleichtern kann. Im Gespräch mit dem Verantwortlichen kamen wir dann dazu, dass es "Weisheiten" sein könnten, die den Dozenten Impulse für ihre eigene Arbeit geben. Ich wurde darum gebeten, Vorschläge für einen kurzen Programm-Text zu machen.

Nun musste ich mir dazu erst einmal genau überlegen, welche Erzählungen genau dafür in Frage kommen. Ich habe also mein Repertoire nach möglichen kurzen Weisheitsgeschichten durchsucht ... und wie ich so über meine danach getroffene Auswahl nachdachte, kam mir in den Sinn, dass alle Geschichten etwas mit mir persönlich zu tun haben ... mit dem, was ich früher als Ausbilderin, Trainerin und Beraterin erlebt habe. Und mir fiel ein, dass es mir immer dann besonders gut gelingt, die Zuhörer "in meinen Bann zu ziehen", wenn ich diese persönlichen Erlebnisse mit einbeziehe, wenn sie sehen, dass das eben keine "erfundenen Märchen" sind, sondern "Wahrheiten" sind.

Deshalb gab ich also den Vorschlag weiter, diese kurze Weisheiten, die alle etwa eine Länge von 2 - 5 Minuten haben, mit einer Rahmenhandlung zu umgeben, in der ich die Geschichten realen Erlebnissen zuordne. Insgesamt wird dieses "Mini-Erzählprogramm" etwa 20 - 25 Minuten dauern. Und mein Vorschlag zur Ankündigung war dann dieser:

"Wenn die Weisheit ankommen will, nimmt sie sich die Geschichte als Reisebegleitung. - Aus dem Tagebuch einer Erzählerin."

Und deshalb steht der Satz nun oben auf dieser Seite ... er gefällt mir besser als der vorherige ... er entspricht mehr meinem Wesen des "unterwegs seins".


(11.01.2014) Daran glaube ich ganz fest.
Als ich 2010 auf meiner Wanderung vom Taunus bis nach Potsdam war, wurde ich oft gefragt: „Haben Sie denn gar keine Angst, so alleine… als Frau… wenn Sie sich nun verlaufen… oder stürzen in unwegsamen Gelände… und vor Überfällen… was da alles passieren kann!“

Doch ich hatte keine Angst, es passierte mir auch nichts … na ja, fast nichts: Verlaufen habe ich mich schon zwei- oder dreimal im Wald, aber dann habe ich eben gesungen und Gesang vertreibt die Angst, das könnt Ihr mir glauben, es ist so!
Oder war es doch einfach das Vertrauen, das mich geschützt hat?

Lasst mich dazu eine Geschichte erzählen:

Ein Meister lehrte einst seinen Schülern: „Vertrauen ist der Anfang von allem. Wenn Ihr vollkommenes Vertrauen habt, dann werdet Ihr beschützt sein.“ (Ich weiß nicht mehr, von welchem Schutz der Meister sprach, ob es nun irgendein ein Gott oder Prophet oder das Universum war … das ist für die Geschichte auch nicht unbedingt wichtig.)

Ein Schüler glaubte seinem Meister von ganzem Herzen. Da ging eine Kraft von ihm aus und diese Kraft ließ ihn gegenüber allen anderen Schülern strahlen und leuchten. Jeder konnte es sehen und es sahen vor allem die Neider. Sie beschlossen, diesen Schüler auf die Probe zu stellen:

„Wenn du wirklich unserem Meister so sehr vertraust, wirst Du sicherlich über diese glühenden Kohlen dort gehen können, ohne dass dir etwas passiert.“

Der Schüler blickte sie freundlich lächelnd an, überquerte die Glut und nicht eine Brandblase oder eine gerötete Stelle zeigte sich an seinen Füßen.

Doch die Mitschüler waren noch nicht überzeugt. Sie führten ihn zu einer Klippe, weit über dem Meer: „Wird dein Vertrauen auch so groß sein, dass du von hier ins Meer springst?“

Der Schüler sprang, tauchte unter … alle hielten den Atem an … dann tauchte er wieder auf und schwamm wohlbehalten ans Ufer.

Aller vertrauensvollen Dinge sind drei … und drei Proben muss jeder Held bestehen. So führten sie den Schüler in einen Steinbruch:

„In Wasser springen kann jeder. Wirst du aber auch beschützt sein, wenn Du von dem Abhang dort oben auf den Steinboden springst?“

Der Schüler kletterte die Felswand hinauf, 10 Meter … vielleicht auch 15 Meter und sprang in die Tiefe … fiel nicht … schwebte … segelte … einem Vogel gleich und landete wohlbehalten.

Als der Meister von den Taten seines Schülers hörte, war er sehr erstaunt und auch verwundert. Er dachte sich: Was mein Schüler kann, das müsste ich eigentlich auch können. Ich bin ja sein Meister.

Doch der Aufprall auf dem harten Steinboden brach ihm das Genick.

(Foto: Am Ziel meiner Geschichtenwanderung 2010 - vor der Nikolai-Kirche in Potsdam - mit meinem Mann und unserem Sohn, die mich dort erwarteten.)


Im Jahr 2010 war ich sozusagen als Mundwerkerin auf Gesellen-Tour unterwegs.
Eine Legende/Sage aus dem Taunus hatte mich auf diese Idee gebracht und nach einem Jahr Planung und Training bin ich dann
in 31 Tagen 550 km "auf Schusters Rappen" von meinem Wohnort bis nach Potsdam gelaufen ...

... habe unterwegs erzählt und Geschichten gesammelt.

Im Mai 2015 jährt sich zum einen mein Start in die berufliche Selbständigkeit zum 10. Mal.
Außerdem ist es das 7. Jahr als Erzählerin
(die 7 hat ja in vielen Märchen eine besondere Bedeutung) und meine Gesellenwanderung ist dann 5 Jahre her.

Und es juckt mir in den Füßen ... ich möchte gerne wieder einmal so etwas machen ... nicht ganz so lang ... vielleicht über eine Dauer von
2 (allerhöchstens 3) Wochen.
Es soll eine Tour mit vielen Erzählveranstaltungen werden und ich möchte von einer zur anderen wieder ausschließlich in Gewandung und zu Fuß kommen.


Es ist noch eine erste Idee, ich habe auch noch keine Vorstellung, wo genau es hin gehen soll ... bin für alle Gegenden innerhalb Deutschlands offen. Doch eines ist mir heute schon bewusst geworden:

Ich wünsche mir dabei die Unterstützung durch eine "Tour-Manager/Tour-Managerin" ... jemanden, der die örtlichen Gegebenheiten kennt und auch viele Kontakte hat, um Veranstaltungen (einschl. Übernachtungsmöglichkeiten) zu organisieren. Wer also bereit ist, mich in dieser Weise zu unterstützen, darf gerne mit mir in Verbindung treten.


(07.01.2014) ... nicht Verbindungen von Internet-Profilen.

Gestern hatte ich wieder so ein Netzwerk-Erlebnis:

Ich bekam eine Kontaktanfrage bei XING ... mit recht ausführlichem Anschreiben und derjenige war sogar vorher auf meinem Profil. Doch die Formulierung wollte mich nicht wirklich überzeugen ... zu sehr spürte ich, dass da jemand vor allem seine Produkte, seine Dienstleistungen anbieten wollte.

So habe ich dann sein Profil besucht und sah einen Menschen, der
... in seinem Leben viel erreicht hat,
... der noch nicht lange bei XING ist,
... aber mit 999+ Kontakten
... mit vielfältigen Interessen
... und u. a. einer Koch-Leidenschaft, die sehr medien-intensiv ausgelebt wird (das ist kein Vorwurf, sondern dahinter steckt Anerkennung!).
Ich sah einen Menschen, der andere motivieren möchte (vielleicht versteht er darunter sogar dasselbe wie ich, wenn ich sage, ich möchte andere begeistern und ermutigen).

Und so schrieb ich diesen Menschen an ... ich wollte gerne wissen, was ihn an meinem Profil angesprochen hätte, wo genau er die Chancen unserer Verbindung sieht, was unsere Gemeinsamkeiten sind.

Und das erhielt ich als Antwort:

"Sehr geehrte Frau Kliem, es geht bei einer Kontaktaufnahme nicht nur um die Gegenwart, es geht auch um die Zukunft.
Es geht auch nicht nur um 'ein' Profil, sonder bei einer Verbindung um beide Profile.
Es ist ein geben und nehmen zum beiderseitigen Wohl/Erfolg/Gesundheit
zum Beispiel.
In diesem Fall dachte ich an Ihr Wohl mit meinen kostenlosen Gesundhetstipps, weniger zunächst an ein Märchen.
Aber, wissen Sie genau was die Zukunft bringt? "

Tja ... in einem hatte er Recht ... es geht auch mir NICHT um ein Profil! Es geht darum, den Menschen dahinter zu entdecken ... und mich hatte er nicht entdecken können. Er hatte mich einfach in eine Schublade seines "Kontakt-Archivs" geschoben ... in die Schublade mit der Aufschrift "Märchen". Er hatte nicht einmal das Potential dahinter bemerkt.

Leider begegnen mir immer mal wieder solche Menschen ... Deshalb habe ich heute morgen mein Profil bei XING mit diesen hintergründigen Gedanken ergänzt:

„Das Leben eines jeden Menschen ist ein von Gotteshand geschriebenes Märchen.“
(Hans Christian Andersen)

… ein Märchen, das wir ganz individuell erzählen können.

Das Wort „Märchen“ ist abgeleitet von dem mittelhochdeutschen „maere“ („Kunde, Bericht, Nachricht“) und in dieser Ursprünglichkeit ist es völlig neutral in der inhaltlichen Bewertung. In alten Zeiten wurde diese Kunde vor allem mündlich weiter getragen und erzählte von wundersamen Begegnungen.

Wesenszug des Märchens, so wie es heute definiert wird, ist u. a. eine Handlung durch typisierte Figuren, die keine individuellen Charakteristiken haben … es sind oftmals namenlose Personen. Mein „Märchenzauber“ bewirkt, dass die Menschen dieses fehlende Seelenleben – Gefühl, Herz und Temperament – SELBST erkennen und in ihrem eigenen Leben umsetzen können.

Das heißt jedoch nicht, dass ich nur Märchen erzähle ;-) Zu meinem Repertoire gehören auch Sagen, Legenden, Fabeln, Mythologien, Erzählungen nach literarischen Vorlagen … die fast immer mit eigenen Erlebnissen verwoben sind. Meine Erzählkunst ist völlig frei … das bedeutet auch, dass ich NICHT rezitiere oder vorlese!

„Kindern erzählt man Geschichten zum Einschlafen – Erwachsenen, damit sie aufwachen.“
(Jorge Bucay)


"Wenn ich mit Menschen- und Engelszungen redete,
hätte aber die Liebe nicht,
wäre ich nur ein tönendes Erz
und eine klingende Schelle.

Und wenn ich prophetisch reden könnte
und alle Geheimnisse wüsste
und allen Glauben hätte,
um Berge zu versetzen,
hätte aber die Liebe nicht,
wäre ich nichts."

(Korinther 13,1)                   Mit Klick auf das Bild öffnet sich mein Video-Neujahrsgruß!



(21.12.2013) Es sind nur noch wenige Tage bis Weihnachten und ich sitze an meinem PC und plaudere mit meiner Freundin Virginia Winter ... mit Gini. Gini wohnt in Kanada in der Nähe von Vancouver, tief im Wald ... dort wo jetzt wirklich Winter ist ... der Schnee schon 30, 40 cm hoch und die Flocken weiter wirbeln. Ein bisschen neidisch bin ich schon ... ach, was heißt ein bisschen, ich bin total neidisch. Uns hat der Wetterbericht keine Hoffnung gemacht, weiße Weihnachten zu bekommen.

Gini mag es, wenn ich Geschichten erzähle ... auch wenn sie diese nur schriftlich bekommt. Vor einigen Tagen habe ich ihr eine von Hans Fallada erzählt ... "Lüttenweihnachten". Und da hatte Gini eine Idee: "Wie wäre es, wenn ich Dir zu der Geschichte Fotos mache? Warum kann diese Geschichte nicht in Kanada genauso geschehen sein?"

Ja, warum eigentlich nicht? Und deshalb erzählen Gini und ich Euch heute diese Weihnachtsgeschichte. Also macht es Euch gemütlich bei Stollen, Lebkuchen, Plätzchen, Kakao oder auch Glühwein und genießt diese Weihnachtsgeschichte:


"Tüchtig neblig, heute!" 

Familie Gierke, Einwanderer aus Deutschland, saß am Frühstückstisch. Der Vater biß noch einmal von seinem Brot ab und sah kauend aus dem Fenster. Eigentlich war diese Bemerkung so ziemlich das Überflüssigste, was er hätte sagen können. Jeder in der Familie wusste es … ohne aus dem Fenster zu schauen.


Schließlich heulte das Nebelhorn am Leuchtturm von Uculelet schon die ganze Nacht, wie ein Gespenst auf einem Geisterschiff. Wenn der Vater also trotzdem so eine Bemerkung machte, dann konnte das nur einen einzigen Grund haben an diesem Vorweihnachts-Tag.

„Neeeeblig???“ fragte der 13jährige Friedrich. "Dass de dir bloß nich verläufst heute!", sagte Gierke und lachte.

Friedrich wusste Bescheid, ein stilles Einverständnis war da zwischen Vater und Sohn. Der Kurze lief in sein Zimmer und packte die Schulbücher aus dem Ranzen in die Kommode. Dann ging er in den Schuppen und "borgte" sich eine kleine Axt und eine Handsäge, die den Platz von den Büchern einnahmen. Dabei überlegte er: ‚Den Franz nehm' ich nicht mit, der hat nur Schiss. Aber Albert und die Frieda.‘ Und schon ging’s los!

Wenn es für die Menschen nämlich Weihnachten gibt, so muss es das Fest auch für die Tiere geben. Wenn für uns ein Baum leuchtet, warum nicht für die Pferde und Kühe, die doch das ganze Jahr unsere Gefährten sind? Dort, wo Friedrich zu Hause ist, feiern die Kinder VOR dem Weihnachtsfest Lüttenweihnachten für die Tiere. Es ist ein verbotenes Fest … eines, von dem vor allem der Lehrer Beckmann nichts wissen durfte. Doch das erhöhte seinen Reiz. Der Wink mit dem nebligen Tag, den der Vater ihm gegeben hatte war eine Sicherheit vor dem Beckmann: Schulschwänzen würde heute nicht so tragisch von ihm genommen werden. In dem Nebel konnte man sich schon mal auf dem Weg verlaufen.

Und Schule musste ja nun geschwänzt werden, denn wie sollten die Kinder sonst an einen Weihnachtsbaum kommen. Den mussten sie doch aus dem Staatsforst an der See stehlen. Und auch dafür war Nebel gut, denn sonst war das viel zu gefährlich.

Der Rotvoß hatte seine Augen wirklich überall. Der Rotvoß ist der Förster und er wird wegen seinem fuchsroten Vollbart so genannt. Und weil er auch fuchsteufelswild werden kann. Albert weiß von einem Knecht, den der Rotvoß an einen Baum gebunden und ihn so lange mit der gestohlenen Fichte geschlagen haben soll bis keine Nadeln mehr daran waren. Und Frieda erzählt, dass er zwei Mädchen am Heiligen Abend in einen Holzschober eingesperrt hat … sie konnten nicht zur Bescherung gehen, erst am nächsten Morgen ließ er sie laufen. Was gab das für eine Aufregung!


Der Nebel ist so dick, dass man keine 3 Meter vor den Augen hat und das macht das Abenteuer richtig groß, spannend und geheimnisvoll. Zuerst ist alles noch sehr einfach. Sie kennen die Raine der Feldmark. Sie wissen, wo der Winterweizen vom Nachbarn steht … und dann sind sie an der Lehmkuhle, aus der der Müller sein Vieh im Sommer tränkt.

Aber dann fragt sich Friedrich, ob sie sich nicht doch verlaufen im Nebel. Da ist nun dieser Leuchtturm von Uculelet, er heult mit seiner Sirene, dass es ein Grausen ist. Gut 7 Kilometer sind bis an die See. Da sollte es doch ein Leichtes sein, werdet Ihr denken. Aber so seltsam es klingt, genau kriegt man nicht mit, von wo er heult … wenn es neblig ist vor allem.

Manchmal bleiben die drei Freunde stehen und lauschen. Sie hören Hundegebell und das Klappern von Blecheimern … das muss Bauer Nagels Hof sein. Oh Gott, sie sind zu weit rechts, da geht es auf die steile Kreideküste zu, da dürfen sie nicht hin, da ist gar kein Wald. Sie beraten lange, und wie sie weitergehen, fassen sie sich an den Händen, die Frieda in der Mitte.


Zwischen dem Rufen des Leuchtturms ist das Land so seltsam still. Es tropft sachte von den Ästen der Bäume, tausend Tropfen sitzen überall. Nein, die See kann man noch nicht hören. Vielleicht ist sie ganz glatt, man weiß es nicht, heute ist Windstille. Jetzt sind es höchstens noch zwanzig Minuten bis zum Wald. Albert weiß sogar, was sie hier finden: erst einen Streifen hoher Kiefern, dann Fichten, große und kleine, eine ganze Wildnis, gerade, was sie brauchen, und dann kommen die Dünen und dann die See.

Jetzt beraten sie wieder: Erst der Baum oder erst die See? Zum Meer sollte man doch, wenn man ein Küstenmensch ist – oder? Am Hof haben sie doch nur kleine Buchten. Doch DIE SEE, das ist richtiges Außenmeer, hier kommen die Wellen von weit, weit her, von China oder von Russland oder von Alaska … richtige Wellen. Aber, wenn sie der Rotvoß dann mit dem Baum erwischt. Sind sie ohne Baum, kann er nichts sagen, obwohl er es fertig bringt, zu fragen, was Friedrich in seinem Ranzen hat. Aber trotzdem: erst See, dann Baum.

Plötzlich sind sie im Wald. Erst dachten Sie, es sei nur ein Grasstreifen hinter dem Sturzacker, und dann waren sie schon zwischen den Bäumen, und die standen enger und enger.   Und nun seht, das ist nun doch der richtige Baum, den sie brauchen, eine Fichte, eben gewachsen, unten breit, ein Ast wie der andere, jedes Ende gesund - und oben so schlank, eine Spitze so hell, in diesem Jahre getrieben.

 Kein Gedanke, diesen Baum stehen
 zu lassen, so einen finden sie nie wieder.

 Ach, sie sägen ihn ruchlos ab,
 sie bekommen ein schönes
 Lüttenweihnachten,
 das herrlichste im Dorf.
 Sie binden die Äste schön  an den
 Stamm, und dann essen sie ihr Brot,
 und dann laden sie den Baum auf,
 und dann laufen sie weiter zum Meer.

 Doch plötzlich stehen sie still und
 lassen den Baum vor Entsetzen fallen.
 Da ist nicht mehr nur die Brandung allein,
 da ist seltsam wehklagendes Schreien,
 ein endloses Flehen …
 vielstimmig, tausendstimmig.
 Was ist das?

 
Gespenster?
 Ertrunkene,
 die man nicht begraben hat?

Und darüber heult die Nebelsirene. Die drei wollen nur noch weg laufen … kleine Menschenkinder, voll von Spuk und Aberglauben … doch die Neugier siegt. Sie laden den Baum wieder auf und stapfen durch den Dünensand dem klagenden Geschrei entgegen.

Und was sie sehen, ist ein Stück Strand, ein Stück Meer. Hier über dem Wasser weht der Wind ein wenig, der Nebel zieht in Fetzen, öffnet hier und da den Ausblick. Und sie sehen die Wellen, grüngrau. Sie sehen, wie die Wellen umstürzen, weiß schäumend draußen auf der äußersten Sandbank, tobend und brausend. Und sie sehen den Strand, mit Blöcken besät, und dazwischen lebt es in Scharen... 


"Die Rebhühner!"

Sie haben nur davon gehört,
sie haben es noch nie gesehen,
aber nun sehen sie es.

Das sind die Rebhühnerscharen,
die hier an der Küste Station machen,
eine Nacht oder drei, um dann weiterzuziehen, wer weiß wohin.

Wilde Vögel sind es und sie schreien, während das Meer dazu tobt
und der Wind braust und
der Leuchtturm von Uculelet im dichten Nebel heult.

Stellt Euch das mal vor! Ein Geisterspuk könnte nicht schauerlicher sein … und doch ist es etwas ganz Besonderes,
etwas Wunderbares, etwas Erhabenes. Die Kinder stehen da mit ihrem gemausten Tannenbaum und lauschen und nehmen es in ihr Herz hinein.


Und plötzlich sehen sie noch etwas, und magisch verführt, gehen sie dem Wunder näher. Abseits, zwischen den hohen Steinblöcken, da steht ein Baum, eine Fichte, wie die ihre, nur viel, viel höher, und sie ist besteckt mit Lichtern, und die Lichter flackern im leichten Windzug... "Lüttenweihnachten für die Rebhühner..."

Immer näher kommen sie, leise gehen sie, auf den Zehen - oh dieses Wunder! - und um den Felsblock biegen sie.

Da ist der Baum vor ihnen in all seiner Pracht, und neben ihm steht ein Mann, die Büchse über der Schulter, ein roter Vollbart...

"Ihr Schweinskerls!" sagt der Förster, als er die drei mit der Fichte sieht. Und dann schweigt er. Und auch die Kinder sagen nichts. Sie stehen und starren. Es sind kleine Bauerngesichter, sommersprossig, selbst jetzt im Winter, mit derben Nasen und einem feisten Kinn. Es sind Augen, die was in sich 'reinsehen.

Immerhin, denkt der Förster, haben sie mich auch erwischt beim "Lüttenweihnachten". Aber was soll man machen, wenn die Rebhühner so schreien und der Nebel so dick ist und die Welt so eng und doch so weit … und wenn Weihnachten vor der Tür steht … was soll der Mensch machen? Man soll einen Vertrag machen auf ewiges Stillschweigen, denn die Kinder wissen ja nun, dass der gefürchtete Rotvoß nicht so schlimm ist, wie sich die Leute erzählen.


Die Kerzen flackern am Baum, und ab und zu geht auch eine aus. Die Rebhühner schreien, und das Meer braust und rauscht. Die Sirene heult. Der Mond schaut zu. Da stehen sie, es ist eine Art Versöhnungsfest, sogar auf die Tiere erstreckt, es ist "Lüttenweihnachten".

Man kann es feiern, wo man will, am Strand auch, und die Kinder werden nachher in ihres Vaters Stall noch einmal feiern. Und schließlich kann man hingehen und danach handeln. Die Kinder sind imstande und bringen es fertig, die Tiere nicht mehr zu quälen und ein bißchen nett zu ihnen zu sein. Zuzutrauen ist ihnen das.

Das ganze aber ist ein verbotenes Fest gewesen … damals … dort oben an der Küste … und in anderen Gegenden auch … ein „Heidenfest“ wie der Lehrer und auch viele Pastoren
sagten.
Doch es wird gefeiert … auch heute noch. Das könnt Ihr mir glauben. Ihr braucht ja nur mal an Weihnachten auf Vancouver Island oder ins Cariboo zu gehen. Dann werdet Ihr es erleben.

So hat mir Gini das Weihnachts-Gefühl in diesem Jahr auch nach Deutschland gebracht! Gerne gebe ich es an alle Leser meiner Lichtblicke-Seite weiter.

Doch dieses Fest gibt es nicht nur dort, wo es Hans Fallada erlebte ... nicht nur in Kanada ... sondern auch bei uns im Taunus, in meinem Heimat-Dorf Treisberg ... bei uns im Wald am Pferdskopf. Auch hier schmückt unser Jagdpächter Jürgen Habig mit seiner Freundin jedes Jahr einen Baum für die Tiere ... legt als Geschenke Futter darunter und bittet die Spaziergänger darum, die Winterruhe der Tiere zu achten.

Vielleicht habt Ihr ja auch in Eurer Nähe ein "Lüttenweihnachten" :-)

PS: Und für diejenigen, die mich gerne auch einmal hören möchten, gibt es hier noch das Video einer Adventsgeschichte aus dem Taunus.


(19.12.2013) Heute habe ich in den Tiefen meines PC ein Interview gefunden, dass ich vor 7 Jahren für eine Internet-Seite gegeben habe. Damals hatte ich mich gerade selbständig gemacht und führte ausschließlich Online-Seminare und E-Mail-Beratungen zu den Themen Berufsorientierung, Bewerbung und Persönlichkeitsentwicklung durch. Schließlich hatte ich auf diesem Gebiet jahrelange Erfahrungen und war bei meinem früheren Arbeitgeber als Expertin geachtet und anerkannt.

Und beim Nachlesen bewegte mich gerade wieder die Antwort auf die allererste Frage, die mir damals im Interview gestellt wurde. Sie ist für mich heute genauso aktuell wie damals ... für mich selbst und auch als Impuls für andere Menschen. Deshalb habe ich sie hier noch einmal in mein "Nähkästchen" aufgenommen ... damit sie nicht verloren geht:

Frau Kliem, Sie sind Trainerin und Beraterin mit Schwerpunkt Berufs- und
Lebenszielplanung. Sind das nicht eher zwei verschiedene Paar Schuhe?

Glauben Sie das wirklich? ;-) Es gibt sicher nur wenige Menschen, die ihren Beruf völlig unabhängig von dem wählen, was sie gern machen, gut können und von dem sie glauben, dass es ihnen Freude machen könnte.

Wenn wir jung und voller „hochfliegender Träume“ sind, richten wir unsere beruflichen Entscheidungen meist nach unseren persönlichen Bedürfnissen, Wünschen und Werten aus.
Für
manche Menschen ist der Beruf auch eine Art Lebensaufgabe und wesentliche Voraussetzung zur Entwicklung der eigenen Persönlichkeit.

Wenn wir jedoch eine Weile im Berufsleben stehen, dann scheint es so, als ob wir unsere

Träume vom „Job, der uns glücklich macht“ einfach der ungeschriebenen Regel unterordnen, dass Beruf und Privatleben zwei verschiedene Paar Schuhe sind. Wie anders ist es zu erklären, dass sich in Umfragen zwar bis zu 60 % der Berufstätigen unzufrieden mit ihrem
Job äußern, ein großer Teil aber weiterhin 8 Stunden am Tag Dienst nach
Vorschrift macht
und das Leben auf den Feierabend verschiebt.

Aber das funktioniert nicht. Könnten Sie mit einer beruflichen Tätigkeit leben, die Ihnen
keinen Spaß macht ... die Sie nervt, ... in der Sie das Gefühl haben, dass Ihre Leistungen
nicht geschätzt werden, ... die Ihnen nicht nur bildlich „Bauchschmerzen verursacht“, sondern Sie wirklich ernsthaft krank macht?

Ich weiß nicht, wie Sie diese Frage
beantworten. Ich selbst habe mir diese Frage eindeutig
mit NEIN beantwortet. Mir gefällt
es viel besser, dass meine Kinder erleben, wie sich mein beruflicher Erfolg auch dadurch ausdrückt, dass ich ausgeglichener und zufriedener bin.

Auf der anderen Seite verlangt der ständige Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft immer

neue Entscheidungen von uns: Soll ich mich für die Leitung der neuen Abteilung
bewerben? Was mache ich, wenn in meinem Betrieb Rationalisierungsmaßnahmen anstehen? Bin ich bereit umzuziehen, um meine Arbeit zu behalten? Sollte ich die Initiative ergreifen und mir einen anderen Job suchen? Kann ich nach der Elternzeit einen beruflichen Neuanfang wagen? Welche Qualifikationen könnte ich zusätzlich erlangen? Wie wäre es, wenn ich mich selbstständig mache?

Bei allen diesen Überlegungen können Familie, Freunde und Freizeitinteressen nicht
ausgeklammert werden. Das, was in unserem Leben passiert, beeinflusst auch unsere
Karriere.

Das Leben lässt sich nicht in einen beruflichen und einen privaten Bereich trennen.
Dazwischen ist kein hoher Bretterzaun.

Und weil für mich eben auch als Erzählkünstlerin die Übergänge zwischen Beruf und Leben
so fließend sind, ...

... hat sich meine Lichtblicke-Internetpräsenz gegenüber meiner rein geschäftlichen Webseite als die beliebtere und bekanntere erwiesen. Es ist die Internet-Seite, auf der mich die Menschen genau so sehen können, wie ich bin.

... gibt es diese "Plaudereien aus meinem Nähkästchen".

... könnt Ihr mich auch im privaten Bereich durchaus gelegentlich in mittelalterlicher Gewandung antreffen - vor allem im Winter schätze ich die warmen Kleider sehr  ;-)

(Hinweis: Das Interview erschien erstmalig im Magazin des Online-Weiterbildungsanbieters
workshopwelt.de im Jahr 2005/2006)


  (16.12.2013)
  Ich habe gerade meine Xylophon-Tasche
  ausgepackt, die ich das letzte Mal voriges Jahr
  auf einer Weihnachtsfeier des Senioren-
  Gedächtnistrainings Usingen benutzt hatte.
  Dabei ist mir ein kleiner Text in die Hände
  gefallen, der damals von einer der Damen
  vorgelesen wurde.

  (aus: "Newsletter of the Saint Andrews Society
  of Washington, D. C.", Column Ann Landers.
  Aus dem Englischen übertragen von
  Hedi Pfitzner)


Was ist eine Großmutter?


Eine Großmutter ist eine Frau, die selbst keine eigenen Kinder hat. Sie liebt die von anderen Leuten.

Großmütter haben nichts weiter zu tun, als da zu sein. Sie sind alt und deshalb dürfen sie sich beim Spielen oder Rennen nicht anstrengen. Es reicht auch, wenn sie mit uns zum Rummel fahren und eine Menge Geld dabei haben.

Wenn sie uns auf Spaziergänge mitnehmen, erzählen sie von früher, wie sie bunte Blätter oder Maikäfer gesammelt haben.

Sie sagen niemals: "Beeil dich!"

Meistens sind Großmütter dick, aber nicht so dick, dass sie dir nicht die Schuhe zubinden könnten.

Sie tragen Brillen und komische Unterwäsche, und sie können ihre Zähne rausnehmen.

Großmütter müssen nicht schick sein, sie müssen nur Fragen beantworten können, wie z. B.: "Warum ist Gott nicht verheiratet?" oder "Wie kommt es, dass Hunde Katzen jagen?"

Wenn sie uns vorlesen, überspringen sie keine Zeile, und es macht ihnen auch nichts aus, wenn wir dieselbe Geschichte noch einmal hören wollen.

Jeder sollte versuchen, eine Großmutter zu haben, besonders dann, wenn man keinen Fernseher hat. Denn sie sind die einzigen Erwachsenen, die Zeit haben.

Offensichtlich sind das Aussagen von Kindern ... Fragt doch einmal Eure Kinder, Enkel oder andere Kinder danach, was eine Großmutter ist. Meinem 4jährigen Enkel habe ich vor Kurzem beim Geschichtenerzählen das Wort "Großmutter" erklärt. Er kannte es nicht. Es scheint so langsam aus unserem Sprachgebrauch zu verschwinden.


(22.11.2013) Da war sie heute wieder ... eine Formulierung, die mir schon mehrmals begegnete und wieder brachte sie mich ins Grübeln: In vielen Stellengesuchen wird sie als sogenannte Schlüsselkompetenz erwähnt. Trainer und Coaches geben an, dass man in ihren Seminaren "Begeisterungsfähigkeit" trainieren oder als eine hohe Kompetenz in dem Bereich erreichen können. Und Dienstleister bieten ihre Produkte mit dem Zusatz "... für begeisterungsfähige Menschen" an.

Doch sagt doch mal ehrlich: Welcher Mensch ist denn nicht begeisterungsfähig? Irgendetwas gibt es doch für jeden von uns, was wir gerne machen, worin wir gut sind, was uns "Feuer und Flamme" sein lässt, was uns glücklich macht und uns im Herzen wärmt.

Also findet heraus, was Euch begeistert ...
Zum Beispiel in meinem Online-Workshop "Lebens-Spuren - Entdecken Sie Geschichten Ihrer Einzigartigkeit"

Und lasst Euch von niemandem einreden, dass Ihr nicht begeisterungsfähig seid, nur weil ein anderer das gerade nicht sieht!


(18.11.2013) … und wenn wir wissen, dass jemand ankommt, dann warten wir.
Warten ist keine leichte Übung und damit uns das Warten nicht so schwer fällt,
da gibt es etwas Wunderbares, etwas Zauberhaftes und zugleich so Einfaches,
etwas das wir es fast vergessen haben. Unsere Großeltern haben es noch gekannt.
Sie haben sich zusammen gesetzt und gesagt: Kommt her, ich erzähle Euch eine Geschichte!


So ähnlich habe ich das vor kurzem in einer Hörprobe meines geschätzten Erzähler-Kollegen Folke Tegetthoff gehört. Und genau so habe ich es am letzten Wochenende auch getan … bei uns im Dorf … auf dem Treisberger Adventsmarkt, dem "kleinsten und ersten Adventsmarkt im Usinger Land mit den schönsten Geschenk-Ideen“  (Judith Back, Initiatorin des Marktes). Dazu wurde der ehemalige Klassenraum im Obergeschoss der „Alten Schule“ von mir mit Teppichen, Kissen, Kerzen und Dekoration in eine „Märchen-Stube“ verwandelt. Zusätzlich boten die beiden noch vorhandenen Schulbänke eine nostalgische Sitzgelegenheit.

Bereits lange vor dem angesetzten Beginn hatten sich viele Menschen versammelt. Schließlich gab es im Dorfgemeinschaftshaus vielerlei Bastel- und Handwerkskunst zu kaufen und in der unteren Etage der Schule, den Räumen der ehemaligen Lehrerwohnung, konnten sich die Gäste wie immer seit vielen Jahren vor Weihnachten und Ostern an Kartoffelsuppe und Glühwein wärmen und sich den selbstgebackenen Kuchen, Waffeln sowie Kaffee und Tee schmecken lassen.

Der Glühwein ging gut weg an diesem Tag, denn es war „Tüchtig neblig!“ (was auch zu einer ganz besonderen Erzählung von mir passte, zu der ich noch kommen werde). Doch wie gesagt: Der Nebel hatte die Leute nicht abgehalten. Und als ich dann sogar vorzeitig das obere Fenster öffnete, wie Frau Holle den Kopf hinaus streckte und rief: „Die Märchenstube ist geöffnet!“ … da hättet Ihr sehen sollen, wie sie die Treppe hinauf gerannt kamen, als erstes die Schulbänke stürmten (auf denen ich kleine Holztäfelchen mit Sinnsprüchen des Heimatvereins verteilt hatte) und dann die niedrigen mit Decken belegten Kisten und Kissen auf dem Boden …

Kinder aller Altersgruppen (das jüngste war 15 Monate alt), Eltern und Großeltern. Und alle lauschten 3 Stunden lang (mit kleinen Pausen) meinen Winter-, Weihnachts-, Weisheits- und anderen Märchen. In dieser Zeit kamen und gingen die Menschen und manchmal war der Raum so voll, dass keine Sitzplätze mehr frei waren.

Nicht nur Märchen habe ich erzählt, sondern auch Wahres … Geschichtliches zur „Alten Schule“, zum Dorf und dazu, wie man Geschichtenerzählerin wird … warum es Menschen gibt, die auch heute noch diesen traditionellen Beruf leben, mit ganzem Herzen und voller Begeisterung.

Der Eintritt war frei und ich habe am Ende der jeweiligen Geschichten nur um eine kleine Spende auf meinem Teller gebeten … auf einem Teller, den die Keramik von zwei kleinen zu einer Schale geformten Hände schmückt (ein Kunstwerk, das ich mir in diesem Jahr auf einem Mittelaltermarkt in „Sandys Steinreich“ ausgesucht hatte … sie fertigt Schönes aus Stein und Ton und Kinder können sich bei ihr „ihren eigenen Kopf machen“ ;-)

Doch es ist nicht das Geld, was mich dazu bringt, gerade bei dieser Veranstaltung dabei zu sein. Mancher Lohn ist sehr viel kostbarer, weil dahinter wieder eine Geschichte steckt, z. B. die von dem Glasperlenmacher aus Wehrheim, der bei den Ausstellern war und den ich schon letzte Woche auf dem Markt in Riedelbach getroffen hatte. Dort war er mit seiner Frau ein sehr ergriffener Zuhörer und als Dank für meine Geschichten durfte ich mir eine seiner Unikat-Perlen aussuchen. Ich wählte ein rotes Herz, dass ich nun als Solitär an einem Band trage. Und es war dann auch so ein "Lichtblick", als ein Junge sagte: "Ich weiß, wo Du die her hast ... von meinem Opa!" Und der Papa von dem Jungen hat mir auch noch mal beim Aufräumen gedankt, dass es so etwas Wundervolles gewesen sei.

Da war die ältere Dame, die während meiner Erzählung über die Schule und das Dorfleben immer wieder mit dem Kopf nickte und mich dann fragte, wo denn eigentlich die Dorf-Chronik vom früheren Bürgermeister Müller sei. Und dann zeigte ich ihr den Raum mit dem schon sauber geordneten Archiv und empfahl ihr, sich mit Wolfgang Ettig vom Heimatverein in Verbindung zu setzen. Und ihre Augen strahlten, als ich ihr erzählte, dass ich selbst einmal die Gelegenheit hatte, in dieser Chronik zu lesen und mich die Geschichten faszinieren, auch wenn ich nicht aus diesem Dorf komme.

Unvergessen wird mir auch das Bild der Gruppe sein, die meinen letzten Geschichten zuhörten.

Es waren überwiegend Kinder, auch die, von denen viele Erwachsene sagen würden, dass sie über das Märchenalter hinaus sind, die mich mit großen Augen ansahen und einige wenige Eltern, die dabei standen mit einem zauberhaften Glänzen und Strahlen im Gesicht, als ich von „Lüttenweihnachten“ erzählte … einem verbotenen Fest, dass in einer Erzählung von Hans Fallada die Kinder für die Tiere ausrichten. Und vor allem, als ich die Geschichte damit beendete, dass es dieses Fest auch auf dem Treisberg wirklich gibt … man braucht ja nur mal zu den Weihnachtsfeiertagen wieder her kommen und in den Wald am Pferdskopf gehen. Da kann man ihn sehen, den Weihnachtsbaum für die Hirsche, Hasen, Rehe, Wildschweine, Mäuse, Dachse, Vögel und was hier noch so kreucht und fleucht.

(Bild: Treisberger Waldweihnacht 2010)

Diese vielen kleinen Details sind es, die für mich den Wert dieser Veranstaltung ausmachen ... nicht das Geld … auch wenn manch einer diese kleinen Wunder nicht so sehen kann wie ich sie sehe … wenn es manche gibt, die glauben, es würde nur ein „kommerzielles privatunternehmerisches Interesse“ von mir dahinter stecken.

Deshalb habe ich beschlossen, in aller Deutlichkeit zu zeigen, dass es eben nicht so ist. Gestern Abend noch  habe ich die Einnahmen auf meinem „Lauschgebühr“-Teller (aufgerundet auf 45 Euro) als Spende auf das Konto des Heimatvereines überwiesen.

Verrückt oder?
Ich verzichte nicht nur auf eine Gage durch den Veranstalter, ich zahle ihm in diesem Fall sogar noch etwas dafür!

Und sollte mich jemand fragen, warum ich das getan habe, dann werde ich diese, meine ganz persönliche Weihnachtsgeschichte 2013 erzählen. ... davon, dass für mich Märchen und Geschichten Teil des Kulturgutes sind, das es zu erhalten gilt ... etwas, das ausstirbt, wenn es keiner mehr lebt. Mein Ziel ist es, dieses Kulturgut hier in meinem Heimatort Schmitten-Treisberg genau an den Ort, in den Garten zu pflanzen, wo es die besten Bedingungen hat und wo auch die "Gärtner" sein könnten, die es pflegen. 

Denn was soll man denn machen, wenn der Nebel manchmal so dick ist und die Welt so kalt und eng … und das Herz so weit und Weihnachten vor der Tür. Man kann über etwas erzählen … oder man kann hingehen und danach handeln.

Und gerade die Advents- Zeit verbinde ich mit Offenheit und Herzlichkeit ... damit, dass jeder willkommen ist ... weil wir ja darauf warten, dass jemand ankommt. 


(10.11.2013) Als Stallgeruch wird der typische Geruch in einem Stall bezeichnet, im übertragenen Sinne meinen wir damit jedoch auch die Sinnes-Wahrnehmungen, die wir im Umfeld eines Menschen bemerken,  also seine Herkunft oder langfristige Zugehörigkeit zu einer Gruppe, einem Unternehmen oder einer Familie. Als Menschen mit dem „richtigen Stallgeruch“ bezeichnet man solche, die durch ihr Auftreten, ihre Art zu reden, zu denken und sich zu verhalten, signalisieren, aus einer angesehenen oder beliebten Gesellschaftsschicht zu stammen, einer speziellen Gruppe (z.B. im Business) oder einer politischen Partei anzugehören. Sie machen gezielt deutlich, über gleiche Ausbildung und  Beziehungen zu verfügen und möchten somit als „einer der ihren“ wahrgenommen zu werden.

Als  typisches Merkmal des Stallgeruches wird häufig angesehen, wenn derjenige möglichst viele als besonders wertvoll angesehenen Angehörige der Gruppe mit Namen nennen kann. So erinnere ich mich, dass nach erfolgreichem Aufnahmegespräch an der Goldmund-Erzählakademie der dortige Leiter zu uns Auserwählten sagte: „Vor allem werden wir daran arbeiten, dass Ihr einen gewissen Stallgeruch bekommt, denn mir ist im Gespräch aufgefallen, dass nicht Eine oder Einer von Euch namhafte Erzählkünstler nennen konnte.“

Nicht Leistung, sondern Herkunft zählt – so denkt die Mehrheit. Aber fehlender Stallgeruch ist nicht unbedingt ein Makel. Wer nicht in den Denkmustern einer bestehenden Organisation verhaftet ist, kann frischen Wind oder eine neue außer-gewöhnliche Note verbreiten.

Schlimmer ist es, wenn jemand krampfhaft versucht, den Stallgeruch anzunehmen, den sie/er nicht hat und der auch nicht zu einem passt. Achtung: So etwas ist wie ein besonders aufdringliches und falsches Parfüm … ganz schwer wieder loszuwerden ;-)

Und auch im normalen Alltag begegnen mir immer wieder Menschen, die offensichtlich Wert auf solche „Duft-Akzente“ setzen. Da werden Namen genannt von Autoren oder  … von diesem Coach und diesem Trainer und diesem Heiler oder jenem Therapeuten oder diesem Lebenskünstler oder was auch sonst noch … und dass diese Bücher oder Seminare oder Workshops im Leben so entscheidend für den eigenen Lebensweg waren. Früher habe ich dann immer ein schlechtes Gewissen bekommen, weil ich diese Leute nicht einmal kannte.

Da werden bei Facebook oftmals die Beiträge von denselben Fan-Seiten geteilt … häufig schöne Bildchen mit tollen Sinnsprüchen ohne auch nur einen einzigen eigenen Gedanken dazu zu setzen. Als wenn man voller Ehrfurcht vor der Meinung dieser „großen Weisen“ erstarrt. Tja, sie ist offensichtlich weit verbreitet, die Angst, nicht den „richtigen Stallgeruch“ zu haben … und somit nicht der Mehrheit anzugehören. Leider verwechselt man so leicht Mehrheit mit der Wahrheit … denn Wahrheit können wir nur in uns selbst finden.

Wie anders ist es sonst zu erklären, dass es mir schon mehrmals so ging, dass ich am Ende einer Weiterbildung oder eines Sachbuches sagte: All das habe ich doch alles schon gewusst, erlebt und auch danach gehandelt. Ich wusste nur nicht, wie die Methoden heißen (denn meistens haben sie ja heute englische Bezeichnungen). Also ist mein wichtigster Impuls - egal durch wieviele Ställe ich schon gegangen bin - dass ich meinen eigenen Geruch nicht verlieren will ... andere Gerüche dürfen ihn nicht überdecken ... er ist einfach zu wertvoll und an diesem Geruch erkennen mich immer die Menschen, die mir wichtig sind. Und wenn es auch Menschen gibt, die mich nicht riechen können, dann ist das eben so!

Und, wenn Ihr später einmal an irgendetwas denkt, was ich Euch erzählt habt … dann bitte NICHT vordergründig an meinen Namen …  Erinnert Euch vor allem an die Geschichte: WAS hat sie Euch geschenkt und WIE hat es Euch genützt … gebt es weiter, damit es nicht verloren geht!


(06.11.2013) Der Soldat Martin hatte seinen Dienst in der römischen Armee aufgegeben und war Mönch geworden. Im Jahr 361 siedelte er sich an dem Ort Ligugé in Frankreich an. Sein Haus war offen für alle Menschen in Not. Er lebte auch hier bescheiden, fast ärmlich, immer im festen Glauben an Gott. Der Mönch Martin war wegen seiner frommen, gerechten und hilfsbereiten Art sehr beliebt bei den Bewohnern der Umgebung.

Daher wundert es nicht, dass sie ihn gerne zum Bischof haben wollten, nachdem der alte Bischof von Tours gestorben war. Doch Martin war darüber gar nicht froh. Im Gegenteil, er fühlte sich nicht würdig ein Bischof zu sein. Außerdem gefiel ihm der ganze Prunk rund um die Bischofswürde nicht. Er wollte in nicht einem Palast leben, edle Gewänder, Ringe und Ketten tragen. Das war nun nicht seine Welt.

Doch die Leute aus Tours ließen nicht locker. Sie strömten zu seinem Haus und wollten ihn, auch gegen seinen Willen, nach Tours bringen. Als Martin sie kommen sah, verließ er fluchtartig sein Heim. Die Flucht blieb jedoch nicht unentdeckt und alle rannten hinter dem armen Mönch her. Martin versteckte sich in einem Gänsestall und hoffte, dort bis zum Anbruch der Dunkelheit bleiben zu können. Wenn man ihn nicht fand, würde sich die Aufregung um seine Person vielleicht wieder legen und er könnte der bescheidene Mönch bleiben.

Was Martin nicht bedacht hatte war, das Gänse besser sind als mancher Wachhund. Und so schnatterte das Federvieh was die Schnäbel hergaben, um alle Welt vor dem Eindringling im Stall zu warnen. So wurde Martins Versteck entdeckt. Die Leute fanden den Mönch, brachten ihn nach Tours und machten ihn am Ende doch noch zum Bischof von Tours. Er zog allerdings nicht in den Bischofspalast, sondern blieb in seiner Einsiedelei wohnen.

Vier Jahre später wurde dort ein Kloster gegründet. Martin war fast 30 Jahre lang ein sehr guter Bischof, der von vielen Menschen sehr geschätzt und geachtet wurde. Es gibt viele Legenden über Wunder und Heilungen, die der Bischof von Tours vollbracht haben soll. Er starb am 8. November 397 im hohen Alter von 80 Jahren. Später wurde der Bischof Martin von Tours vom Papst heiliggesprochen und ist seit dem der Schutzpatron vieler Handwerksberufe, der Bettler, der Soldaten und der Haustiere.

Zu dieser Legende gibt es jetzt auch einen Kamishibai-Bildsatz aus dem Verlag Don Bosco ... Einfach wunderschön. Und, wenn mich jetzt ein Kind in einer meiner Erzählungen fragen sollte (wie mal passiert): "Was ist denn eigentlich ein Bischof?" ... dann werde ich nicht wieder grübeln müssen, wie ich das nun erkläre. Dann hole ich einfach diese Bildkarten heraus und sage: "Wollt Ihr mal die Geschichte hören, wie St. Martin genau das einem Stall voller Gänse erklärt hat?"


Nun gibt es allerdings einzelne Menschen und politische Gruppierungen, die das Fest des Heiligen Martin in Zukunft lieber anders gestalten wollen. Aus einer Partei werden Stimmen laut, die sagen,  die Kindergärten und Kindertagesstätten sollten darauf verzichten, die Figur des heiligen Martin in den Mittelpunkt zu stellen - aus Rücksicht auf viele muslimische Kinder. (Warum betont man eigentlich diese Religion immer so oft? Die Vielfalt der Glaubensgemeinschaften ist doch viel größer!)

Ich habe manchmal den Eindruck, dass unter dem Deckmantel angeblicher "political correctness" tradtionelle christliche Feste verdrängt werden sollen. So etwas hatten wir zu DDR-Zeiten schon einmal.

Hier bei uns im Kreis gibt es auch eine KITA, in der das Martins-Fest nun "Sonne-Mond-und-Sterne-Fest" genannt wird. Angeblich gibt es dafür keinen besonderen Grund außer dass es sich so eingebürgert hat, nachdem in einem Jahr eine Sternen-Suppe auf diesem Fest verteilt wurde, es soll einfach umgangssprachlich so sein ... ich weiß nicht, ob ich das glauben soll und denke mir auch, es muss ja dann zumindest teilweise auch von der KITA-Leitung so kommuniziert worden sein, damit sich so etwas verbreitet.

Für mich wird das Fest immer "Sankt Martin" heißen, ganz einfach, weil das Bild dahinter für mich in allen Details stimmig ist ... weil es eben auch traditionelle, ritterliche Tugenden darstellt: die Armen und Schwachen zu beschützen, sie zu wärmen und zu versorgen. Tugenden, die jedem Menschen gut stehen ... egal, welcher Religion sie angehören!!!

Ach übrigens ... ich werde die Legenden und Geschichten rund um St. Martin selbstverständlich auch in den kommenden Tagen auf meinen Veranstaltungen erzählen,
z. B. am 9./10.11.2013 auf dem Kunstmarkt in der Max-Ernst-Schule in Riedelbach und am 17.11.2013 auf dem Adventsmarkt in Schmitten-Treisberg ... und ich bin sicher, dass ALLE meine Zuhörer davon begeistert sein werden.


(01.11.2013)
"Wer als Meister ward geboren, der hat unter Meistern den schlimmsten Stand."

(Richard Wagner, Die Meistersinger von Nürnberg)

Ich habe das in meinem Leben schon oft erlebt. Mit einem angeborenen Talent zum Reden wirst Du von jedem professionell ausgebildeten Redner (neudeutsch heißen die ja "Speaker") viel genauer unter die Lupe genommen, jedes kleine "ähm" wird auf die Goldwaage gelegt. Oder: Als jahrelang praktizierende Ausbilderin/Ausbildungsleiterin mit einem "intuitiven Händchen" für auch kribbelige Konfliktbewältigungen kommt jeder gutgemeinte Impuls an andere Pädagogen (z. B. Berufsschullehrer) wie ein RatSCHLAG an, gegen den man sich zur Wehr setzen muss. Oder: Wem es nicht nur gegeben ist, gutes Deutsch zu sprechen und zu schreiben, wem das Ganze auch noch Freude macht, wer sozusagen aus der Seele "zaubern" kann, der wird von denjenigen, die sich diese Meisterschaft sehr schwer erarbeiten mussten (oder glauben, gerade darin nicht so perfekt zu sein), manchmal abfällig behandelt.

Doch ich sehe es so: Jeder von uns ist in irgendeiner Fähigkeit Meister. Und für jeden gibt es Dinge, die sie/er nicht so gut kann und auch nicht unbedingt gut können muss (denn niemand muss müssen). Die Kunst besteht darin, zu entscheiden: WAS WILL ICH selbst gut können? Wenn ich etwas nicht gut können will, dann MUSS ich auch NICHT ... warum soll ich mich quälen ... auch dann nicht, wenn es Menschen gibt, die es viel besser können? Dafür kann ich vielleicht etwas, was sie nicht können. Also konzentriere ich mich doch sehr gerne auf das, WAS ICH wirklich gut KANN!

Es gibt KEINE Meister, die alles gut können! Und wer sich dessen bewusst ist, der wird auf der einen Seite keine Angst mehr haben, sich unter anderen Meistern zu bewegen und sich selbst wie ein Meister dabei zu fühlen. Und auf der anderen Seite wird derjenige keine Angst davor haben, andere Meister neben sich zu "dulden".

Das ist wahre Meisterschaft!!!


(25.10.2013) Angefangen hat alles schon vor einigen Monaten. Ich fand eine Erzählung, die mich sofort in den Bann zog. Und ich hatte auch im gleichen Moment den tiefen Wunsch, diese mit eigenen emotionalen Momenten und persönlichen Erlebnissen für das freie Erzählen zu bearbeiten ... sie sozusagen zu MEINER Geschichte zu machen ... ganz so wie meine Erzählung "Stechlinsee", mit der ich 2008 meinen Abschluss-Auftritt an der Goldmund-Erzählakademie hatte.

Das Grundgerüst war schnell fertig und ich spürte: Es ist eine gute, eine starke, eine kraftvolle Geschichte. Doch wie sagte unser Erzähl-Meister immer zu uns: "Es nützt nichts, eine gute Geschichte zu haben. Ihr müsst sie auch auf die Bühne bringen!" - Und da hatte ich dann wieder viele Gespräche mit meinem "Herrn Zweifel" ... darüber, ob ich auch wirklich so viel Persönliches von mir in die Öffentlichkeit entlassen kann (Es den besten Erzähler-Freundinnen zu präsentieren ist ja nun keine große Hürde, vor allem, wenn es in schriftlicher Form passiert) ... darüber, ob ich es schaffen werde, einerseits die Zuschauer mit all den Gefühlen in ihren Herzen zu berühren, die ich selbst mit dieser Geschichte verbinde und trotzdem nicht in Gefahr zu geraten, von den eigenen Emotionen überrannt zu werden.

Und doch habe ich gerade wegen dieser Geschichte das Thema des Erzählabends im Wohlfühlhaus im November gewählt: "Ein Mensch fehlt und die ganze Welt ist leer"   ...
ohne sicher zu sein, ob ich sie dann auch erzählen werde. (Nebenbei glaube ich, dass ich bis zum Beginn der Veranstaltung nicht wissen werde, WELCHE Geschichten ich dort auf die Bühne bringe, es muss gerade bei diesem Thema einfach zu dem Augenblick, zu dem Publikum und zu mir passen.)

Und dann geschah in der letzten Woche etwas ...
Zunächst machte ich mir Gedanken um das Wörtchen "vielleicht" ... diese Gedanken schlichen sich einfach ganz plötzlich ein und ich schrieb sie spontan im Netzwerk XING in meine Neuigkeiten-Meldung:

"Ich denke gerade über das Wörtchen "vielleicht" nach und glaube, dass es in unserem Sprachschatz zu Unrecht ein Schatten-Dasein führt. Es bedeutet "unter Umständen, möglicherweise, eventuell, könnte sein". Ursprünglich wurde es sogar in get...rennten Silben geschrieben. vil līhte = sehr leicht ... und da liegt meiner Meinung seine Kraft.

Wie leicht wäre unser Leben, wenn wir nicht immer nur eine einzige "Wahrheit" sehen würden, sondern auch andere Umstände, Möglichkeiten und Eventualitäten zulassen würden?"



Auf diesen Beitrag erhielt ich viele interessante Kommentare. Jemand brachte es in Zusammenhang mit Träumen und erklärte, dass wir irgendwann erkennen, dass es im Leben nicht um diesen oder jenen Traum geht, sondern darum, überhaupt zu träumen. Eine andere Schreiberin erklärte, dass es mancher Traum in die Realität schafft, mancher aber im Herzen gehegt wird und man sich daran erfreuen kann wie an einem kostbaren Diamanten. Und dann kam für mich eine Art Initialzündung, als ich las: „...und manchen Traum muß man mit einem >>Vielleicht<< betiteln ....und vielleicht wird er irgendwann viel leicht."

Damit hatte ich nicht nur den Titel für meine Geschichte gefunden (mit dem auch dieser Beitrag hier überschrieben ist) ... sondern mir diese besondere Geschichte auch "viel leicht" gemacht. So leicht, dass ich sie nun am 27.11.2013 zu meinem Erzählabend wirklich erstmalig auf die Bühne bringen werde.

Eingewebt habe ich übrigens auch den "Geist" dieses Songs "Der Himmel soll warten!"


(22.10.2013)
Wer im festen Vertrauen auf seine Kraft und doch immer freundlich, offen und in seinen eigenen Prinzipien verhaftet ist, der kann durchaus einmal zu einer "Bedrohung für ein Imperium" werden. Aber das muss nicht erschreckend sein. Das Schlimmste was passieren kann ist, dass das Imperium zerfällt und viele kleine leuchtende Sterne daraus herabfallen.

(© Walburga Kliem, Oktober 2013)


Dies ist mein persönliches Fazit aus einem "Brief-Wechsel" (heute geschieht das auf elektronischem Weg als PN oder Mail) mit einer Erzähler-Kollegin. Eigentlich brauchte sie einen Coach (jedenfalls hat sie mich hinterher als solchen bezeichnet, obwohl dies nicht mein Anliegen war, sondern einfach liebevolle Begleitung in einer schwierigen Situation). Doch am Ende habe ich gemerkt, dass ich selbst einige ganz wichtige Erkenntnisse für mich mitgenommen habe.

Und deshalb kann ich nun auch mit einigen Absagen, die ich heute erhielt, auch so umgehen, dass ich sage: Alles hat seinen Sinn, es sollte nicht so sein. Und ich kann aufbrechen zu neuen Herausforderungen: Der Ausweitung meiner Live-Workshops ... Kurse, die nicht auf  vorgegebenen theoretischen Richtlinien beruhen, sondern auf meinen praktischen Erfahrungen ... mit zündenden Impulsen für die Leuchtkraft der o. g. Sterne.


(11.10.2013) Schon die ganze Woche tat mein Sohn geheimnisvoll in Bezug auf das, was er in Deutsch in den letzten Tagen gemacht hatte. Nun liegt hier auf meinem Schreibtisch ein Hefter mit einem Anschreiben:

"Liebe Frau Kliem, wir bedanken uns noch einmal für den tollen Vortrag der Sagen aus dem Taunus. Ihre R6B und Frau Schlosser"

Ich war in der vorigen Woche Gasterzählerin im Deutsch-Unterricht zum Thema "Sagen" und die Klasse hatte ganz aufmerksam mehreren frei erzählten Geschichten gelauscht. Auf dem Deckblatt des Hefters steht nun:

Die Mauloff Sage - erzählt und illustriert von der Klasse R6B

In Kleingruppen von 3 Schülern haben sie in dieser Woche eine der von mir erzählten Geschichten (welche durften sie auswählen) frei schriftlich nacherzählt und dann dazu einfache Bilder gemalt. Alle Arbeiten wurden für mich kopiert und nun habe ich eine ganze Sammlung von Variationen. Es ist einfach herrlich, wie vielfältig sie diese Geschichte mit eigenen Ideen interpretiert haben. Einmal bekommt der Bürgermeister den Namen Fritz. Gelacht habe ich, als in einer Geschichte ein Mann den Bürgermeister auf das Fehlen des Namens aufmerksam machen will und zwei Wochen für einen Termin braucht (erinnert irgendwie an die heutige Zeit ;-) ... Auch hinter den Bildern stecken so viele zusätzliche Gedanken (Wie stellt man sich einen Bürgermeister vor? Wenn er, wie in der Geschichte, so schnell wütend schreit, was könnte er noch gelegentlich brüllen?)

Und dies ist eine der Versionen (ich habe sie wegen der Erwähnung des Brunnens ausgewählt ... so passt sie zu dem Original-Foto von Mauloff)

An einer Poststelle mit einer Straße entwickelte sich ein kleines Dorf mit Kirche, einem Brunnen, einem Friedhof und Häusern. Auf der Straße waren immer viele Pferde unterwegs. An der Poststelle wurden immer die Pferde gewechselt. Es gab auch einen Bürgermeister.

Eines Tages dachte ein Mann am Brunnen: "Warum hat dieses Dorf eigentlich keinen Namen, es ist doch so schön. Die Treisberger nennen uns immer >die da unne<., die Finsterntaler >die da obbe<, warum haben wir keinen Namen?"

Das berichtete er gleich dem Bürgermeister, der sagte: "Oh, dankeschön, das werde ich gleich berichten." 
Er ging direkt zu dem Rathaus und ließ eine Konferenz einberufen. Der ganze Rat beriet sich, aber sie fanden keinen Namen. Auf einmal rief die Bürgermeisterin aus der Küche: "Herr Bürgermeister, Essen ist fertig" Daraufhin sagte er: "Das nächste Wort, das gesagt wird, nehmen wir!"  

Auf einmal war es mucksmäuchenstill nach 2 min schrie er: "Jetzt macht doch mal das Maul off!" und seit diesem Tag heißt das Dorf Mauloff.

(Dazu gibt es zwei Bilder. Eines von der einzelnen kleinen Poststation und eines, welches dann das spätere Dorf mit Kirche, Häusern, Rathaus, Bäumen usw. zeigt)


(26.09.2013)  ... WAS man tut?" - So der verzweifelte Aufschrei einer Erzähl-Kollegin gestern in einem Austauschforum. Ihr war gerade in mehreren Fällen wieder einmal das passiert, was auch ich zur Genüge kenne ... wo ich auch gerne "in die Tischkante beißen würde" und sich alle meine "Fußnägel aufrollen". Da stand in einer Ankündigung "Märchen LESEN mit der Märchenerzählerin XY" (Wird da nicht schon allein der Widerspruch deutlich?) oder "Bei Kerzenschein und heißem Glühpunsch werden lustige und spannende Geschichten über Tod und Teufel ... VORGELESEN." (Zusätzlich entdecke ich hier an ganz dickes "Fettnäpfchen": Wenn nicht näher erklärt wird, was sich hinter "lustige Geschichten über den Tod" verbirgt, kann das eher eine Anti-Werbung sein.)

Nun ... "Wie willst Du jemandem erzählen, der von all dem, was Dich ausmacht, keine Ahnung hat?" (Zitat aus Rafik Schami "Erzähler der Nacht") Solange sich Presse-Redakteure nicht die Zeit nehmen, zuzuhören und zu verstehen, werden sie solche Ankündigungen fabrizieren.

Dass es auch anders sein kann, seht Ihr heute in der Taunuszeitung. Die Autorin (Frau Lohrmann) hat sich an dem Nachmittag die Zeit genommen, selbst eine Geschichte von mir zu hören und meinte hinterher: "Eigentlich hetze ich immer von Termin zu Termin. Und nun war ich bei ihnen und sie haben mir eine Geschichte angeboten. Ich hab mich darauf eingelassen..." (vielleicht weil ich ihr auch leid tat, dass keine Zuhörer da waren) "... aber hinterher habe ich mir gedacht, es war doch sehr schön. Und ich habe dadurch ja auch nichts anderes Wichtiges verpasst. Es war sehr entspannend."

Am nächsten Tag rief sie mich noch mal an und wollte eben wissen, wie es weiter gelaufen ist. Sie hat sich die Zeit genommen, wirklich meinen Schilderungen zu lauschen und nicht nur einfach Fakten zu notieren. Und dann ist ein wunderschöner Artikel draus geworden, der genau das spiegelt, was ich ihr erzählt habe: "Dornröschen passt gut zu Schloss Neuweilnau"


(22.09.2013) Mein Höhepunkt des heutigen Tages ist eigentlich ein kleines und doch kostbares Erlebnis: "Geschichten nach Eurer Wahl" im Erzählgarten Schloss Neuweilnau ... vielfältig in verschiedenen Zeitungen, auf Facebook, XING und auch hier angekündigt, aber offensichtlich haben die Menschen alles was mit "Wahl" zusammenhängt zuviel serviert bekommen. Meine extra mitgebrachten Bänke (gemütlich mit Decken ausgestattet) blieben ...so gut wie leer. Den beiden Damen von der Presse sah man die Enttäuschung weit mehr an als ich sie zeigte ...

Doch, warum sollte ich auch enttäuscht sein?
Ich genoss einen herrlichen Ausblick in märchenhafter Umgebung ... und erzählte den beiden Damen ein Märchen von einer künftigen Königin, der ihre Liebe zu Lügengeschichten keinen Abbruch beim Volke tat ... sie wurde trotzdem von allen geliebt, geehrt und geachtet

Dann erzählte ich dem herrlichen Quittenbaum, so wie die Heldin einer anderen Geschichte, die nicht nur Menschen, sondern auch Bäume, Tiere, Wolken sowie sich selbst verzaubern konnte.

Und dann kamen doch noch eine Handvoll Kinder ... nicht geschickt von den Eltern ... einfach aus Neugier ... von dem Wunsch beseelt, zu wissen, wie die vielen Schlüssel in den Quittenbaum kommen und warum einige Flügel haben ("wie bei Harry Potter"). Von mir konnten sie es erfahren, wie dieser Garten entstanden ist ... und wünschten sich dann noch ein Märchen ... ein ganz bekanntes, das sie aber sicherlich noch nie so gehört haben, denn sie saßen ganz gebannt und interessiert ... und wollten danach noch mehr über die Frau wissen, die ihnen dieses Märchen erzählt hat ... ob sie wirklich Walburga heißt zum Beispiel. Und dann kam diese zauberhafte Frage:

"Haben Sie das Erzählen STUDIERT!!!"

Was für eine Wertschätzung! Wenn ich solche Kinder als Zuhörer habe, dann sind das Momente, in denen mir um die Zukunft nicht bange ist.


(03.09.2013) Am vergangenen Wochenende war ich auf dem 1. Mittelaltermarkt in Baisieux (Nordfrankreich). In dieser Gegend sind solche Veranstaltungen noch recht unbekannt und so war es ein kleines Lager auf dem Gelände des örtlichen Reitvereins. Auch wenn wir nicht gerade von Besuchern überfallen wurden, so konnten wir doch schon am Sonntag morgen in der Presse ein Loblied vernehmen (ganz stolz übersetzte und der Gastgeber den französischen Text).

Gestern nun las ich auf Facebook die Danksagung der Gastgeber und darin enthalten war der Satz, dass es ihnen unendlich leid tut, dass meine "Mission nicht von Erfolg gekrönt" gewesen sei. Darauf habe ich diese Gedanken als Antwort fließen lassen:

Nun, dazu ist es mir ein Bedürfnis etwas zu sagen. Ich kann ja nur für mich sprechen und nicht für Connie, aber meine Mission war erfolgreich. Das Wort kommt von "entsenden, mit einem Auftrag schicken". Wer hat mich entsendet und was war mein Auftrag? Nun, ich wusste ja von Anfang an um die Bedingungen ... mir war klar, dass ich in meiner Muttersprache (und mit Englisch) nur auf wenige Geschichtenliebhaber treffen kann. So habe ich einfach das umgesetzt, was mir ein wichtiger Wert ist: zu meinem Wort zu stehen, dass ich komme
... und sei es auch nur ein Zelt mehr aufzustellen in dem "medieval camp worldwide" ... Präsenz zu zeigen ... mitzuklatschen, mitzutanzen, mitzulachen, mitzujubeln, mitzufeiern.


Nicht unter dem geschäftlichen Aspekt bin ich zu Euch gekommen, ich habe es als Urlaub bezeichnet ... doch heute sage ich mir, dass es mehr als das war. Es war ... mmmh, es war Lernen in der Beobachtung, ich habe kulturelle Erfahrungen gesammelt (keine großartigen Sehenswürdigkeiten, sondern die kleinen Dinge des Lebens) und es war eine Demutsübung :-)

Das Foto mag dies bestätigen ... meine Freundin Connie Albers, die mich begleitete, hat es gemacht, als ich ganz spontan zur Musik des "Tourdion" solo ein Tänzchen rund um den Spielmann gewagt habe.










(02.09.2013) Geschichtenerzähler haben seit tausenden von Jahren eine ganz wichtige Aufgabe: die Erfahrungen älterer Generationen den Jüngeren ins Gedächtnis zu rufen. Ihre Erzählungen enthalten Gleichnisse... und Bilder, die Menschen verschiedenen Alters und Standes bei Problemen und Entscheidungen behilflich sind … egal, ob es nun darum geht, den richtigen Mann oder die richtige Frau zu finden, als Herrscher Urteile zu fällen oder darum, Diplomatie oder Kriegsführung zu lenken.

Ein guter Geschichtenerzähler oder eine gute Geschichtenerzählerin verpackt die Lösung des Problems so, dass die Zuhörer selbst entscheiden können, was sie davon nutzen. Wenn sie am Ende sagen: „Das ist gut, diese Idee könnte mir ganz von allein gekommen sein!“ … ja, dann gibt es mir persönlich ein wundervolles Gefühl.

Um genau dieser Aufgabe gerecht zu werden, gibt es für mich noch einen ganz wichtigen Grundsatz: Wahre Hilfe, Unterstützung, Heilung, Anregung und wirkliche Unterhaltung kann nur derjenige erlangen, der von sich aus bereit ist, dies selbst zu suchen und auch anzunehmen. Meine Geschichten dürfen deshalb nicht mit Pauken und Fanfaren sozusagen Einzug halten.

Ich komme nicht wie ein Marktweib daher und rufe meine Angebote aus. Ich bin keine Gauklerin oder Possenreißerin (obwohl ich durchaus auch ab und zu auf den Mittelalter-Märkten improvisierte kleine Anekdoten zum Besten gebe, aber dann muss es gerade in diesem Moment stimmig sein).

Es käme doch allzu belehrend, schulmeisterlich, dozierend daher, in einer normalen Unterhaltung zu sagen: „Nun hört alle mal her! Ich habe Euch eine Geschichte zu erzählen!“ Geschichten brauchen - genau wie Träume - Zeit, Raum und einen vorbereiteten Boden, auf den sie fallen DÜRFEN.

Und genau dann, wenn der Ruf kommt: „Ach bitte, erzähle uns doch eine Geschichte …“ oder „Du weißt doch bestimmt eine Erzählung, die gerade hier passt, erzähl uns doch mal von …“ oder „Ich liebe dieses Märchen, erzähle es doch noch mal …“, dann können meine Geschichten auch den richtigen Nährboden finden.

Deshalb MACHE ICH MICH SICHTBAR und bin einfach da und JEDER, der mag, DARF MICH um meine Geschichten BITTEN.


(26.08.2013)

Im Januar 2013 gründete Frau Prof. Dipl.-Ing. Kerstin Schultz die Landesinitiative für den Einklang von Energie, Landschaft und Umwelt.

Hessenweit haben sich seitdem über 60  Bürgerinitiativen dieser Landesinitiative angeschlossen. Auch unsere Bürgerinitiative. Am 23.08.2013 übergab Frau K. Schultz die von fast 15.000 Unterzeichnern unterstützte Petition dieser Bürgerinitiativen Herrn Minister Florian Rentsch vor dem Hessischen Landtag. Frau K. Schultz eröffnete im Landtag die anschließende, fast 3-stündige Diskussionsveranstaltung. Ihre Rede wurde heute durch die "Bürgerinitiative Treisberg" per Mail verteilt. Ich habe mich entschlossen, diese Rede hier auf meiner Seite zu veröffentlichen, denn sie hat mich genauso bewegt, als wäre sie eine Geschichte von mir:

Rede Petitionsübergabe


(18.08.2013)  Meine "Lichtblicke per Mail" sind das, was andere als Newsletter bezeichnen. Ich versende sie in unregelmäßigen Abständen, aber nie öfter als einmal im Monat und gestalte sie mit sehr persönlichen Gedanken, Geschichten, Tipps und Empfehlungen, die ich auch wirklich guten Gewissens weiter geben kann. Ich lehne es ab, bezahlte Werbung zu machen!

Dieser Brief war eine Antwort auf die Ausgabe August 2013 :-)

"Liebe Burga,

als sehr interessierter Leser Deiner Lichtblicke*) möchte ich mich wieder einmal zu Wort melden. Als ich diese Lichtblicke gelesen habe, habe ich lange darüber nachgedacht und in Erinnerungen gewühlt, wie es damals bei mir/uns war. Und ich habe eine ganze Menge an Erinnerungen wachrufen können. Am heutigen Abend haben meine Frau und ich versucht so manches nachzuvollziehen was damals war und es wurde ein richtig netter und sehr interessanter Abend in dem wir in angenehmen Erinnerungen schwelgten.

Das Thema berührt ungemein und ist lohnenswert betrachtet zu werden. Wir sind sogar am heutigen Abend zu einer Erkenntnis gekommen - früher war einiges besser als heute, wobei wir das Heute keinesfalls missen möchten. Allein der Umstand des miteinander umgehens bedarf heutzutage einer Prüfung. Unserer Ansicht nach geht es viel zu viel um materielle Erfüllung und dabei spielt das Geld eine viel zu große Rolle. Das ideelle, menschliche und zueinandergehörige ist uns zu sehr in den Hintergrund gerückt. In Notsituationen jedoch (siehe Flutkatastrophe hier bei uns) tritt dieser Idealismus des "Füreinanderdaseins" wieder voll zutage. Und das ist gut so, weil man daran spürt das uns althergebrachte bewährte Werte nicht verloren gegangen sind. Die Natur des Menschen tritt eben immer wieder hervor, egal welche Vorzeichen es zu verarbeiten gibt.

Mit Deinen Lichtblicken berührst Du genau diese Seite in uns und ich wünsche mir, das Du genau dies auch weiterhin so toll machst.

Danke für Deine Lichtblicke und danke für diesen so tollen Abend mit meiner Frau.

Weiter so Burga - ich wünsche Dir jedenfalls alle Kraft dieser Welt dafür!

Liebe Grüße aus Naumburg vom Ralf"


(12.08.2013)
Ein früherer Kollege hat einmal gesagt: "Eine schöne Frau erkennst Du, wenn sie morgens aus dem Zelt kommt - ungeschminkt."

Nun hat mich jemand in dieser Situation auf der Oberurseler Feyerey erwischt ...

Foto: Bernd Peppler

Ich habe das Foto von Bernd auf "facebook" geteilt und dazu aufgerufen, eine Geschichte zu dem Foto zu erzählen. Connie Albers hat sich nicht lange bitten lassen:

"Woher hast du diesen wunderbaren frischen Teint am frühen Morgen, liebste Walburga?"
"Ei, schau hier, dieser Trank, jeden Abend vorm Schlafengehen zu mir genommen, verschafft mir einen unbeschwerten Schlummer und macht, dass ich morgens so ausgeruht und frisch erscheine!" Sichtlich interessiert las die Dame das Etikett, erschrak ein wenig ob des Namens und nahm sich vor, sich sofort auch ein paar Flaschen dieses edlen Gebräus liefern zu lassen. Der Hund im Hintergrund fand, dies sei gesund!"  ...


Die ganze Geschichte inkl. Fortsetzungen findet Ihr hier "Meine Lichtblicke auf facebook" - ich freue mich auf weitere Fans! :-)


(01.08.2013) Wovon träumen Autoren?
Müssten es nicht ähnliche Träume sein wie die von Erzählern? - Die Antwort darauf könnte mir vielleicht das Buch "Autorenträume" geben, dachte ich mir ... und so freute ich mich über das Geschenk der "Füxin", Monika Fuchs - Herausgeberin dieser Anthologie.

Seit ich das Erzählen zu meinem Beruf gemacht habe, komme ich nicht mehr dazu, lange Romane zu lesen. Kurze Geschichten müssen es sein und möglichst Taschenbücher für Unterwegs. Beides wird mit diesem "Lesebuch" (wie es im Untertitel heißt) geboten. Und, ein Taschenbuch muss nicht zwingend Abstriche an der Papierqualität machen! Mehrmals hatte ich das Gefühl, dass ich eine Seite überblättert hätte, weil sich diese so dick anfassten. So hat das Buch auch Besuche im Strandbad und Wanderungen während meines Urlaubs fast unbeschadet überstanden :-)

Auch die inhaltliche Gestaltung der Anthologie ist liebevoll umgesetzt und wirklich gelungen. Jeder Beitrag wird mit einem "Vorgucker" auf einer Extra-Seite eingeleitet und mit Informationen über den Autor abgeschlossen.

Träume brauchen Zeit und Raum. Und deshalb empfehle ich Euch: Nehmt Euch unbedingt die Zeit, die über 50 Träume in diesem Buch zu genießen. Vielleicht dürfen es jeden Tag nur zwei oder drei Träume sein ... gönnt Euch diesen "Luxus"! Lasst beim Lesen den jeweiligen Traum wirklich vor Euren Augen vorbeiziehen. Wie würde der Traum aussehen, wenn es nicht der Traum des Autors, sondern EUER Traum wäre? Wäre es trauhaft oder ein Alptraum? In welche der Träume würden Sie sich gerne verlieren? Wo werden Erinnerungen geweckt an eigene Erlebnisse?

Bei mir war es z. B. in der Geschichte "Zahlen bitte" so, in der zwei Welten aufeinander treffen: Zahlen und Buchstaben. Und in meinem Traum erschien mein strenger Mathelehrer wieder ... so wie er damals vor der Abschlussprüfung vor mir stand und Beweise wollte, die ich ihm nur mit großer Mühe erbringen konnte. Und mir brandete wieder der Applaus meiner begeisterten Mitschüler entgegen, wenn ich den "Zauberlehrling", "John Maynard", "Kinderschuhe aus Lublin"  oder ähnlich lange Balladen mühelos und ausdrucksstark rezitieren konnte. Wenn ich ihnen dann auch noch sagte, dass ich so gut wie gar nicht gelernt hatte, dann wollten sie mir das gar nicht glauben.

Die "Kinderschuhe aus Lublin" hatte ich übrigens spontan für das Thema meiner schriftlichen Deutsch-Abschlussprüfung ausgewählt. Ich weiß nicht mehr genau, was die Aufgabenstellung war, aber ich konnte die entsprechenden Textstellen 2 Jahre, nachdem es Gegenstand des Literatur-Unterrichts war, immer noch zitieren. Als wäre es gestern, erinnerte ich mich daran, dass wir Schüler unsere Lehrer bedrängten, Ergebnisse der Prüfung vor dem offiziellen Bekanntgabe-Termin zu verraten. Unsere Geschichteslehrerin wurde gefragt: "Haben sie auch Arbeiten gelesen?" Sie antworte: "Nur eine ... " und war sichtlich bewegt. Und dann sah sie mich an.

Aber zurück zu den "Autorenträumen" ... sie unterscheiden sich also gar nicht viel von denen anderer Künstler ... ja nicht einmal von denen ganz "normaler" Menschen. Wer hat denn nicht schon mal daran gedacht:

* jemanden zu haben, der alles für einen regelt und das Beste dabei herausholt,
* die zündende Idee zu bekommen,
* erfolgreich zu sein,
* anerkannt zu werden,
* gute Freunde und Fans zu Hauf zu haben (nicht nur bei Facebook)
* einen Preis abzuräumen,

... oder zu wissen, wie es ist, wenn der Tod plötzlich kommt ... als Beifahrer im Auto sitzt, wie in meiner absoluten Lieblingsgeschichte "Max. 190". Diese inspirierte mich sogar dazu, meine ähnliches eigenes Erlebnis künftig zu erzählen

Also, meine Empfehlung: Gebt Euren eigenen Träumen Raum ... und holt Euch in diesem Buch die Anregungen dazu! :-)


Ja, das Wort "Penner" wird von vielen abwertend verwendet.
Doch zeigt nicht gerade der Zusammenhang zwischen der provozierenden Überschrift und dem Inhalt dieses Blog-Beitrages, wie oft wir (Vor-)Urteile nach Äußerlichkeiten fällen?

Was wir von einem Penner lernen können ...

Foto: Connie Albers
(Das Schild hat sie für mich auf meinen Wunsch angefertigt)


(27.07.2013) Ein Freund erzählte mir die folgende Geschichte:

Vor kurzem war ich bei einem Stress-Management-Seminar. Die Dozentin, eine anerkannte Psychologin, schritt durch den Zuschauerraum und hielt ein Glas in die Höhe … ein ganz normales Wasserglas … zur Hälfte mit ganz normalen Wasser gefüllt.

Die Zuhörer … ja, auch ich, erwarteten eine typische Frage wie etwa: „Ist dieses Glas halb leer oder halb voll?“ Die Psychologin schien das zu ahnen und lächelte: „Wie schwer ist dieses Glas?“

Die Antworten des Publikums pendelten sich zwischen 200g bis 500g ein.

Die Psychologin ging weiter langsam durch den Raum und antwortete: „Das absolute Gewicht spielt keine Rolle. Es hängt davon ab, wie lange ich es halten muss. Halte ich es für eine Minute, ist es kein Problem. Wenn ich es für eine Stunde in dieser Position halten muss, werde ich einen leichten Schmerz im Arm verspüren. Muss ich es für einen ganzen Tag halten, wäre mein Arm taub und paralysiert.

Das Gewicht des Glases ändert sich nicht, aber umso länger ich es halte, desto schwerer wird es.“

Und nach einer Pause, in der sie uns alle aufmerksam beobachtete, fuhr sie fort:

„Stress und Sorgen im Leben sind wie dieses Glas mit Wasser.
Denke über sie eine kurze Zeit nach und sie hinterlassen keine Spuren in Dir.
Denke über sie etwas länger nach und sie werden anfangen dich zu verletzen.
Wenn du über deine Sorgen den ganzen Tag nachdenkst,
wirst du dich irgendwann wie paralysiert fühlen
und nicht mehr in der Lage sein, irgendetwas zu tun.“


Es ist wirklich wichtig, den Stress und die Sorgen auch mal beiseite zu schieben.
Tragt sie nicht in den Abend und in die Nacht hinein.
Denkt daran, dass Glas einfach mal abzusetzen!


(03.07.2013) Richtigstellung zum Presseartikel im "Wiesbadener Kurier" über meine Beteiligung an der Erzählnacht in den Weilbacher Kiesgruben:

In diesem Artikel ist fälschlicherweise davon die Rede, dass ich auf der Märchennacht auch über das Räuchern informiert und dies auch praktisch vorgeführt hätte. Dies ist NICHT korrekt! Es wurde von einer anderen Beteiligten ausgeführt. Ich bin KEINE Schamanin und ausschließlich als Erzählkünstlerin tätig und habe auch nur dies auf der Veranstaltung präsentiert.

Wenn ein Redakteur es schon nicht schafft, sich mit den Beteiligten persönlich zu unterhalten (so etwas geht auch nach einer Veranstaltung, man darf mich gerne um meine Visitenkarte bitten!), dann ist es hilfreich, zumindest genau zu hören und zu schauen. Solch eine Berichterstattung stellt mich in ein falsches Licht (schreibt mir Fähigkeiten zu, die ich mir nicht "anmaßen" würde und weckt falsche Erwartungen meines zukünftigen Publikums) und ist auch unfair gegenüber der Räucher-Expertin.


(23.06.2013) "Dunkelbunt bedeutet: in reinen starken tiefen Farben, etwas traurig, wie an einem Regentag." Diese Beschreibung stammt von einem bedeutenden Menschen, der damit gar keine negativen Emotionen verband ... denn er mochte Regentage ... an diesen arbeitete er besonders gerne. Und die Worte "Dunkelbunt" und "Regentag" waren ihm so wichtig, kamen so sehr aus seinem Innern, dass er sie seinem Künstlernamen hinzufügte: Friedensreich Dunkelbunt Regentag Hundertwasser.

An diesem Wochenende ist mir dieser Künstler gleich zweimal begegnet. Am Samstag unternahmen wir mit dem Heimatverein Treisberg einen Busausflug nach Darmstadt und besichtigten dabei u. a. die "Waldspirale" von F. Hundertwasser. Besonders beeindruckt haben michd er kleine verträumte Platz an einem Wasserlauf im Innenhof und die (nach Aussage der Stadtführerin) von den ausführenden Handwerkern nach eigenen kreativen Ideen gestaltete Mosaikpflasterung auf den Wegen ... mit ganz individuell gestalteten Bildern.

Über 1000 Fenster, keines gleich dem anderen, gibt es an diesem Gebäude und in diesem Zusammenhang erinnere ich mich an die beiden Begriffe, die Hundertwasser ebenfalls geprägt hat: Fensterrecht und Baumpflicht.

"Ein Bewohner muss das Recht haben, sich aus seinem Fenster zu lehnen und außen an der Außenwand alles umzugestalten, wie es ihm entspricht so weit sein Arm reicht damit man von weitem, von der Straße sehen kann: dort wohnt ein Mensch ... Freie Natur muss überall dort wachsen, wo Schnee und Regen hinfallen; wo im Winter alles weiß ist, muss im Sommer alles grün sein. Was waagerecht unter freiem Himmel ist, gehört der Natur. Straßen und Dächer sollen bewaldet werden. In der Stadt muss man wieder Waldluft atmen können. Das Verhältnis Mensch-Baum muss religiöse Ausmaße annehmen“, heißt es in seinem im Jahr 1972 veröffentlichten Manifest.

Friedensreich Hundertwasser war der Meinung, dass jeder Einzelne handeln muss, wenn wir nicht in den Städten ersticken und menschenunwürdig leben wollen. Jeder soll seine Umwelt selbst gestalten: Kleidung, Innenraum und Außenmauer (auch von Mietshäusern) Auch ist es die Pflicht eines Jeden, der Vegetation mit allen Mitteln zu ihrem Recht zu verhelfen. Dort wo der Erde Platz genommen wird, um Häuser zu errichten, sollen auf ihnen neue gepflanzt werden. Sogenannte "Baummieter" ragen deshalb aus den Fenstern mancher seiner Häuser heraus.

Und dann entdeckte ich bei den "Offenen Höfen" in Wallau heute diesen Stand der Klasse 3b einer Grundschule. Präsentiert wurde ein Schulprojekt unter dem Titel "Hundertwasser für Hochwasser".

Begeistert erzählten mir die Kinder von ihrer Arbeit und auch Wissenswertes zu Hundertwasser selbst. Von mir bekamen sie die Geschichte von dem Wort "Dunkelbunt" erzählt und natürlich auch eine Hochwasser-Spende, denn eines der Häuser war zur Spendenbox umfunktioniert.

Mein  Erzählangebot für Hochwasser-Betroffene findet Ihr auf der Startseite meiner Homepage.


(13.06.2013) Gestern verschickte ich wieder meine "Lichtblicke per Mail". Und ich freue mich immer darüber, wenn meine Leser/innen mir ihre Gedanken dazu schenken. Eine, die das fast immer tut, ist meine Erzählmeisterin Helga Gruschka. Gestern schrieb sie mir auch wegen meines Spenden-Erzählangebotes für die Hochwasser-Betroffenen:

"Mir fällt nichts ein, womit ich helfen könnte und wofür meine Kräfte noch reichten. Ich werde wohl von dem Geld, das ich für mein jüngstes Erzählprojekt bekomme, etwas abzweigen ...
Mit all meiner noch geringen Kraft stelle ich mich hier in dem Stadtteil mit 39 Prozent Ausländeranteil der Aufgabe 'mit Sprache Brücken bauen'. Du hättest gestern Mäuschen sein sollen beim bildgestütztes interaktiven Erzählen von 'Jona im Bauch des Wal' mit 10 - 12 Jährigen (farblich bunt gemischt)."


Bescheiden wie Helga wieder ist ... so dachte ich mir und schrieb zurück, dass wir ja als Erzählerinnen immer Brücken bauen, egal ob in der Not über das Wasser oder einfach zur Verbindung von Menschen. Oh ja, die Geschichte von Jona hätte mir bestimmt auch gefallen. Und dann fiel mir ein, dass in unserem Heimatvereinsblättchen vor einiger Zeit ein Erzählung gelesen habe, über sie Berührung eines Dorfbewohners mit dieser Bibel-Geschichte. Und so hab ich sie heute abgeschrieben und Helga geschickt. Und auch hier möchte ich sie gerne "ausplaudern".

Möge sie Euch immer helfen, dem Ruf zu folgen, der Euch erreicht:

„Warum schreibst Du nicht mal einen Bericht über die ehemalige Sonntagsschule in Treisberg“, fragte mich unlängst eine Leserin des Heimatblättchens. Ja, warum eigentlich nicht! Auf die Idee, meine Erinnerungen an die jeden Sonntag abgehaltenen Kindergottesdienststunden im dorf hier einmal festzuhalten, hätte ich auch selber kommen können. Aber egal …

Beim Rückbesinnen auf meine Treisberger Sonntagsschulzeit, die sich von 1954 bis 1964 erstreckte, fallen mir spontan zahlreiche Geschichten ein, die der Sonntagsschullehrer Heinrich Ott erzählte. Von Joseph und seinen Brüdern in Ägypten zum Beispiel oder von Jesus und den Jüngern auf ihrer Wanderschaft durch Galiläa. Orte wie Nazareth, Kapernaum oder der See Genezareth waren uns so vertraut, als lägen sie irgendwo im Hintertaunus. Zweifellos besaß der Mann, der nebenbei bemerkt zwölf Jahre Bürgermeister des Ortes war (1960 – 1972), die bewundernswerte Gabe des Erzählens. Wir Kinder klebten förmlich an seinen Lippen – dies vor allem, wenn nach der Bibellektion noch eine Geschichte aus dem eigenen Leben folgte …

Die Umstände, unter denen Heinrich Ott nun in das Amt des Sonntagsschullehrers auf dem Treisberg gekommen war, hatte er uns Kindern damals auch einmal erzählt: Gegen Ende der 1940er Jahre sei der Gemeindepastor auf ihn zugekommen und habe ihn mehr oder weniger zu dieser Tätigkeit aufgefordert. Elise Moos – „Waanersch Liesje“ (Anmerkung: Die Bewohner werden hier im Dorf meist mit dem Hausnamen und nachgestellter Kurzform des Vornamens genannt. Liesje wohnte also im Haus „Waanersch“, das seinen Namen daher hat, dass hier früher der Wagner wohnte) hatte zuvor die Sonntagsschule auf dem Treisberg gehalten. Ihre feine Art im Umgang mit Kindern ist übrigens so manchen Ehemaligen bis heute in Erinnerung geblieben, wie ich bei meinen Recherchen erfuhr. Aus vorwiegend gesundheitlichen Gründen sei sie allerdings zurückgetreten. Willi Henrizi – „Millersch Willi“ habe daraufhin Sonntagsschule unterrichtet, jedoch nur als Übergangslösung.

Heinrich Ott hatte dem Pastor jedoch eine Absage erteilt und hätte dessen Aufruf anschließend am liebsten vergessen. Als er dann in einen Motoradunfall verwickelt wurde und sich hierbei die Schulter verletzte, so dass er gut eine Woche im Krankenhaus verbringen musste, habe er plötzlich viel Zeit zum Nachdenken gehabt, berichtete „Heini“ weiter. Einer der Bettnachbarn sei nun ausgerechnet ein Sonntagsschullehrer gewesen. Oft und gerne habe jener von seinem Ehrenamt erzählt, dass er in einer der umliegenden Kirchengemeinden ausübte.

„Heini“ sei sich jetzt wie Jonas aus dem Alten Testament vorgekommen, den Gott nach Ninive schicken wollte, damit er den dortigen Menschen Buße predige. Im Buch Jona wird berichtet, dass der junge Mann stattdessen auf einem Schiff angeheuer habe mit der Absicht, seinem göttlichen Auftrag zu entkommen. Auf hoher See sei er jedoch von den Seeleuten über Bord geworfen, von einem Walfisch verschlungen und drei Tage später von diesem an Land ausgespuckt worden. Jonas sei hierauf zu seinem Auftrag bereit gewesen. Nach seiner Entlassung aus dem Usinger Krankenhaus meldete sich der junge Mann aus Treisberg beim Gemeindepastor und willigte ein. Annähernd 20 Jahre lang scharte Heinrich Ott dann die Kinder des Dorfes Sonntag für Sonntag um sich …

Soweit der Auszug aus einem Artikel des „Treisberger Blattes“ des Heimatverein Treisberg, Ausgabe 93, Juni 2011, aufgeschrieben von Volker Henrizi. Für das Weitererzählen der "Jona-Geschichte" könnt Ihr übrigens beim Don-Bosco-Verlag sowohl ein kleines Bilderbüchlein als auch einen Kamishibai-Bildsatz kaufen (Klick auf das Bild).


(03.06.2013)
Ich war am Wochenende wieder einmal
auf einem Mittelaltermarkt als Geschichtenerzählerin unterwegs.
Dabei durfte ich die Erzählbühne von "Marie, der erzählenden Müllerin" und ihrem Partner dem "Steineschlepper" nutzen. Die beiden betreiben das Gemeinschaftsprojekt einer "Kindermeile", an der es viele Erlebnis-Möglichkeiten gibt:

* freies Erzählen von Märchen und Geschichten,
* Erfinden eigener Geschichten,
* Fingerpuppen- und Kamishibai-Theater,
* Improvisationstheater
* Emaillieren von Kupferanhängern oder
* auch Achat-Scheiben-Medallions.

Die Anhänger, die die Kinder selbst hergestellt haben, bekommen Sie in einer Zeremonie überreicht und dürfen sie dann auch mitnehmen. In diesem kurzen Video gibt es einen kleinen Einblick:

http://www.hna.de/lokales/rotenburg-bebra/cornberger-mittelaltermarkt-steineschlepper-steinbruch-2936207.html

Und die Antwort des "Steineschleppers" auf die letzte Frage des Reporters, was denn die "magische Wirkung" dieser Zeremonie sei, hat mein Herz in wunderbar wohliger Form erwärmt an diesem kalten und regnerischen Samstag. (Ich stand ja direkt daneben, als Andreas Hettling ganz spontan antwortete und der Reporter ebenfalls so verblüfft war, er extra noch einmal die Kamera raus holte und dann meinte: "Würden Sie diese Worte bitte noch einmal wiederholen!") Es ist genau das, was Prof. Gerald Hüther immer wieder sagt ... Kinder brauchen Begeisterung, Ermutigung und Inspiration! Einfach wunderschön!!!

Übrigens ... ich habe mir auch einen Anhänger vom "Steineschlepper" mitgenommen (zwar nicht selbstgemacht, aber doch mit der magischen Erinnerungskraft an unsere erste Begegnung, bei der es bestimmt nicht bleiben wird). Ein von ihm geschliffener Rhyolith.
 


(30.05.2013) Bereits im letzten Jahr erzählte ich auf mehreren Veranstaltungen die Geschichte "Der Mann, der Bäume pflanzte". Sie passte so gut zu einem Erlebnis, das ich während meiner Geschichtenwanderung im Jahr 2010 hatte ... als ich am "Süßen See" in einem Gasthaus mehr als drei Stunden ein zufälliges Gespräch mit einer Seniorengruppe hatte. Und so verwob ich einfach beide Geschichten miteinander. Das überwiegend erwachsene Publikum war bewegt und gerührt.

Nun kam mir die Idee, diese Erzählung für Kinder mit Hilfe meines Kamishibai als Figuren-Theater zu gestalten. Als Hintergrund boten sich einzelne Blätter aus einem bereits vorhandenen Bildkarten-Set ("Die Schöpfungsgeschichte") an. Ich ergänzte sie teilweise mit eigenen Zeichen-Skizzen. Die Figuren kaufte ich mir im "KISA KIDS Shop" und bei ebay (Krippenzubehör). Und schon war es umgesetzt. Hier seht ihr eine kleine Kostprobe meiner Bühnenbilder:

... Nachdem er
3 Tage zu Fuß gegangen war, fand er sich in einer unvorstellbar öden Gegend wieder. Am frühen Nachmittag erreichte er die Überreste eines verlassenen Dorfes ...




Nach langer Wassersuche traf der junge Mann einen Schäfer ...

Neben ihm lagen etwa 30 Schafe auf der dürftigen Weide. Der Schäfer gab dem jungen Mann aus seiner Feldflasche zu trinken und danach führte er ihn zu seinem Lager ...


Der Schäfer,
der damals
diese Bäume pflanzte, wurde über 80 Jahre alt, bevor er friedlich starb...

Nein, ich glaube, er lebt in jedem Baum und in jedem Strauch weiter - nicht nur in den großen Eichen, sondern auch in den Birken, Buchen und Linden ...

Und er lebt weiter in der Hoffnung der Menschen, die sich in diesem Hochland wieder ansiedelten, welche die Felder mit Getreide und Gemüse bestellten, Häuser und Brunnen bauten.


(29.05.2013) Wieder einmal hat mir eine Diskussion einen interessanten Impuls gegeben. Es ging darum, wie wir mit Situationen aus unserer Vergangenheit, in denen es Konflikte und damit verbunden Enttäuschungen, Angriffe und Verletzungen gegeben hat, umgehen. Oftmals möchten wir dann die Erinnerungen daran zurücklassen, uns dieser Vergangenheit entziehen, einfach vergessen – aber es gelingt uns nicht. Und da hat jemand etwas Entscheidendes aus meiner Sicht gesagt: „ ... bleibt mir nur, das Vergangene mit gütiger wohlmeinender Nachsicht zu betrachten. Ich kann vergeben.“

Natürlich ist Vergebung ein Mittel mit heilender Wirkung. Das war mir auch schon vorher bewusst. Anderen zu vergeben, fällt auch mir nicht schwer. Doch in dem Moment breitete sich in mir die Erkenntnis aus, wie wichtig es ist, uns selbst zu vergeben!

Vergebung hat für mich nichts mit „bereuen“ oder „Schuldzuweisung“ zu tun:

Wenn ich etwas bereue, dann stelle ich in Frage, ob etwas, was ich getan oder nicht getan habe, richtig gewesen ist ... nein, ich stelle eigentlich sogar fest, dass es nicht richtig gewesen ist. Und in dem Moment treffen mich Schuldgefühle mit ihrer ganzen Kraft. Und dann meldet sich mein Zweifel (der ja für mich wie ein guter und vertrauensvoller Freund ist) wieder: „Hey, was sollte denn falsch gewesen sein? Warum solltest Du Schuld haben? Lass Dir nicht einreden, dass Du etwas zu bereuen hast! Du hast nichts zu bereuen!“

Und so kann ich ihm nun antworten: „Ja, Du hast recht! Ich habe nichts zu bereuen. Ich habe mir nur etwas zu vergeben.“ Wenn ich mir eine im Nachhinein scheinbar falsche Entscheidung vergebe, dann akzeptiere ich damit, dass ich in der Situation nicht anders handeln konnte. Für eine andere Entscheidung hätte mir vielleicht nur ein klitzekleines Teil in einem großen Puzzle gefehlt. Ich habe es nicht gesehen. Ich habe danach gesucht und es nicht gefunden. Niemand hat es mir gezeigt, ich habe vielleicht auch nicht um Hilfe gebeten. Jedoch hat keiner Schuld daran, es war eben einfach so, wie es war.

Vergebung ist für mich ein Ausdruck von Liebe. Menschen, von denen und zu denen ich sage, dass ich sie liebe, für die kann ich niemals in meinem Leben etwas anderes empfinden als genau das ... Wenn ich mir also selbst vergebe, dann bin ich mir in Liebe meines (Selbst-)Wertes bewusst!

(Anmerkung: Erstveröffentlichung dieses Beitrages am 26.05.2009)


(27.05.2013) So meinte Brunnenmeister Kurt am Samstag zu der kleinen Annika, die mich sofort bei der Ankunft am Maasgrundweiher bestürmte: "Walburga, erzähl uns eine Geschichte!" Da musste ich sie erst einmal vertrösten, dass ich doch gar nicht zum Erzählen gekommen sei, sondern um als Gefolge der Brunnen-Königin Annabel I und ihrem Brunnenmeister "Jubel und Handgeklapper" zu spenden ...

Was man sich allerdings für ein "Wochenende nur so zum Vergnügen" wünscht, wäre besseres Wetter gewesen. Na ja, am Samstag kam wenigstens noch ab und zu die Sonne heraus, so dass die Taufe des Storchenbrunnens in Oberursel  (mit echtem Orscheler Äppler) im Trockenem - zumindest von oben - stattfinden konnte.

Doch nachdem wir von "Ihrer Lieblichkeit Annabel I" gehört hatten, dass der Legende nach aus diesem Brunnen am Maasgrundweiher (der schon im Mittelalter die Stadt mit Wasser versorgte, aber an anderer Stelle war) die Oberurseler Kinder vom Storch herausgezogen wurden, habe ich Annika, ihrem Bruder Tim und den anderen vor allem kleinen Zuhörern dann noch das "Klapperstorch-Märchen" erzählt.

Weiter ging es dann
"auf die Höh" - zum Burgspektakel in Oberreifenberg. Auch dort war ich an diesem Wochenende hauptsächlich als Gast und Tänzerin der "Reifenberger Härmleins".

Und wie man auf dem Bild sieht, genieße ich es auch, wenn ich Anderen - in diesem Fall Ullrich von Eppstein - zuhören kann.



(22.05.2013) Am vergangenen Montag war ich eingeladen, den Tiersegnungs-Gottesdienst in Usingen-Eschbach zum Thema "Tiere im Märchen" zu begleiten.

Wer an Tiere im Märchen denkt, dem fallen vielleicht der „Gestiefelte Kater“, „Die Bremer Stadtmusikanten“, „Rotkäppchen und der Wolf“, „Reinecke Fuchs“,  der „Froschkönig“ ein.  Viele große und großartige Tiere begegnen uns in den Erzählungen, aber auch kleine wie Ameisen, Mäuse, Bienen, verschiedene Vögel und Fische.

Oftmals brauchen die  Helden die Hilfe auch von den kleinsten Tieren bei unlösbaren Aufgaben. Meist  ist es so, dass sie am Anfang der Geschichte bemitleidenswert und unscheinbar sind. Sie brauchen selbst den Schutz des Helden und zeigen sich später für diese Hilfe dankbar. (Beispiel: Die weiße Schlange, Das Meerhäschen) – Dabei kommen dann auch die häufig in den Fabeln den Tieren zugesprochenen Eigenschaften zum Vorschein: die Treue des Hundes, die Weisheit des Raben, die Schlauheit des Fuchses.

Dann gibt es Tiere, die im Märchen die Rolle des „alten Weisen“ einnehmen … desjenigen, der in einer verzweifelten Situation auftritt. (z.B. der Frosch in Dornröschen, der die Geburt des langersehnten Kindes voraussagt) -  Als kluges Tier (auch Rabe, Fuchs) zeigt es sich in Situationen, wo Einsicht, Verständnis, guter Rat, Entschluss und Plan nötig sind, aber Held oder Heldin dies aus eigenen Mitteln nicht mehr aufzubringen können. Dann gibt es auch Märchen, in denen die Tiere selbst die Hauptakteure sind. Hierbei wird das Geschehen in einem schwankhaften Ton beschrieben und erheitern die Zuhörer (Beispiele: Die Bremer Stadtmusikanten, Hase und Igel).

In vielen Mythen und Märchen findet sich das Motiv der Tierbraut oder des Tierbräutigams. Immer ist es dann ein durch eine Hexe, einen Zauberer oder auch Trollwesen (in nordischen Märchen) in Tiergestalt verwandelter Mensch. Häufig trägt der Bräutigam nur tags die Tierhaut, die er aber nachts abstreift, wenn er mit seiner Geliebten zusammen ist. Oft besteht ein Verbot, den Geliebten nachts zu sehen oder zu befragen. Die Heldin (oder auch der Held) müssen Prüfungen bestehen, um ihre/n Geliebte/n zu erlösen. Und die Liebe erweist sich als überlegen gegenüber der Macht des bösen Zaubers.

Und da dieser letztgenannte Hintergrund den evangelischen Pfarrer Hans Bühler und auch seinen katholischen Amtsbruder, den Dekan Pauly sehr bewegte, habe ich an diesem Tag das Märchen "Die Schöne und das Tier" erzählt. (Ihr findet meine Erzählfassung als PDF-Datei zum Ausdrucken hinter dem Link)

Stimmungsvoll untermalt wurde meine Geschichte in ganz wundervoller Weise durch die Gesangsstimme von Katja Wagner ... so berührend, dass auch ich eine Gänsehaut bekam, vor allem als Sie zum Abschluss "Amazing Love" sang.

„Märchen transportieren eine andere Art von Wahrheit, Wahrheit für die Seele.“ - So sprach Pfarrer Bühler an diesem Tag. Und aus meiner Sicht ist das eine sehr vielfältige Wahrheit ... jeder kann selbst entscheiden, was für sie/ihn dahinter steckt. Und ich bin der festen Überzeugung, dass die Tiere während des Gottesdienstes nicht nur zuzuhören "schienen" :-)


 (17.05.2013) Diese beiden Kleeblätter
 habe ich heute auf meiner Wanderung
 durch den verwunschenen, nebligen
 Wald gefunden.

 Das obere hat 3 normale Blätter und
 eines zusätzlich am mittleren Blatt dran.
 Je nachdem, wie man es betrachtet,
 könnte das andere 4 oder 5 Blätter haben.

 Der Legende nach nahm Eva, als sie
 das Paradies verlassen musste, ein
 vierblättriges Kleeblatt mit. Wer eines
 findet, besitzt ein Stück vom Paradies.


(16.05.2013) Heute habe ich eine Wanderung auf dem Keltenweg am Hausberg gemacht. Der Rundwanderweg bietet jedoch nicht nur Informationen über die Kelten, die hier im 4./3. Jh v. Chr. gelebt haben sollen, sondern ist eine Geschichtenquelle vielfältiger Art. Der Hausberg liegt in der Nähe von Butzbach und ich weiß gar nicht: Gehört er noch zum Taunus oder schon zur Wetterau? Ich hab da unterschiedliche Ansichten gefunden. Früher soll er "Hoinkopp" oder "Hoinbornkopp" geheißen haben. Heute heißt er eben "Hausberg" nach dem Ort, der sich zu seinen Füßen befindet: Hausen-Oes.

Bei der kleinen Siedlung Oes, die etwas versteckt auf einer Waldlichtung liegt, beginnt auch der Weg. Mein Auto lasse ich auf dem Wanderparkplatz stehen und dann geht es steil bergauf über mehrere Ringwälle zum Gipfel mit seinem Aussichtsturm.

Hier hat man eine besonders schöne Aussicht und deshalb gab es schon 1873 einen Turm auf dem Berg, der allerdings 2 Jahre später einem Orkan zum Opfer fiel. Doch die Menschen der Umgebung ließen sich nicht entmutigen und bauten ihn wieder auf. Schließlich verband sie viel mit ihrem Hausberg, Jahrmärkte und Feste wurden hier gefeiert. 1941 wurde er allerdings wegen Baufälligkeit wieder abgerissen. Erst in den Jahren 2007 - 2008 wurde hier wieder ein neuer Turm errichtet. Als ich den Turm besteige, fällt mir auf, dass jede Stufe und jede Seitenwand ein Schild mit dem Namen des jeweiligen Sponsors trägt, egal ob es sich um eine Firma oder Privatpersonen handelt - eine wirklich schöne Anerkennung! Und die Aussicht ist wirklich wundervoll ... rundherum.

In den Jahren 1966/1967 errichteten die Amerikaner eine Funkstation auf dem Berg.Dabei planierten sie die Bergspitze (ohne auf archäologische Schätze Rücksicht zu nehmen oder entsprechende Stellen zu informieren). Dabei hatte man Anfang des 20. Jahrhunderts erst umfangreiche Entdeckungen hier gemacht. Doch Sagen und Legenden rankten sich schon lange vorher um die Erhebung und seine Umgebung. So lese ich auf einer der Tafeln am Wegesrand, dass 1845 erzählt wurde, hier hätte einmal eine Burg gestanden, die dem Berg den Namen "Hojnerberg" gegeben hätte. In einem verschütteten Brunnen wären noch die Schätze verborgen.

 Am Fuße des Turmes begegnet mir eine
 Wandergruppe. Einer der Männer fragt mich,
 ob ich ganz allein unterwegs bin
 (solche Fragen bin ich ja gewohnt ;-) ...

 Als ich weitergehe, wird mir bewusst,
 dass ich schon merkwürdig auf diese Leute
 gewirkt haben muss: mein graues Haar trage
 ich heute offen, weil es frisch gewaschen ist
 und wenn ich noch mein Kelten-Gewand
 dazu angezogen hätte, dann wären sie
 bestimmt der Meinung gewesen,
 dass sie einer Frau aus einer anderen Zeit
 begegnet sind.


(13.05.2013) Der Beruf blickt auf eine mehrtausendjährige Geschichte zurück. Und der Werkstoff der Friseure, das Haar, hat in mehr als 100 Redewendungen seine Spuren hinterlassen. Wir finden ein Haar in der Suppe. Manch einer betreibt ständig Haar-Spalterei, indem er alles bis ins Detail untersucht. Manch einer ärgert sich nicht zu Unrecht, wenn jemand kein gutes Haar an einem lässt. Und so einigen Frauen wird nachgesagt, sie hätten Haare auf den Zähnen. Und dann gerät „Mann“ sich mit ihr in die Haare. Haargenau! Wenn wir mit Haut und Haar etwas tun, dann sind wir ganz und gar bei der Sache. Und wenn jemand ganz besonders arm war, aber eine große Familie hatte, dann fraßen ihm die Kinder die Haare vom Kopf. Und um Haaresbreite ist ziemlich dicht dran ...

Mehr zum Thema Friseur gibt es in meinen "Lichtblicken per Mail" diesen Monat.


(08.05.2013) Heute überraschte mich eine Mail
von einer meiner lieben Erzähl-Kollegin Marianne Wanninger, die mit mir zusammen die Ausbildung bei Goldmund absolviert hat. Einige Jahre hatte
ich schon nichts von ihr gehört und dabei war ich damals von ihren Erzählungen (vor allem wegen
ihrer Mundart) auch so begeistert.

Nun also die Einladung zu einem Erzählabend, den sie gemeinsam mit einer weiteren damaligen Mitstreiterin, mit Ingrid Jochum, durchführt (Von ihr werde ich wohl Zeit meines Lebens die Geschichte vom "Seehundfell" in meinem Herzen tragen).

Ich selbst kann nicht daran teilnehmen, was ich wirklich unendlich bedaure, aber vielleicht seid Ihr ja in der Nähe zu Hause und seid neugierig geworden.
(PDF-Druckversion Geschichtenabend)


(05.05.2013)
Heute morgen bin ich um 04:30 Uhr aufgestanden und habe an einer geführten Vogelstimmenwanderung unseres Heimatvereins teilgenommen. Und wie ich so durch den Wald lief, ist dann eine Geschichte in meinem Kopf entstanden, die ich nach meiner Rückkehr aufschrieb:

Das Hümmelchen

Hümmelchen – das ist die Bezeichnung für eine kleine, leise klingende Sackpfeife (Dudelsack). Doch wusstet Ihr, dass das Hümmelchen auch zum kleinen Volk gehört. Das kleine Volk erscheint in vielerlei Gestalt: als Feen, Elfen, Hausgeister, Schrate, Nymphen, Zwerge, Kobolde und Gnome.

Und ein ganz besonderer Vertreter ist das Hümmelchen, denn es ist der Musiklehrer der Vögel. Die Hümmelchen ist winzig klein; so klein, das ich selbst noch niemals eines gesehen habe. Aber bei einer anderen Geschichtenerzählerin habe ich einmal eine Puppe entdeckt, die solch ein Hümmelchen darstellt. Es ist ein liebenswerter kleiner Kerl mit einem Pullover aus Spinnweben. Darüber trägt er eine lange Weste aus Birkenbast. Die Füße zieren kleine spitze Stiefel, so wie man sie im Mittelalter getragen hat.


In der rechten Hand hat er ein Meisenglöckchen und über der linken Schulter trägt er ein seltsames Instrument aus einer Nuss-Schale, über die zarte Saiten gespannt sind. Ich nehme an, dass es gezupft wird. Und damit bringt er den Vögeln das Singen und Zirpen bei. In seiner Wohnung, die sich in besonders alten Bäumen befindet, da hat das Hümmelchen bestimmt noch mehr Instrumente … vielleicht auch eine kleine Sackpfeife … ganz bestimmt ein paar Klanghölzer, denn die Spechte müssen ja auch das Klopfen lernen. Jedem Vogel bringt er also seinen charakteristischen Ruf bei und auch bei dem Kuckuck hat es das getan … allerdings etwas anders, als es sich dieser gewünscht hat.

Es begab sich eines Tages, dass ein Hümmelchen durch den Wald ging. Da sah es einen dicken fetten Vogel aus dem Nest eines Rotschwänzchens hüpfen. Er sah gar nicht aus wie ein Rotschwänzchen. Die waren doch viel kleiner. Das Hümmelchen hatte schon davon gehört, dass es da einen Vogel gab, der einfach immer eines seiner Eier in andere Nester legte, immer dann, wenn die Elternvögel kurz mal nicht aufpassten, vielleicht mal kurz weggeflogen waren, um einer Mücke hinterher zu jagen. Und aus diesem einen Ei schlüpfte dann ein viel größerer Vogel, der alle anderen Vogeljungen sozusagen verdrängte.

Das Hümmelchen sieht also diesen seltsamen Vogel und fragt ihn: „Du siehst aber groß aus. Bist du denn auch ein Rotschwänzchen?“

Und der Vogel antwortet mit einem tiefen Brustton der Überzeugung: „Aber klar doch! Ich bin nur besonders stark gebaut!“

Da wurde das Hümmelchen aber wirklich sehr zornig, denn es merkte, dass ihn der Vogel so richtig belog … ohne dabei rot zu werden, weder am Schwänzchen noch im Gesicht. Und es holte kräftig aus und trat dem Vogel mit seinen kleinen spitzen Stiefeln in seinen dicken, puffeligen Vogelpopo.

„Du denkst wohl, ich bin dumm – oder? Und weil du zu faul bist, deine Eier selbst auszubrüten und deine Jungen allein aufzuziehen, werde ich Dir niemals das Singen beibringen.“

Und wenn ein Hümmelchen so etwas sagt, dann hält es das auch ein. Und deshalb hüpft dieser Vogel heute noch durch den Wald und ruft nach seinem Musiklehrer: „Kuckuck, Kuckuck!“ Und das heißt soviel wie „Hallo, hallo! Hallo Hümmelchen, bitte bring mir doch auch das Singen bei!“

Aber da der Kuckuck eben immer noch seine Eier in die Nester anderer Vögel legt, wird er wohl noch lange rufen müssen.

Übrigens … auf der Vogelstimmenwanderung da habe ich erfahren, dass der Buchfink ein Vogel ist, der verschiedene „Dialekte spricht“. Ein Buchfink in Hessen zwitschert anders als einer in Bayern. Warum das so ist, das konnte der Vogelexperte Reinhold Schlicht nicht erklären, auch die größten Wissenschaftler würden sich darüber nicht klar sein. Aber ich weiß es: Es liegt einfach daran, welchen Dialekt das jeweilige Hümmelchen vor Ort spricht

© Walburga Kliem, nach einer Vorlage von Iris Schenk, www.vom-kleinen-volke.de


(24.04.2013) Mindestens sieben von zehn Berufstätigen haben keine Freude im Job. Dafür gibt es nicht nur Studien, sondern das bemerke ich auch, wenn ich mich mit anderen Menschen unterhalte. Oftmals höre ich: „Ich arbeite aber nicht, um Spaß zu haben, sondern um meinen Lebensunterhalt zu verdienen … ich muss ja arbeiten … wenn ich nicht müsste, dann würde ich auch gar nicht arbeiten … dann würde ich Spaß haben.“

Freude und Begeisterung für die eigene Arbeit scheint ein Luxus zu sein … ein Luxus, den ich mir leiste. Und wenn ich dann sage, dass ich keinen Grund sehe, jeden Tag schlecht gelaunt einen sinnlosen und frustrierenden Job zu machen, dann bekomme ich als Antwort: „Ja, dafür verdienst Du ja auch nichts … aber Du hast ja einen Mann, der Dich versorgt.“

Nun scheinen aber einige zu denken: Wenn ihr der Erzähler-Beruf solche Freude macht, wenn sie mit soviel Begeisterung dabei ist … und wenn ihre Geschichten ja gehört werden wollen, weil sie sonst ja sinnlos sind, dann ist das ja eigentlich gar keine Arbeit. Dann muss das ja auch nicht wie andere Arbeiten entlohnt werden. Dann appellieren wir einfach mal an die „gute Fee“ in ihr. Wir erklären, dass doch so wenig Mittel vorhanden sind und die „Märchentante“ doch auch ehrenamtlich erzählen könnte …

Nun, einmal lass ich mich erweichen … vielleicht auch ein zweites Mal. Und wenn ich dann beim dritten Mal doch auf einer Gage bestehe, dann heißt es: Tut uns leid, wir haben eine andere Möglichkeit für die Gestaltung der Veranstaltung gefunden. Vielleicht klappt es ja beim nächsten Mal.

Tja, mich wundert nichts mehr, wenn ich sehe, welches Ansehen ein Uli Hoeneß noch hat:

„Die gute Fee vom Tegernsee“

Es ist eine klatschende Ohrfeige für einfache Menschen, die brav ihre Steuern zahlen, trotzdem noch ehrenamtlich tätig sind und ansonsten eigentlich gar nicht arbeiten gehen ... weil sie eben Spaß und Vergnügen an dem haben, was sie ihren Beruf oder Berufung nennen ;-)


(22.04.2013) … und vor allem für wen?
Um das zu erklären, fällt mir eine Geschichte ein … ein kleiner Ausschnitt  aus dem Buch "Erzähler der Nacht" von Rafik Schami. Der Kaffeehausbesitzer Junis erzählt seine Geschichte ... und er erzählt auch über die Hakawatis (Geschichtenerzähler) in seinem Kaffeehaus ... dass es da gute und schlechte gegeben hätte ... welche, denen die Leute gerne noch weiter zugehört hätten (auch dann noch, wenn sie an der spannendsten Stelle abbrachen und auf den nächsten Tag verwiesen) und welche, die die Gäste langweilten.

Schlimm fand er vor allem diejenigen, die nicht einmal merkten, wie langweilig sie erzählten. Und dann überraschte er die anderen in der Gruppe mit der Frage, ob sie wüssten, welche Menschen am besten zuhören können.

Einer antwortete: "Die Frauen!" Aber das konnte Junis nicht einschätzen, da Frauen nicht in die Kaffeehäuser kamen ... es war den Männern vorbehalten. Nein, er erzählte dann, dass er einmal aus Verlegenheit einen seiner Hakawatis zu sich nach Hause bestellt hatte. Auf der Hochzeit seines Sohnes waren auch viele Kinder, die sich über diese Unterhaltung freuen würden.

Die Kinder umringten den Erzähler und bettelten um eine Geschichte ... und als der Kaffeehausbesitzer Junis müde von den ganzen Vorbereitungen sich dazu setzte, da bemerkte er folgendes:

Als der Hakawati anfing, waren die Kinder fasziniert, doch langsam sah er, wie sie eins nach dem anderen aus der Geschichte ausstieg. Furchtbar war das. Die Kinder machten ihn fertig. Sie riefen ihm zu, eine andere Geschichte zu erzählen und das mitten in einem Kampf zwischen Drachen und Ungeheuern. Bei ihnen spürte er, wie schlecht er war. Kinder sind gnadenlos großzügig. Ihre Zustimmung und Ablehnung zahlen sie einem Hakawati wie einem Eisverkäufer immer in bar.

Das erzählte Junis seinen Freunden.

Ich erinnere mich daran, dass uns während der Erzählausbildung einmal gesagt wurde, Kinder würden sofort logische Brüche erkennen ... würden also auch sehr leicht eine gute Geschichte von einer schlechten unterscheiden können. Doch Kinder können noch mehr. Wenn sie merken, dass sich der jeweilige Erzähler oder die Erzählerin darauf einlassen, dann geben sie ihnen Impulse, besser zu werden.

Wenn ich für Kinder erzähle, dann geht es für mich nicht nur um die Antwort auf die Fragen: Was haben DIE KINDER vom freien Erzählen? Welche Vorteile bringt es z. B. für ihre Sprachförderung und Entwicklung?  

Die andere Seite ist: Was haben DIE ERZÄHLER davon, wenn sie immer wieder auch für Kinder UND mit Kindern erzählen? Ich meine, dass gerade das regelmäßige Erzählen MIT Kindern eine gute "Lernplattform" ist, eine gute Erzählerin oder guter Erzähler zu werden. Kinder geben mir die Möglichkeit, in meinen Fähigkeiten zu wachsen und sie schenken mir oftmals die schönsten Ideen zur Gestaltung meiner Geschichten.

Es ist wie damals, als ich als Trainerin für Ausbilder immer gesagt habe: Ein guter Lehrmeister wird sich nie zu "hoch" sein, auch von seinen Lehrlingen zu lernen. Es ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen.


"Lügen und Gewürze sind Geschwister.
Die Lüge macht jedes fade Geschehen zum würzigen Gericht.
Die Wahrheit und nichts als die Wahrheit wollen nur Richter hören."

(Rafik Schami)

(15.04.2013) Ich persönlich bin heute davon überzeugt, dass es das "vorsätzliche Lügen"
(im Sinne von jemandem zu schaden) nur selten gibt. "Schwindeleien" entstehen für mich entweder mit dem Ziel, einen gewissen Selbstschutz aufzubauen oder ganz einfach aus dem Grund, dass es unterschiedliche Sichtweisen gibt. Manchmal ist es aber auch nur eine kleine "Flunkerei", um einen Sachverhalt interessanter, spannender, hörenswerter zu machen. Es ist auch das Bedürfnis, die Phantasie ein wenig spielerisch zu entfalten. Es kann auch sein, dass wir einfach die Aufmerksamkeit auf etwas (oder auf uns selbst) lenken möchten. Es kann sein, dass wir unsere Zuhörer zum Nachdenken anregen möchten. In meinem gerade zu Ende gehenden Online-Workshop „Networking by Storytelling“ bemerkte eine Teilnehmerin
zu diesem Thema:

Wenn ich lüge, um einen Selbstschutz aufzubauen - vor was muss ich mich denn schützen?: dass der andere über mich ärgerlich ist, mich nicht versteht, mich nicht mehr mögen könnte, ich blöd dastehe...???

Genauso sehe ich das ... oder dass der andere nicht mehr mit mir reden wird, wenn er die Wahrheit erfährt. Schweigen und dahinter vermuteter Liebesentzug ist eine ganz schlimme Strafe (wie ich schon als Kind erfahren habe). Sprache ist lebenswichtig für uns, sie ist überlebenswichtig … ohne Sprache ist unser Denken blockiert, wir fühlen uns ausgegrenzt und isoliert. Deshalb nehmen viele Menschen das Risiko eines Vertrauensbruchs in Kauf, d. h. sie ignorieren diese langfristige Konsequenz zugunsten einer kurzfristigen:

"Ich will lieber gut dastehen"

Da kann auch verletzter Stolz dahinter stecken ... warum auch nicht, es ist ja nicht grundsätzlich negativ, stolz zu sein. Stellt Euch einfach eine Situation vor, in der Ihr selbst vielleicht hart gearbeitet, Euer Bestes gegeben habt, etwas geschafft habt, von dem Ihr vorher nicht geglaubt habt, dass es klappen wird ... da kannst Du zu Recht stolz sein. Und dann kommt jemand, der sieht die Sache ein wenig anders, findet sozusagen ein Haar in der Suppe. Da macht sich Enttäuschung breit und der Gedanke: "Ich bin/war doch richtig gut! Ich wollte Anerkennung und bekomme Kritik!" Und um dieses Gefühl der Enttäuschung nicht hochkommen zu lassen, suchen wir nach einem Rettungsanker: der Lüge.

"Manchmal ist es aber auch nur eine kleine "Flunkerei", um einen Sachverhalt interessanter, spannender, hörenswerter zu machen."
Muss ich das denn?


Diese Entscheidung liegt immer bei mir ... für mich persönlich gibt es diese Grundsätze:

1.  Es darf keine Situation sein, in der es auf die Wahrheit ankommt.

2. Ich darf niemanden mit meiner Lüge persönlich angreifen, schlecht machen oder verletzen.


(03.04.2013)
Immer wieder werde ich gefragt, ob ich für dieses Jahr wieder eine Geschichtenwanderung  geplant habe. Doch - obwohl es mir alleine bei dem Gedanken schon das Herz zittern und beben lässt - wird es nichts werden. Meine Fußgelenke werden das nicht mehr mitmachen nach den Unfällen vor 2 Jahren ... jedenfalls nichts, was über eine Tagestour ohne großes Gepäck hinaus geht.

Doch hat mich auch in diesem Jahr wieder eine außer-gewöhnliche Idee erfasst ... und sie lässt mich nicht mehr los. Es ist nämlich so, dass die 5. Oberurseler Feyerey auch für mich ein kleines Jubiläum ist, denn mit der 1. Feyerey begann wirklich und wahrhaftig mein Erzähler-Leben. Damals schlug ich zum ersten Mal auf einem Mittelaltermarkt mein Zelt auf, um kleine und große Zuhörer mit Märchen und Geschichten zu verzaubern.

Und deshalb wird es am 03. und 04. August auf dem Mittelaltermarkt an den Oberurseler Bachpfädchen von mir die "7x7+1-Geschichten-Zauberey" geben. Was sich dahinter genau verbirgt, verrate ich heute noch nicht ... nur ein klitzekleines Detail ... Damit wird sie beginnen:

"Es ist schon eine seltsame Geschichte. Der Kutscher Salim wurde stumm.

Es ist keine Geschichte die ich selbst erlebt habe, sie wurde mir erzählt ... von einem, der den Kutscher Salim noch kannte. Und genauso wie dieser Erzähler versicherte, dass die Geschichte ganz und gar wahr ist, so würde auch ich es schwören ... selbst dann, wenn mich der Marktvogt dafür vor den Richter zerren würde. So höret denn:

Unter den Einwohnern von Damaskus gab es damals als der Kutscher Salim lebte, seltsame Menschen. Der Kutscher Salim war der seltsamste unter ihnen. Er war klein und schmächtig, doch seine warme und tiefe Stimme ließ ihn leicht als einen großen Mann mit großen Schultern erscheinen und schon zu Lebzeiten wurde er zur Legende.

Unter all den merkwürdigen Menschen hatten einige zu bestimmten Situationen ein passendes Sprichwort parat. Doch es gab nur einen Mann, der zu allem eine passende Geschichte hatte, ob man sich in den Finger geschnitten, sich eine Erkältung eingefangen oder sich verliebt hatte ... und das war Salim, der großartigste Erzähler von Damaskus.

Ich werde Euch erzählen, wie Salim zu seiner außergewöhnlichen Fähigkeit kam und wie er seine Geschichten unendlich lang frisch halten konnte ... und schließlich werde ich Euch von dem unglaublichen Ereignis erzählen, als Salim eines Nachts seine Stimme verlor ..."

(Nachtrag am 10.04.2013)
Am letzten Wochenende habe ich einen sehr intensiven und umfangreichen Stimmtraining-Workshop besucht ... 4 Tage habe ich praktische Übungen mit Körper, Atem, Stimmkanal und Resonanzräumen kennen gelernt und auch erstmalig durchgeführt (und ich sage Euch, ich hätte nie gedacht, wie sich auch mein ... nun sagen wir mal wohlgeformter Körper verbiegen kann).

Und das alles auch deshalb, um mich optimal auf diese "7x7+1-Geschichten-Zauberey" vorzubereiten ... man könnte es sozusagen mit dem Lauftraining zu meiner Geschichtenwanderung 2010 vergleichen.


(24.03.2013) Am vergangenen Donnerstag war ich bereits das zweite Mal bei einem der monatlichen Erzählabende von  Michaele Scherenberg in ihrem "Aprikosenhaus" in Frankfurt - geheimnisvolle Märchen und Geschichten aus dem Norden wurden erzählt und dazu gab es eine wärmende Kartoffelsuppe ... lecker ... zu empfehlen.

In das Programm hatte sie auch die Ballade "Die Brück' am Tay" von Theodor Fontane integriert. Nach einer kurzen Einleitung über die Hintergründe trug sie das Gedicht vor,
während eine Frau aus dem Publikum gelegentlich dazu auf dem Akkordeon Klänge erzeugte (z. B. den herannahenden Zug).

Es ist ja nicht zu leugnen, dass ich Fontane sehr mag ... schließlich wurde ich zu meiner autobiografisch geprägten Erzählung "Stechlinsee" auch von ihm inspiriert. Und so hab ich diese Geschichte für mein eigenes Erzählrepertoire bearbeitet (zumal ich bei meinem Stimmtrainings-Seminar in 2 Wochen ein Gedicht als Übungsgrundlage mitbringen soll).

Einen kleinen Auszug gibt es hier auf meiner Unterseite mit den Veranstalter-Informationen


(19.03.2013) "Glück und Schicksal" ist das Thema des diesjährigen Weltgeschichtentages und Motto des Erzählkunstabends, den ich am vergangenen Samstag mit zwei weiteren Erzählerinnen in meinem Heimatort gestaltete ...

„Wo bin ich stehengeblieben?“, fragte der Kaffeehausbesitzer.
„Du hast vom guten Gedächtnis der Hakawatis gesprochen.“
„Ja, das muss ein Hakawati haben.
Ich wollte Euch aber noch sagen, dass der Erzählerberuf sehr anstrengend ist. Ich hab es bei meinen Hakawatis Abend für Abend gesehen. Sie kamen von der Bühne herab und waren erschöpft wie die Klempner. Sie verdienten sehr wenig.
Wenn ich ihnen das Geld aushändigte, fragte ich manchmal: Warum erzählst du den ganzen Abend für so wenig Geld? Manche sagten, sie hätten nichts anderes gelernt. Ihre Väter und Großväter wären schon Hakawatis gewesen.
Doch eines Tages sagte mir der beste Kaffeehauserzähler, den ich je erlebt hatte: ‚Für den Lohn, den mir die Zuhörer geben: Den Genuss aus erwachsenen Löwen lauschende Kinder hervorzuzaubern. Kein Gold der Welt gleicht diesem Glück, in den Augen der Zuhörer dieses Wunder mitzuerleben.“ 
- (aus Rafik Schami, Erzähler der Nacht)

Genauso ist es! Ich hätte es nicht treffender beschreiben können.
So erlebe ich es immer wieder … auch nach eben jenem Abend am vergangenen Samstag in Schmitten-Hunoldstal. Was haben wir die Werbetrommel gerührt … wir, der Tourismus- und Kulturverein Schmitten und ich … Flyer und Plakate professionell drucken lassen, in den umliegenden Gemeinden aufgehängt ... ich habe alle bisherigen Organisationen und Vereine angeschrieben, für die ich in den letzten Jahren erzählt hatte und Flyer zum Weiterreichen beigefügt ... die Presse (2 Regionalzeitungen und Anzeigenblatt) hat mehrmals über dieses Veranstaltung berichtet und auch in den letzten 2 Wochen mehrfach angekündigt ...  und dann waren es gerade mal 15 Gäste (meine Familie nicht mitgerechnet).

Aber dieses Wunder der Verzauberung mitzuerleben ... das sich dann in solchen Publikumsstimmen äußert:

"Der Erzählkunstabend mit Walburga, Katja und Julia hat für uns alle Erwartungen übertroffen.
Sehr unterhaltsam, amüsant und witzig... Vielen herzlichen Dank."

„So lebhaft und ergreifend erzählt, habe ich selten eine Geschichte gehört. Also weiter so!“

Und selbst mich als Beteiligte, ließ das Programm nicht „kalt“ … zwei Aspekte, die mich persönlich sehr berührten, waren diese:

Die erste Erzählung war "Die Skelettfrau" (nach Clarissa Pinkola Estes). Ich kenne die Geschichte gut, doch wenn ich gewusst hätte, WIE grandios sie von Julia Dörrbecker umgesetzt wurde, dann hätte ich sie im Programmablauf nicht an den Anfang gestellt ... da begann ja die Veranstaltung schon mit einem Höhepunkt

Die Geschichte "Vom Pechvogel" habe ich schon in mehreren Varianten erlebt (von einem meiner Mit-Erzählstudenten und auch von der bekannten Erzählerin "Frau Wolle"), ich habe sie auch schon selbst auf verschiedene Weise erzählte ... aber wie Katja Volmar sie erzählt hat, das war soooooo köstlich und voller bildhafter Emotionen! Katja hat eine unnachahmliche Mimik und eine nordisch-ruhige Art, zu erzählen.

... was macht es da schon, dass ein Klempner bestimmt einen höheren Stundenlohn hat als wir an diesem Abend! :-)


(15.02.2013) ... das ist eines meiner wichtigsten Wünsche, die ich mit meiner Erzählkunst verbinde. Wie oft staunen andere Menschen, wenn ich erzähle, dass eines meiner Lieblings-Fächer in der Schule "Geschichte" war. Ich erinnere mich noch daran, wie es war, als wir diesen Unterricht in der 5. Klasse dazu bekamen. Die Schulbücher wurden bereits in den Ferien an einem festgelegten Tag und Ort verkauft. Und obwohl Ferien waren, hatte ich das Lehrbuch Geschichte schon bis zum ersten Schultag komplett durchgelesen. Ich war einfach fasziniert von den Welten, die sich mir da auftaten.

Bis zu diesem Zeitpunkt waren vor allem Märchen und auch klassische Bühnenstücke meine Hauptlektüre. Erzählte ich schon einmal, dass meine Großmutter, meine Mutter und auch mein Vater als Kind  Statisten am "Harzer Bergtheater zu Thale" waren? Und da gab es eben bei uns im Regal jede Menge Text-Bücher. Außer diesem Leseschatz bekam ich auch immer wieder Lexika geschenkt ... denn ich sollte ja mal studieren, wie meine Mutter immer sagte.

Aber die "trockenen" Erklärungen, Zahlen, Daten, Fakten hatten nicht den Zauber von Sagen, Legenden sowie biografischen Erzählungen von geschichtlichen Persönlichkeiten. In meinem Kopf war ich stets dabei, ich konnte die Helden der Geschichten förmlich sehen ... und weil sie, anders als bei klassischen Märchen, auch wirklich gelebt hatten oder gehabt haben könnten, wurden sie mir vertrauter als Feen, Elfen, Hexen und Ritter. Hier hatten die Helden richtige Namen, wurden nicht nur "dummer Hans" oder "kleines Mädchen" oder "wunderschöne Königin" genannt.

Und ganz besonders liebte ich die die griechischen Göttersagen. Ich fuhr mit Odysseus über die Meere und litt mit Prometheus angekettet am Kaukasus, wollte nicht mit Paris tauschen (bei der Wahl der schönsten Frau) und fragte mich, wie groß das "Trojanische Pferd" wohl gewesen sein musste.

Bis heute ist meine besondere Liebe zu sagenhaften Erzählungen geblieben, sie machen einen großen Teil meines Repertoires aus. Und seit dieser Woche tummeln sich da auch wieder mehrere der "Alten Griechen", z. B.:

* Orpheus und Eurydike
* Prometheus
* Pandora
* Medusa
* Phaeton
* Zeus und Europa


(03.02.2013)
Ich hatte mich regelrecht in die Erzählung verliebt, die ich unter dem Namen "Dämon Amor" in der Volksmärchen-Sammlung von Johann Karl August Musäus und unter dem Titel "Der Ring des Waldewuth" in einer mecklenburgischen Sagensammlung fand.

Voller Eifer war ich in der letzten Woche damit beschäftigt, sie zu meiner Geschichte zu gestalten. Dazu brauchte sie als erstes einmal einen würdigen "Rahmen" ... eine Einleitung, die meinem Publikum meine innerliche Verbundenheit auch spüren lässt. Und damit war dann auch gleich der Titel gefunden, unter dem ich sie erzählen werde - "Bernsteinküste":

"Der Bernstein zählt zu den beliebtesten Schmuck- und Heilsteinen auf dieser Welt. Er fühlt sich sinnlich und warm an, er glänzt wie goldener Honig und ist doch leicht und schmeichelnd auf der Haut. Der Bernstein ist der Stein der Erzähler und das hat seinen Hintergrund. Die Geschichten, die wir erzählen, sind geronnenes Leben … und der Bernstein ist es auch … er ist geronnenes Blut von einem Baum. Noch heute sammeln die Menschen an der Ostseeküste Bernstein und ich habe auch meinen persönlichen Erzähler-Bernstein. So ist es nicht verwunderlich, dass die folgende Geschichte zu mir fand ..."

Anschließend unterzog ich den Originaltext von Musäus einer sorgfältigen und achtsamen Bearbeitung. Einerseits möchte ich die Geschichte ja frei erzählen und nicht an den Formulierungen des 18. Jh. kleben, andererseits gibt es aber auch Formulierungen, die heute nicht mehr verstanden werden. Und dann fiel mir auch wieder auf, dass es Szenen gibt, in denen sich die mündlich erzählte Sprache entscheidend von der geschriebenen unterscheiden muss. Oftmals erschienen mir spannende Details vorweg genommen. Trotzdem wollte ich den Wortwitz und phantasievolle Beschreibungen des Autors beibehalten. Und schließlich dürfen meine Erzählungen auch ein wenig Geschichte vermitteln, ohne dabei belehrend zu wirken.

Wie mir das gelungen ist, wird sich zeigen, wenn ich diese sagenhafte Erzählung demnächst meinem Publikum vorstelle.


(29.01.2013) Es war einmal ...
ja es klingt fast wie ein Märchen, so lange ist es schon her ;-) ...  da habe ich als einzige weibliche Ausbilderin in einem Männerteam gearbeitet (es gab noch eine Frau und das war unsere Sekretärin). Damals war ich nicht klapperdürr, aber ich hätte mich als schlank bezeichnet. Da ich jedoch auch schon immer "viel Holz vor der Hütt'n" hatte, könnte man auch sagen: Ich war gut proportioniert. Und weil ich nun mal neige, dass sich die sogenannten überflüssigen Pfunde schnell bei mir absetzen, war ich damals sehr stolz auf meine Figur.
Und mit diesem Stolz trug ich dann auch Röcke, die eine Handbreit oder auch mal mehr über dem Knie endeten (denn ich hatte wirklich ansehnliche Beine) und körpernahe Oberteile.
Meine gerade endlich auch mal wieder länger werdenden Haare steckte ich häufig zu kessen Frisuren auf.

Dann sprach mich ein Vorgesetzter einmal ziemlich pikiert an. Er meinte, dass meine Kleidung und mein Auftreten völlig unangemessen sei. Es passe nicht in eine Bildungseinrichtung mit jungen Leuten. Hatte ich ihn belästigt? Hatte ich provoziert? Diese Fragen stellte ich mir voller Verwunderung, denn das war doch gar nicht meine Absicht.

Heute sage ich mir: Es hatte ja gar nichts mit mir zu tun! ER war derjenige, der ein unangenehmes Gefühl hatte, das von meiner Erscheinung ausging. Es lag nicht an mir.

Und genauso sehe ich das, wenn Männer glauben zu flirten (und dabei die Lüsternheit aus Worten und Gesten allzu offensichtlich wird), wenn sie anzügliche Witze erzählen, wenn sie mir auf die Oberweite starren ... wenn mir das dann einmal NICHT gefällt, dann ist dieses Gefühl MEIN Gefühl. Ich darf die Verantwortung nicht den Männern zuschieben. Ich muss dann sagen, dass mir das nicht gefällt und den anderen zum Nachdenken und zur Änderung seiner Verhaltensweise bringen. Und das gelingt mir aus meiner Erfahrung am besten, wenn ich das möglichst ohne Verurteilung oder Schuldzuweisung tue.

In der aktuellen Diskussion um "Sexismus" höre ich immer wieder das Argument, dass "diese Angriffe" von den Männern IMMER gewollt sind, dass sie aus Berechnung um Macht und Ansehen geschehen, dass die Würde von Frauen damit geschädigt werden soll. Und genau das glaube ich nicht! ... Ich meine das Wörtchen "immer" ... Sicherlich gibt es auch solche Fälle und gerade, wenn es der Chef ist, der anzüglich wurde, kommt einem sofort der Gedanke, dass als Motivation das "Macht-Bedürfnis" dahinter steht.

Doch oftmals ist es auch einfach Unachtsamkeit und die Tatsache, dass nicht jeder, der so etwas als unangenehm empfindet, demjenigen Rückmeldung gibt und sagt: "Ich will nicht so behandelt werden!" -  Es schleicht sich Gewohnheit ein.

Wenn jemand nämlich nicht sagt, was sie/ihn stört ... wenn wir glauben, der andere müsste es doch merken ... oder denken, so etwas macht man grundsätzlich nicht und alle müssen sich dran halten - dann können Situationen eskalieren. Aus einer unbedachten Handlung wird dann leicht auch sexuelle Belästigung und Missbrauch. Deshalb ist es auch wichtig, es anzusprechen ... und zwar sofort oder zumindest zeitnah und immer gegenüber der Person, von der die Handlung ausgegangen ist. Es macht für mich keinen Sinn, über einen Vorfall zu diskutieren, den die andere Person wahrscheinlich schon als "erledigt" (im Sinne von toleriert oder vielleicht sogar entschuldigt) betrachtet hat ... und schon gar nicht in der Öffentlichkeit. (Wer selbst mit Würde behandelt werden möchte, darf gerne darauf achten, dass andere "ihr Gesicht bewahren können"!)

Übrigens ... ich war in meiner erzählten Geschichte damals auch im ersten Moment sehr empört über diese Aussage des Mannes. Ich habe geglaubt, dass er dies mir gegenüber ansprach, weil er mich einfach nicht respektierte.  Doch sie hat mich auch zum Nachdenken gebracht. Ich habe meinen Kleidungs-Stil nicht gänzlich geändert, doch ich habe bei der Auswahl doch genauer überlegt. Und mit dem Gedanken, dass es für mich hilfreich war, kann ich heute demjenigen sogar dankbar sein. Und wer weiß, vielleicht sind viele Männer, von denen wir es nicht glauben, auch dankbar, wenn wir ihnen SAGEN, wo für uns die Grenzen zur peinlichen Anmache liegen.

PS: Mein neuestes Bühnen-Outfit ist kein Dirndl ... obwohl ich es auch sehr gut ausfüllen kann ... und stolz darauf bin.


(24.01.2013) " ... Häufiger als die schwarzen Schafe sind allerdings die Spezialisten, die davon überzeugt sind, tatsächlich die allwissende Müllhalde ihres Spezialgebietes zu sein. Und die nicht verstanden haben, dass jeder Berater doch nur er/sie selbst ist ..."  Ein herrlicher Satz aus einem  Artikel von Anette Weiß in ihrem "GeldWertBlog" - er brachte mich zum Schmunzeln.

Denn solche Berater finden wir so überall ... praktisch wie Komposthaufen in jedem Kleingarten ... selbst unter denen die sich Ärzte nennen (wie ich gestern erfahren durfte).  Und wie oft fühlen wir uns ihnen scheinbar hilflos ausgeliefert. Dabei haben wir gar keinen Grund, uns klein und schlecht zu fühlen ... denn was wir irgendwann einmal in eigener Verantwortung entschieden haben, das ist immer zu dem Zeitpunkt richtig gewesen, selbst dann, wenn wir später der Meinung sind, das wir es ändern sollten.

Übrigens ... die "allwissende Müllhalde" hat auch ein Gesicht ... Jaaaaa!
Und einen Namen - sie heißt "Marjorie" ... Jaaaa!
Sie ist nämlich eine Figur aus der Jim-Henson-Serie "The Fraggles" ...
und so schlecht sind ihre Ratschläge nämlich gar nicht ;-)


(10.01.2013)
"Stellen Sie sich vor, es gäbe ein Zaubermittel, das ihr Kind stillsitzen und aufmerksam zuhören läßt, das gleichzeitig seine Fantasie beflügelt und seinen Sprachschatz erweitert, das es darüber hinaus auch noch befähigt, sich in andere Menschen hineinzuversetzen und deren Gefühle zu teilen, das gleichzeitig auch noch sein Vertrauen stärkt und es mit Mut und Zuversicht in die Zukunft schauen läßt. Dieses Superdoping für Kindergehirne gibt es ..." (Gerald Huether)

Einer Märchenerzählerin begeistert zuhören - Geschichten selbst erfinden - spielerisch Freude haben! Das können Kinder ab 6 Jahren zukünftig regelmäßig erleben - beim "Märchen-Mittwoch" im Dorfgemeinschaftshaus Hunoldstal. Mit Freude führe ich meine Zuhörer in das Reich der Fantasie. Ich erzähle frei aus meiner reichhaltigen Schatzkiste und lade ein, mit Hilfe eines Geschichten-Baukastens eigene Geschichten zu erfinden, dazu Bilder für das Tischtheater (Kamishibai) zu malen oder märchenhafte Spiele zu spielen.

Eigenen Ideen der Gäste sind keine Grenzen gesetzt. Gerne dürfen auch Kinderbücher mitgebracht werden, in denen dann gemeinsam gelesen wird. Unterstützt wird diese Veranstaltungsreihe durch den Tourismus- und Kulturverein Schmitten e. V. - Zunächst sind 3 Termine vorgesehen: 23.01.2013, 30.01.2013 und der 06.02.2013 - jeweils von 15:30 - 17:00 Uhr. Teilnahmegebühr 4 Euro (wer an allen 3 Terminen dabei ist, zahlt insgesamt 10 Euro) - Auch Eltern/Großeltern sind herzlich willkommen, pro Kind hat ein Erwachsener freien Eintritt.

Warum Erwachsene kostenlos? Nun, nur so können sie auch direkt etwas zurückbekommen von dem, was Gerald Huether beschreibt: Nähe, Vertrauen und das Strahlen in den Augen des Kindes!


Bitte Voranmeldung unter 06084-951636

Ich freue mich, wenn ich damit dauerhaft viele Kinder begeistern kann.


(08.01.2013)
Arnulf von Copperno und seine Familie sind Ritter aus Leidenschaft.
Seit 3 Jahren freue ich mich immer wieder, wenn sie mir auf den verschiedensten Mittelaltermärkten begegnen. Wenn sie alle zusammen in meinem Erzählzelt Platz nehmen, dann lauschen sie nicht nur meinen Geschichten, sondern sie wissen auch viel zu erzählen ... von sich, von Freunden und von ihren Reisen. Ich habe schon vieles von ihnen gelernt.

Eines Tages bekam Arnulf einen Kreuzritter als Playmobil-Figur geschenkt und dann kam ihm die Idee, die Figur seiner eigenen Darstellung anzupassen ... sie also von den Einzelteilen etwas zu verändern und neu anzumalen. Und das Ergebnis konnte sich sehen lassen.

"Und was ist mit mir?" fragte zu Recht sein "minniglich Weib". So erstand er in einem bekannten Internet-Auktionshaus eine Frauen-Figur, der er dann auch das Gewand von "Anna von Copperno" verpasste.

Nach und nach wuchs sein Playmobil-Fundus auf diese Weise ... und als Mittelalter-Freund konnte man nie sicher sein, wen die Familie auf ihren Markt-Besuchen als nächstes im Visier hatte. Mit einer auf dem Flohmarkt erstandenen und den eigenen Bedürfnissen entsprechend umgebauten Burg entstanden schließlich kleine Darstellungen des mittelalterlichen Burglebens, die dann in Foto-Geschichten auf der Internet-Seite veröffentlicht wurden ...
und im letzten Jahr sogar ein gesamter Mittelaltermarkt (auf dem natürlich auch "Walburga's Geschichtenzelt" nicht fehlt)

Seine neueste Geschichte über die Burg-Belagerung durch die Wikinger (ein Wunsch von Arnulf's zahlreichen Fans) hat mir so gut gefallen, dass ich daraus eine Kamishibai-Version
für meine Erzählungen gemacht habe. Natürlich habe ich die Erlaubnis von Arnulf dafür bekommen ... und auch dafür, dass ich diese Geschichte hier als "Lichtblick" und Anregung
für eigene Erzähl-Ideen allen zugänglich machen darf. Deshalb könnt Ihr die Geschichte
"Wolke gegen die Wikinger" als PDF-Datei ganz einfach herunterladen ... in meiner "Geschichten-Krämerey".


(01.01.2013)
Auch für Bücher gilt: Wer rastet, der rostet ... oder passender gesagt ... der verstaubt! Auch Bücher dürfen "wandern". Deshalb hat unser Heimatverein auch die Anregung eines Dorfbewohners aufgegriffen und das "Treisberger Bischerhäusje" aufgestellt.

Seit einigen Tagen steht genau am traditionellen Standort wieder eine "Öffentliche Telefonzelle", doch ihre Bestimmung hat sich ein wenig gewandelt. Statt einer Fernsprech-Apparates lockt jetzt die Figur eines Bücherwurmes.
Fast fühlt man sich an das Märchen von "Frau Holle" erinnert, wenn man den Schriftzug "tauschmich" liest. Es ist, als würde das Brot im Ofen rufen: "Zieh mich heraus, zieh mich heraus ..."
Ja, gerne dürfen Bücher heraus genommen werden. Schön wäre es, wenn derjenige dafür auch ein anderes hinein legt ... wenn nicht sofort, dann vielleicht bei einem erneuten Besuch.

Willkommen sind laut Aushang Bücher aller Art ... Romane, Krimis, Kinderbücher, Märchen, Sagen, Legenden und auch Sachbücher (nur keine Telefonbücher ;-) - Ich habe gerade 5 Bücher hineingelegt (einen sagenhaften Jugendroman einer regionalen Autorin, einen Schokoladen-Duft-Roman, die Geschichte einer Wanderung sowie 2 Bewerbungs-Ratgeber)

Wie Ihr seht, gibt es auch Sitzgelegenheiten (und nicht nur diese eine) rund um das "Bischerhäusje". Einer unserer Dorfbrunnen plätschert munter daneben vor sich hin und gegenüber befindet sich das über die Grenzen des Taunus hinaus bekannte "Café Sachs" mit herrlichem Ausblick über das Weiltal. Genug Gründe, vielleicht auch für eine Lese-Stunde zu verweilen. Und vielleicht trefft Ihr mich im neuen Jahr auch dort an und ich erzähle Euch etwas ...

Neujahr 2013 ... Zum Jahresende habe ich alle Beiträge aus dem Jahr 2012 in das "Archiv" auf der folgenden Seite verschoben, so wie ich das jedes Jahr tue. Und wie immer lasse ich noch einmal alle Bilder, die ich mit diesen "Plaudereien aus meinem Nähkästchen" verbunden habe, an meinem Auge vorbei ziehen. Ich lese meine Gedanken, spüre die Gefühle wie ein Fadengespinst und webe Neues hinzu. Wie jedes Jahr habe ich einen Beitrag bestehen gelassen. Bei der Auswahl lasse ich mich davon leiten, was ich als die wertvollste Erinnerung für das kommende Jahr behalten möchte. In diesem Jahr sind es meine Gedanken "Ich bin ein Fabelwesen" ... sie dürfen mich daran erinnern, dass es nicht immer leicht ist, anders zu sein ... aber immer wieder faszinierend und schön!

Ich bin eine Märchen(ver)zauberin!



(18.01.2012) Wie ich darauf komme? Nun, in einem Internet-Netzwerk ist mir dieser Begriff begegnet ... verwendet offensichtlich für Menschen, die nicht in ein bestimmtes Business-Schema passen. Nun, ich bin stolz drauf, ein solches "Fabelwesen" zu sein. Und dafür gibt es mehrere Gründe:

1. Auch wenn deren Existenz nicht belegt ist, so haben Fabelwesen die Phantasie der Menschen beflügelt. Phantasie fördert Kreativität, Entwicklung, Wandel ... Ich bin wie der "Baldanders" eine wechselhafte Gestalt, welche die Veränderung der Welt und des Einzelnen in seinem Inneren symbolisiert ... und habe dabei immer das Positive, das "gute Ende" im Blick.

2. "fabelhaft", "märchenhaft", "sagenhaft", "fantastisch" ... das sind alles Begriffe, die wir als Synonym für "großartig" und "beeindruckend" verwenden.

3. Die Großen und Mächtigen, Fürsten und Könige haben sich schon immer gerne mit Fabelwesen umgeben :-) Sie sahen Drachen, Einhörner, Phönixe, Giganten, Meerjungfrauen, Elfen und Feen als  ein Abbild von vollkommener Stärke, Schönheit oder Reichtum der Natur.

Frühere "Plaudereien aus meinem Nähkästchen" findet Ihr
auf der folgenden Seite.