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... dann nimmt sie sich die Geschichte als Reisebegleitung."
(Walburga Kliem)


Und welche Lebens-Geschichten mir im aktuellen Jahr so begegnen, das könnt Ihr hier nachlesen.

Hinweis:
Gern dürft Ihr zu den Beiträgen hier Eure eigenen Gedanken in meinen Gästebuch schreiben. Sie könnten eine wertvolle Bereicherung sein.


(18.07.2014)

Das sind meine neuen Flyer ...
mit einer kleinen Geschichte ...
für meine Zuhörer zum Mitnehmen,
als persönliche Erinnerung ...
oder Weiter-Verschenken. :-)


(09.07.2014) In Wien wurde ich auch von einem Erzähler-Kollegen angesprochen, der darüber erstaunt war, wie aktiv ich in den "sozialen Netzwerken" im Internet bin ... bei XING war ihm das vor allem aufgefallen. Hier habe ich mal meine Antwort an ihn zusammengefasst:

Ich habe ja schon sehr frühzeitig die Vorteile des Internets zu schätzen gewusst, nachdem ich in den Jahren 2001/2002 als Teilnehmerin Online-Workshops für mich entdeckt hatte. So erkannte ich, dass es auch dann eine Möglichkeit gibt, an der Alltagskommunikation im weiten Kreis und beruflicher Weiterbildung teilzunehmen, wenn man dort zu Hause ist, wo sich "Fuchs und Hase gute Nacht sagen" und zusätzlich eigentlich durch Familie und Elternzeit andere Management-Aufgaben wahrnehmen muss.

So ist mir also der darauf folgende Sprung in die freiberufliche Tätigkeit auch erheblich erleichtert worden. Helmut Wittmann hat in Wien einen Workshop mit dem Titel "Und das Wort wird Byte" durchgeführt. Nun, diese Entwicklung verfolge ich nun schon seit mehr als zehn  Jahren.

Ich habe z. B. für mich erkannt, dass Print-Werbung (vor allem, wenn z. B. Flyer ohne zündende, ansteckende und begeisternde Kommunikation verteilt werden) wenig bringt. Es braucht ein persönliches Gespräch und eine emotionale Verbindung. Und weil ich erlebte, dass die Menschen in meinen Online-Workshops auf meine Gedanken, Beiträge und Impulse genauso reagieren, als wenn ich ihnen persönlich gegenüberstehe, war es doch logisch, es auch genau dafür zu nutzen.

Hier treffe ich auf viele Menschen und das ortsunabhängig ... bin sozusagen auf der ganzen Welt präsent, auch wenn ich dort nie hinkommen sollte, meine "Zuhörer" sind ja ebenfalls mit allen verbunden und erzählen es weiter ... ist das nicht unser Ziel als Geschichtenerzähler?

Ja, bei Facebook bin ich auch ... sogar noch mehr als hier und die Möglichkeiten, mich dort als Gesamt-Persönlichkeit authentisch zu präsentieren. (Helmut Wittmann ist dort übrigens auch sehr aktiv!)

Sieh es mal so: Ein großer Vorteil der Internet-Kommunikation ist auch, dass nicht jeder zur gleichen Zeit anwesend sein muss. WANN  jemand meine Beiträge liest, hängt von den unterschiedlichen Gewohnheiten, Verpflichtungen und sogar Zeitzonen ab. Ich habe gar nicht erst angefangen, den Empfehlungen von Internet-Marketing-Experten zu glauben, wann man seine Nachrichten schreiben soll, was genau die idealen Beiträge sind und welche Schlüssel-Wörter man verwenden muss, um in den Suchmaschinen ganz oben aufzutauchen.

Ich halte es so, wie ich das auch im realen Leben machen würde: Ich schreibe, wenn ich glaube, dass ich das jetzt gerade mit anderen teilen möchte. Ich teile die Beiträge, von denen ich glaube, dass es nicht nur für mich interessant ist. Ich interessiere mich dafür, was andere schreiben und kommentiere, weil ich - wenn ich schon nicht visuell als Zuhörerin gesehen werde - wahrgenommen werden möchte und gleichzeitig anderen Wertschätzung und Anerkennung entgegenbringen will.

Wenn ich allerdings unterwegs bin ... auf Veranstaltungsreisen oder im Urlaub ... dann kann man mich im Internet nicht lesen. Ich besitze keinen Mobilfunk-Zugang, kein Tablet und kein I-Phone.

Das sind dann meine persönlichen Auszeiten ;-)

Übrigens ... Ihr müsst kein Berufs-Erzähler oder Berufs-Erzählerin sein, um diese Art von Netzwerken im Internet für Euch zu nutzen. Im September biete ich wieder einen Online-Workshop zum Thema an: "Präsentation und Selbstmarketing mit Storytelling" an.



ErzählerInnen-Treffen in Wien vom 01. - 03. Juli 2014

... organisiert vom Verband der Erzählerinnen und Erzähler

... im Kreis von ca. 80 TeilnehmerInnen aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Tschechien (zweite Reihe von hinten Mitte rechts) .

Es waren drei erlebnisreiche Tage des Erzählens, Zuhörens, Begreifens, Erfahrens, Genießens, Schenkens und dankbar Annehmens. Zum Beispiel diese kleinen Geschenke, von denen jede/r eines bekam. Mit dem ersten konnten wir unseren Sprachschatz zu erweitern. Was sagt dieser Begriff wohl aus? Hilfreich könnte vielleicht folgendes Zitat sein, das ich im Internet gefunden habe:

„Oh, Sie Kreuzköpferl, Sie! Nein, daß ich heute noch einen solchen Spaß erlebe!... Herr Jesus, was Sie doch gescheit sind!“
(Marie v. Ebner-Eschenbach, Das Gemeindekind)

Und dabei denke ich mir, dass es jemand ist, der nicht nur gut aufpasst, was die Lehrer so sagen, sondern eben auch (im wahrsten Sinne des Wortes) ver-rückte Gedanken hat ... sein Gehirn also quasi "über Kreuz" mit beiden Hälften benutzt ... das Gelernte auch anwendet.

Das zweite Geschenk: Am ersten Tag des Erzählertreffens erzählte Hertha Glück zwei Teilnehmenden eine Geschichte. Diese sollte im Laufe der Veranstaltung "von Mund zu Ohr" weiter gegeben werden ...

... und am letzten Tag erzählte diejenige, die sie als letzte gehört hatte, dem versammelten Publikum und Hertha stellte dem ihre Original-Geschichte vor. Und dann bekam jede/r ein kleines Gläschen ... Blüten- und Kräutersalz von Hertha Glück und ihrer Mutter selbst gesammelt und zubereitet. Und an dem Gläschen der Spruch des Orga-Teams:


"Erzählen ist das Salz des Lebens"


Welches "Mund-zu-Ohr-Märchen" es gewesen ist? Nun, das können z. B. diejenigen erfahren, die meine "Lichtblicke per Mail" im Juli bekommen ... denn natürlich erzähle ich es weiter.


(12.06.2014) In der letzten Ausgabe unserer Dorf-Zeitschrift "Treisberger Blatt" widmete Wolfgang Ettig einen Artikel den früheren dörflichen Spott-/Uznamen, die in unserer Umgebung verwendet wurden. Und da ich in meinen nächste Woche zu verschickenden "Lichtblicken per Mail" das Leitthema "Vorurteile" ausgewählt habe, stelle ich Euch hier einige Auszüge daraus vor:

"Das mit den lieben Nachbarn ist so eine Sache! Einerseits ist man froh, wenn man sie hat, andererseits kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn's dem Nachbarn nicht gefällt ... Insbesondere, wenn es um die Belange des eigenen Dorfes ging. Gemarkungsstreitigkeiten bildeten eine Form der Zwietracht und waren mehr oder weniger an der Tagesordnung. Nach diesen Grenzen richteten sich in erster Linie die steuerlichen und gerichtlichen Verhältnisse der Dorfgemeinschaften. Ebenso waren Weide- und Holzungsrechte der Gemarkung unterworfen. Trotz allem waren die Menschen aufeinander angewiesen. Einigen wir uns daher ... auf das Sprichwort: "... es ist kein Nachbar nie so gut, der nicht ein bisschen spotten tut."

Weiterhin führt Wolfgang Ettig aus, dass es sich bei den Bezeichnungen, die die Leut' hier für die jeweils anderen Dörfer verwendeten, sowohl um Necknamen, Spottnamen als auch um Schimpfnamen handelt ... Uznamen. Schließlich war es in alter Zeit eine Möglichkeit, die Menschen der umliegenden Ortschaften einzuordnen, sie Fremden zu beschreiben und praktisch ein Bild von der Lebensweise zu "malen". Man steckte sie also sozusagen "in Schubkästen", was auch dazu führte, dass diejenigen, die von diesem Bild abwichen, sofort Gegenstand von Klatsch und Tratsch wurden.

"... Dabei kam es vor, dass die Bezeichnungen in einer ehemals mitunter unsensiblen, rauen Art und Weise formuliert wurden. Und selbstredend von den so Verspotteten nicht minder derb an die Gegenseite zurückgegeben wurden. So enthalten die Begrifflichkeiten bisweilen alle Schattierungen, die vom augenzwinkernden Uzen bis hin zum handfesten Spotten reichen. Je nachdem, wie wohlgesonnen sich die jeweiligen Parteien waren ..."

Mancherlei Anekdoten hat Wolfgang Ettig zusammengetragen, in Gesprächen u. a. mit der "Brombacher Runde, dem Seniorentreff "Silbergrau, der Heimat- und Brauchtumsgruppe Hunoldstal, mit Sabine Preußer aus Altweilnau (von dort waren mir einige der Begriffe auch schon bekannt) und anderen. Ich möchte Euch hier stellvertretend mal den Uznome von meinem Heimatdorf vorstellen:

"Zou Treisberg säät mä hey en de Geeschend ofach Draasberg ... so sollte man meinen. Doch im Sprachgebrauch der Bewohner der umliegenden Ortschaften jedenfalls ist unser Ort schon recht lange das >Dorf der Pispeler<.. Der Begriff leitet sich offenbar von Flüstern (pispeln, pissbern, pischpern, bispeln) ab. Somit ist vordergründig zunächst einmal jemand gemeint, der (von Natur aus) mit leiser Stimme redet - ein Flüsterer. Ob nun die Treisberger in früheren Zeiten tatsächlich mit leiser Stimme oder gar in ihrem ortseigenen Dialekt undeutlich redeten, ist nicht belegt.

In Anspach hieß es: Ein Pispeler ist einer, der nie etwas gerade aus und deutlich sagt, sondern eher etwas hinter vorgehaltener Hand von sich gibt. Also tratscht, jemanden heimlich informiert; gar über andere von oben herab redet. Und dies dann in einer, im übertragenen Sinne, raunenden Weise, die dennoch jeder hören kann (und soll).

Heinrich Müller
(Anmerkung: ehemaliger Bürgermeister und Chronist) nimmt in einem Gedicht die Draasbejer Pispeler nicht in Schutz, sondern umschreibt ihr Wesen durchaus selbstironisch:

Die Pispeler, das glabt mer nur,
de ganze Toag o aner Dur.
Dei pispele, ob's reent, ob's schneit,
mer hirrt se oft wer waaß wei weit.
Doch amool hunn se su gepispelt
und durchenanner laut gewispelt,
mer hots en Finsterndoal gehirrt,
do war en Hunsel was passiert!

Und eine nette Anekdote, die sich um den Beinahmen rankt, ist folgende: Demnach pispelten die Treisberger, weil sie bewusst den Mund beim Sprechen nicht so weit öffneten. Man wollte vermeiden, die stetig auf dem Berg vorherrschende Pferdskopfkälte einzuatmen. ;-)

Wer noch mehr wissen möchte, z. B. über die

* Aaleweiler Staaritscher
* Bottermelchsöffer
* Finsderndäler Mestkogge
* und andere Taunusbewohner,

der kann das "Treisberger Blatt" gerne in einem unserer Gasthäuser käuflich erwerben (Einzelausgabe 2,50 Euro), auf der Treisberger Webseite bestellen oder auch gerne mal in der aktuellen Ausgabe bei mir blättern, falls Ihr z. B. zu den "2. Treisberger Visematenten" am kommenden Sonntag dabei seid.


(08.06.2014) So sieht es aus, wenn Kinder bei mir "Geschichte in Geschichten" mit dem Kamishibai erleben. Anhand von Bildern zum "Götz von Berlichingen" erzählte ich nicht nur die Geschichte des Ritters, sondern die Kinder konnten auch einigen wissenswerten Details zur damaligen Lebensweise der Menschen lauschen und diese erblicken.



(03.06.2014) Es war wieder einmal ein ganz besonderes Erlebnis ... am letzten Wochenende auf dem 4. Mittelaltermarkt im Steinbruch Cornberg. (Das Foto wurde eine Woche vorher in Illingen aufgenommen, doch das darin gespiegelte Gefühl passte einfach).

So etwas von wirklich familiär mit viel Herzblut. Aber das wirklich Einmalige für mich war: Ich fühlte mich wirklich und wahrhaftig als gleichberechtigtes Mitglied der kunterbunten Künstlergruppe, in der neben verschiedenen Musikgruppen (typische Marktmusik, liebliche Balladen, deftiger und humorvolles Saiten-Duo aus Gitarre und Geige) auch die Nachwuchs-Jongleure, ein Zauberer und spontane Aktionen der Lagergruppen vertreten waren. Ich bin sehr dankbar dafür, denn es ist etwas, was Geschichtenerzähler/innen nur sehr selten geschenkt bekommen, wie Ihr hier lesen könnt:

"Auf meiner eigenen Seite darf ich ja ganz frei schreiben und auch einmal laut denken.
Nun habe ich in diesem Jahr schon einige Mittelaltermärkte mit gestaltet. Als Erzählerin wurde ich eingeladen. Es gab meist auf den Märkten auch ein Programm. Es soll Besuchern eine Hilfe sein, um sich einen Überblick zu verschaffen, was sie alles geboten bekommen. Gerade dann, wenn sie Eintritt gezahlt haben.

...Ja, wir Gagenkünstler kosten nun einfach einmal Geld.

Doch warum vergessen so manche Veranstalter, dass sie eine Erzählerin eingeladen haben? Sie bezahlen mich doch. Warum stehe ich nicht auf dem Programm? Warum gibt man nicht mehr Zuhörern die Gelegenheit bei einer Erzählerin zu verweilen um sich auch diese uralte Kunst an zu hören und zu sehen?

Ob ich für einen Zuhörer erzähle oder für 20, eine Geschichte ist immer so lang wie eine Geschichte eben ist. Es kostet nichts mehr. "
(Gedanken meiner Freundin Katja Volmar, Geschichtenerzählerin, auf ihrer Facebook-Seite)

" ... Ob ich für einen Zuhörer erzähle oder für 20, eine Geschichte ist immer so lang wie eine Geschichte eben ist. Es kostet nichts mehr ...", schreibt Katja. Doch der "Gewinn" für den Veranstalter ist um ein Vielfaches höher. Stellt Euch doch einmal vor: 20 statt ein Zuhörer erzählen später weiter, dass sie auf dem Markt eine "Oase des Wohlgefühls und der Erinnerung an längst vergessene Zeiten" entdeckt haben und es sich lohnen würde, dort wieder hin zu kommen.

Und noch besser wäre es, wenn sie sagen würden: Dieses Labsal hat keinen Cent zum Eintritt mehr gekostet!

Das wäre mein Traum: Veranstalter, die genau wissen, dass Erzählerinnen und Erzähler ihr Publikum zum Weitererzählen motivieren ... und die Wertschätzung dessen in einer angemessenen Gage und eine würdige Ankündigung stecken.

In Illingen und Cornberg wurde mir diese Wertschätzung zuteil. (Wobei ich in Illingen auf eine Gage verzichtet habe, es war mein Beitrag zur Spendensumme von rund 25.000 Euro an den Kinderhospizdienst Saar ... und einen Kamishibai-Bildsatz des Märchens "Momotaro, der Pfirsichjunge" gab es noch obendrauf!).

Übrigens, ein besonders kleines Erinnerungsstück an Cornberg ist das "Aktiven-Bändchen", das wir dort erhielten: ein Armband mit 3 Natur-Holzperlen (also nicht so ein Plastik-Streifen). Es wird mich noch lange daran erinnern und die Vorfreude auf das nächste Jahr wach halten.

Ich habe es nur noch mit 2 kleineren Perlen ergänzt, die sich auch in meinem Gewand wiederfinden.




 ... sprach Fatmeh. "Verzeiht, wenn ich euch sage, dass euer Empfang meiner Geschichte nicht würdig ist. Man kann doch Menschen mit solch verdrehten Gesichtern nichts erzählen." Fatmeh schloss die Augen. "Nein! Bei der Seele meiner Mutter, wenn ihr mich nicht um die Geschichte bittet, werde ich gehen", sprach sie sehr ruhig."

Dieses kleine "Schnipselchen"  aus "Erzähler der Nacht" von Rafik Schami hat sich - genauso wie die Geschichte, die Fatmeh dann erzählt - tief in meinem Herzen eingenistet.

Deshalb erzähle ich z. B. auf Märkten in meinem Märchenzelt niemals zu festen Zeiten, sondern immer dann, wenn mich die Besucher um eine Geschichte BITTEN ... und wenn sie dann auch noch strahlende Freude im Gesicht darüber zeigen, dann ist das doppelt schön.

Deshalb nehme ich auch Einladungen/Aufträge von Menschen (egal ob im Mittelalterlager oder auch sonstwo), zu ihnen zum Erzählen zu kommen, gerne an. Doch wenn ich merke, dass die Gesellschaft alles andere will als  wirklich einer Geschichte zu lauschen, dann trinke ich meinen Tee und gehe. ;-)

Manche Selbständige und Freiberufler (nicht nur Erzähler) sind ja der Meinung, dass sie jeden Auftrag annehmen ... wenn nur das Honorar als "Schmerzensgeld" hoch genug ist. Ich gehöre nicht dazu!


(14.05.2014) "Klassiker der Weltliteratur für Kinder" - das ist eine Buch-/Hörbuch-Reihe aus dem Kindermann-Verlag. Schon seit Jahren gehört auch die "Ringparabel" aus "Nathan der Weise" zu meinem Erzählrepertoire. Jetzt möchte ich mein Programm mit einigen anderen Werken aus dieser Reihe erweitern. Und meine Wahl fiel als erstes auf "Götz von Berlichingen". Vielleicht empfindet das mancher als ungewöhnlich, aber dahinter steckt
(wie bei mir nicht anders zu erwarten) eine besondere biografische Geschichte.

Das Textbuch zu diesem Schauspiel von Goethe war eines der ersten Bücher, die ich aus dem Bücher-Regal meiner Mutter fischte. Ich hatte davon gehört, dass sie am "Harzer Bergtheater zu Thale" gelegentlich als Statistin auftrat. Ich war damals vielleicht 9 oder 10 Jahre alt, als ich es las. Erst viel später erzählte mir allerdings mein Vater, was ihn mit diesem Theaterstück verbindet (denn meine Eltern waren geschieden und ich sah meinen Vater erst nach 40 Jahren wieder). Er schickte mir dazu dieses Foto:

Der Junge auf dem Arm des Ritters ist mein Vater. Meine Großmutter und ihre Kinder waren damals schon Stamm-Statisten am Bergtheater Thale. Sie verdienten sich damit ein "Zubrot" zum Familien-Einkommen. Das Stück wurde 1953 aufgeführt und es war für meinen Vater eine richtige kleine Sprech-Rolle. Somit verdiente er auch statt der üblichen 2 Mark pro Vorstellung 8 Mark ... und die durfte er auch ganz allein für sich verwenden, für sein erstes eigenes Fahrrad.

Und so habe ich mich entschieden, dies Szene auf dem Bild als Ausgangspunkt für meine Erzählung dieses "Klassikers der Weltliteratur" zu verwenden ... eine Erzählung, die auch für Kinder ab 8 Jahren ein Erlebnis sein kann ... angelehnt an das Original von Goethe und doch in einer verständlichen Sprache. Und das so manches Zitat daraus auch heute noch verstanden wird ... und nicht nur der berühmte Ausruf an den Hauptmann der Belagerer ;-) ... zeigt dieser Ausschnitt aus dem 3. Akt:

„Hab ich nicht unter den Fürsten treffliche Menschen gekannt, und sollte das Geschlecht ausgestorben sein? Gute Menschen, die in sich und ihren Untertanen glücklich waren; die einen edeln freien Nachbar neben sich leiden konnten und ihn weder fürchteten noch beneideten; denen das Herz aufging, wenn sie viel ihresgleichen bei sich zu Tisch sahen …

Ich erinnere mich zeitlebens, wie der Landgraf von Hanau eine Jagd gab und die Fürsten und Herrn, die zugegen waren, unter freiem Himmel speisten und das Landvolk all herbeilief, sie zu sehen. Das war keine Maskerade, die er sich selbst zu Ehren angestellt hatte. Aber die vollen runden Köpfe der Burschen und Mädel, die roten Backen alle, und die wohlhäbigen Männer und stattlichen Greise, und alles fröhliche Gesichter, und wie sie teilnahmen an der Herrlichkeit ihres Herrn …


Sollten wir nicht hoffen, daß mehr solcher Fürsten auf einmal herrschen können? daß Verehrung des Kaisers, Fried und Freundschaft der Nachbarn und Lieb der Untertanen der kostbarste Familienschatz sein wird, der auf Enkel und Urenkel erbt? Jeder würde das Seinige erhalten und in sich selbst vermehren, statt daß sie jetzo nicht zuzunehmen glauben, wenn sie nicht andere verderben … Das wäre ein Leben! Georg! wenn man seine Haut für die allgemeine Glückseligkeit dransetzte.“

Meine Erzählfassung wird übrigens etwa eine Länge von 45 Minuten haben (so genau lässt sich das bei mir nicht immer sagen, weil ich ja immer anders und publikumsorientiert erzähle). Premiere ist auf dem "Großen Mittelaltermarkt zu Illingen" vom 23.- 25.05.2014.


Am 1. Mai unterwegs auf der Familien-Sagen-Wanderung im Taunus. Ich erzählte von "Eberhard" (meinem Wanderstock, der auf dem Bild zu sehen ist), vom "Sumpfschrat" (was aber die Kleinen nicht vom Patschen in den Pfützen abhielt) und die "Sage vom Fuchstanz".

Und so sah es am 11. Mai (Muttertag) bei mir aus. Ich hatte zu den "1. Treisberger Visematenten" eingeladen ... zum Erzählen in meinem Zelt auf unserem Hof. Leider spielte das Wetter nicht so richtig mit, es war wechselhaft, schauerlich kühl und windig. So räumte ich unsere Garage zur "Märchen-Grotte" um und stellte das Zelt nur als Eingangsbereich davor.

Besonders freute ich mich über den Besuch meiner über 80jährigen Nachbarin, die es sich nicht nehmen ließ, während eines Regenschauers zu kommen. "Nehm' ich den Schirm oder nehm ich den Stock ...?" Das war die Frage, die sie mir lachend erklärte, nachdem sie Platz genommen hatte ... mit Schirm ;-)


(03.05.2014) "Warum lächelt Mama eigentlich ständig so?" - Die Frage, die mein 12jähriger Sohn die Woche während eines Gespräches am Familientisch stellte, überraschte mich ein wenig. Ich wollte wissen, was er damit meinte. Er antwortete, dass ich immer mit so großen Augen und einem lächelnden Mund sitzen würde, wenn wir uns unterhalten. Könnte sein, dass es so aussieht, wie auf dem nebenstehenden Foto (Quelle: Pixabay).

Nun, bestimmt lächle ich nicht immer, aber wenn, dann kommt es aus dem Herzen. Und ich habe deshalb wieder einmal einen älteren Beitrag hervorgeholt, den ich im Jahr 2008 hier schrieb:

Sprüche hatte meine Oma (mütterlicherseits) an ihren Wänden zu hängen. Sprüche, die ihre Ansichten, Einstellungen und ihr Verhalten prägten. Sprüche, die mir schon als Kind immer wieder zu denken gaben. Irgendwie bäumte sich bereits damals meine innere Stimme (obwohl ich noch nicht wusste warum) gegen Aussagen wie diese auf:

Wenn mir mein Hund das Liebste ist,
so denke nicht, es wäre Sünde.
Mein Hund blieb mir im Sturme treu,
der Mensch nicht mal im Winde.

Im Laufe der Jahre wurde gerade dieser Text wie ein rotes Tuch für mich, weil es wirklich ein Lebensmotto - ein unerschütterlicher Glaubenssatz - meiner Oma gewesen ist. Heute ist mir noch ein anderer Spruch in Erinnerung gekommen:

Immer nur lächeln, immer vergnügt,
immer zufrieden, wie's immer sich fügt,
lächle trotz Weh und tausend Schmerzen,
wie's hier drinnen aussieht, geht niemand was an.

Vielleicht gab es ja für meine Oma einen Zusammenhang zwischen diesen beiden Sprüchen. Es macht mich traurig und ich frage mich, wie man so etwas aushalten kann:

Wie kann jemand jahrelang, vielleicht ein Leben lang, eine Maske tragen?
Wie kann jemand es ertragen, seine wahren Gefühle nicht zu offenbaren?
Welche Enttäuschungen haben zu diesem Vertrauensverlust anderen Menschen gegenüber geführt?
Wie groß muss ein Schmerz werden, bis sozusagen auch die letzte ehrliche Freude verloren und die Liebe zu sich selbst und zu anderen eingefroren ist?

Ich wollte so nie leben. Und doch ertappe ich mich so manches Mal dabei, dass ich glaube, etwas "verdrängen" zu können. Aber es geht nicht! Wenn ich versuche, meine Gefühle einzusperren oder mir einzureden, dass ich genau das Gegenteil fühlen könnte, genau dann verursacht mir das noch viel mehr Schmerzen. Es ist, als ob etwas in mir gegen Mauern rennt oder an den vergitterten Fenstern rüttelt.

Und wenn ich keinen hatte, mit dem ich meine wahren Gedanken und Gefühle teilen konnte, dann habe ich als Kind immer für mich allein erzählt, getanzt und gesungen ...

Später habe ich geschrieben ... dann wieder Papier zerrissen, Dateien gelöscht ... aber das Überwältigende war: Gedanken und Gefühle, die ich einmal heraus gelassen habe, lassen sich nicht mehr vernichten. Wenn ich jedoch ganz genau in mich "hinein horche", dann sind es nur die schönen, witzigen und guten Situationen, die als Erinnerungen bei mir bleiben. Die anderen fliegen einfach irgendwann davon. Wenn doch ab und zu einige kleine schmerzhafte "Splitter" zurück kommen, dann sind sie wichtig für mich, wollen mich vielleicht etwas lehren. Aber verletzen, verletzen können sie mich nicht mehr.


(24.04.2014) ... wenn sie von Wollen kommt, würde sie ja Wulst heißen." - Ein Zitat, das verschiedenen Quellen zugeordnet wird. Auch während meiner Ausbildung zur Goldmund-Erzählerin habe ich es vom "Meister" oft gehört und stellte es gedanklich schon damals in Frage.

Als mich dann 3 Jahre später eine angehende Erzählerin fragte, wie genau man erkennt, was "gekonnt" oder nur "gewollt" ist ... es gäbe ja so viele "Bewertungskriterien, die fernab von technischer Finesse sind" ... da antwortete ich dies:

Ja, das ist auch ein Gedanke, der mich immer wieder beschäftigt. Ich glaube, dass es irgendwie ein Verhältnis ist wie "Yin" und "Yan" ... es braucht beides ... mal das eine und mal das andere in stärkerem Maße. Es gibt Menschen, die erarbeiten sich ihr Können im Schweiße ihres Angesichts und durch stetiges Üben. Ich habe die allergrößte Hochachtung vor diesen Menschen. Ich bewundere sie für ihre Ausdauer und ihren Fleiß. Und es gibt andere, die Kunstfertigkeit nicht überwiegend durch diesen "Kampf" erreichen, sondern ganz einfach durch den inneren Glauben, Vertrauen, Liebe und Begeisterung ... sie wollen einfach und das Können stellt sich ganz von allein ein.  

Ich sehe mich häufiger in der zweiten Gruppe. Es hat eine Weile gedauert, bis ich mir das wirklich bewusst gemacht habe. Die Ahnung ist mir während der Goldmund-Ausbildung aufgestiegen, doch wirklich erlebt habe ich es dann während meiner Wanderung im letzten Jahr. Niemals wäre ich früher auf die Idee gekommen, dass ich überhaupt 500 km wandern könnte ... und mich noch früher auch nicht im Traum getraut, dass ich mich allein auf den Weg machen würde. Aber dann WOLLTE ich es unbedingt: als "wandernde Mundwerkerin" zu meiner Kunst als Geschichtenerzählerin finden.


(10.04.2014)


Von 1996 - 2008 waren mein Mann und ich begeisterte Teilnehmer der Mitsubishi Ralliart Trophy - einem Trial-Wettbewerb für serienmäßige Fahrzeuge. Wer uns zu Hause besucht, kann die Pokale noch auf den Regalen sehen. Vor einigen Jahren habe ich die Erlebnisse in einer kleinen Geschichte umgesetzt:

1996 kauften wir uns einen Geländewagen. Wir verbrachten damals  unseren Urlaub gerne in den Bergen und wollten auch im Winter dafür gut gerüstet sein. Von unserem Autohändler erhielten wir eine Einladung zu regelmäßig stattfindenden Geschicklichkeitswettbewerben und da eine der Veranstaltungen in der Nähe unseres Wohnortes stattfand, sahen wir uns das mal an. Sofort packte uns die Begeisterung. Unsere Kollegen erklärten uns für verrückt, mit dem teuren Auto an so etwas teilzunehmen, doch dann fuhren wir das erste mal nach Lauterbach/Hessen, denn angekündigt war ein Wochenende mit Spiel und Spaß für die gesamte Familie. 

Der Wettkampf war immer so gestaltet, dass Sicherheit oberstes Gebot hat. Es ging nicht um Schnelligkeit, sondern nur darum, das Fahrzeug in schwierigen Situationen zu beherrschen. Ein abgesteckter Gelände-Parcours mit mehreren „Toren“ war zu bewältigen. Außerdem gab es auch verschiedene Spaß-Wettbewerbe, z. B. Rasenmäher-Geschicklichkeits-Parcour, eine Mountain-Bike-Strecke und im Festzelt war ein „elektronischer Bulle“ aufgestellt. Eigentlich war dieser Wettbewerb für die Erwachsenen gedacht, aber es zeigte sich bald, dass die Kinder viel mehr Spaß daran und vor allem viel mehr Mut dazu hatten. Am Ende wurde unsere jüngere Tochter mit 9 Jahren Siegerin im „Ladys-Cup“.

Die Begeisterung war so groß, dass wir von da an fünf Mal im Jahr übers Wochenende an den verschiedensten Orten in ganz Deutschland unterwegs waren.  Und schließlich kam mir der Gedanke, dass man doch einen Gelände-Trial mit dem Leben vergleichen kann und zwar so:

Jede Veranstaltung setzt sich aus mehreren Trial-Prüfungen (Sektionen) zusammen. – Auch das Leben ist in verschiedene Lebensabschnitte unterteilt. Auf einem Seminar habe ich erfahren, dass es im allgemeinen 7-Jahres-Abschnitte sind, von der Geburt bis zur Einschulung, die Schulzeit, die Zeit des Erwachsenwerdens, die Zeit der Gründung einer eigenen Familie...

Jede Sektion besteht aus einem Streckenabschnitt mit mehr oder weniger schweren Geländegegebenheiten und max. 5 Toren mit jeweils 2 Torstangen. Auf den Torstangen sind Kugeln angebracht, die beim Durchfahren nicht abgeworfen werden dürfen. – Das Leben hält in den einzelnen Abschnitten die verschiedensten Gegebenheiten für uns bereit. Sie sind nicht immer leicht, aber die Herausforderung bereitet auch sehr viel Spaß und Freude.

Die Strecke ist mit einem Absperrband für Zuschauer versehen. Fremdhilfe und Hinweise von außen ist nicht erlaubt. Aber manche halten sich aus unterschiedlichen Gründen nicht daran. Manchem ist schon mal ein spontaner Ausruf entrutscht: „Pass auf, die Stange!“ Aber, es liegt ja auch an den Teilnehmern, ob sie diesen Ausruf als Hilfe annehmen. Manch einer ist auch durch solche Zwischenrufe verwirrt oder darüber empört. – Auch in unserem Leben gibt es viele „Zuschauer“ – Eltern, Geschwister, Verwandte, Freunde, Arbeitskollegen und und und... Sie werden uns auch verschiedene Ratschläge geben wollen. Nicht immer sehen wir sie als gute Tipps an. Auf jeden Fall entscheiden wir selbst, was wir damit anfangen.

Das Befahren der ausgesteckten Sektion ist nur in der vorgeschriebenen Fahrtrichtung zulässig. Ebenso ist das Befahren einer Sektion während des Wettbewerbs nur einmal gestattet. – Es gibt keine „Generalprobe“, wir haben nur dieses eine Leben. Aber wir können aus den Fehlern, die wir vielleicht gemacht haben, für folgende „Sektionen“ lernen.

Wie gut jemand die einzelnen Sektionen bewältigt, hängt auch vom „Zusammenspiel“ des Teams (Fahrer und Beifahrer) ab. Der Fahrer verlässt sich auf die „Ansagen“ seines Beifahrers, der ihm z. B. sagt, wie groß der Abstand zum Tor noch ist und wann das Heck des Autos das Tor auf seiner Seite passiert hat. (Die Außenspiegel können wegen der engen Tore nur bedingt benutzt werden, sie sind meist eingeklappt.) Die beiden haben sich im günstigsten Fall schon vorher abgesprochen, wie sie diese Aufgabe in Angriff nehmen wollen. – Auch im Leben sollte sich „das Team“ (z. B. die Familie) immer absprechen und gemeinsam planen, wie sie einen bestimmten Abschnitt meistern.

Beinahe hätte ich ja noch eines vergessen: Jeder Teilnehmer erhält im Nennbüro eine Bordkarte. Sie befindet sich während des Wettbewerbs im Fahrzeug und ist an jeder Sektion den Streckenposten vorzulegen, damit die Ergebnisse eingetragen werden können. Für die Richtigkeit der Eintragungen ist jedoch jeder Teilnehmer selbst verantwortlich. – Und auch hier findet sich der Vergleich mit dem Leben – oder? Vielleicht habt Ihr alte Fotos oder Zeugnisse zu Hause. Manch einer führt Tagebuch für seine Gedanken und Erinnerungen des Lebens.

Wo findet Ihr die  „Bordkarte“ in Eurem Leben? Schaut doch einmal hinein! Freut Euch an Euren Erfolgen und entnehmt ihr Impulse für den weiteren Weg. :-)























(01.04.2014) Unter dieser Grafik habe ich heute einen "Feedback-Bogen" für meine Veranstaltungen entworfen: "Was Euch gefällt ..." steht als Überschrift und darunter:
"... soll auch in Zukunft zu meinem Angebot und Repertoire gehören."

Nun ist einer Freundin sofort aufgefallen, dass die Fragen ja nur auf "Positives" aus sind ... da könne doch auch der "traurige Smiley" entfallen, wenn ni...emand was zu "meckern" hat.

Nun, ich gebe zu, dass ich darüber auch während des Entwurfes darüber nachgedacht habe. Meine Fragen habe ich ganz bewusst - passend zur Überschrift - so ausgewählt. Meine Einstellung ist nämlich die: Wenn wir uns auf das Positive konzentrieren, dann wird das Kritische/Negative ganz von allein ausgeblendet ... es spielt keine Rolle mehr, wenn wir uns von Anfang an vornehmen, an unseren Stärken zu arbeiten (was auch meine Intension war).

Doch manchmal kann uns Kritik auch weiter bringen ... jedoch nur dann, wenn es eben nicht nur eine Aufzählung von Unzulänglichkeiten (Meckern) ist, sondern wenn uns konkrete Impulse für eine Verbesserung gegeben werden. Und ich vertraue einfach darauf, dass ich diejenigen, die mir also in diesem Sinne Gutes tun wollen, gar nicht darum bitten muss, dass sie mir das auch dazu schreiben (ggf. auf die Rückseite, wie in den Hinweisen angegeben)

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PS: Und nicht, dass Ihr auf "dumme" Gedanken kommt ... das ist KEIN April-Scherz!!! Die Feedback-Bögen verteile ich erstmals am Wochenende bei meinen Erzählungen auf dem "Treisberger Frühlingsmarkt".


(24.03.2014) Am Wochenende war ich im Norden ... im Land der Windmühlen.
Gemeinsam mit meinen beiden Erzähler-Freundinnen Julia Dörrbecker und Katja Volmar gestalteten wir den "Weltgeschichtentag", dieses Mal in der Windmühle Heimsen (Petershagen). Unser Quartier und freundliche Aufnahme fanden wir im Pfarrhaus des Ortes. Am liebevoll gedeckten Frühstückstisch mit aufgebackenen Brötchen - die übrigens sehr lecker schmeckten und überhaupt nicht zu lange im Ofen waren, wie die Pfarrerin sich entschuldigte - entspann sich ein Gespräch, das mich auch auf der Heimfahrt noch ins Nachdenken brachte.

Jemand meinte, dass es ja auch Bäcker gibt, die Sonntags offen haben und da meinte die Pfarrerin, es würde ihr niemals einfallen, Sonntags Brötchen zu holen. Der Sonntag ist der Tag des Herrn, der Tag der Ruhe, da wird nicht gearbeitet. Da wandte jemand augenzwinkernd ein, dass ja auch die Pfarrer Sonntags arbeiten ... in der Kirche predigen. Und ohne weitere Überlegung, ganz spontan fuhr die Pfarrerin fort: "Das ist ja keine Arbeit, das ist ja eine Feier ... die Arbeit habe ich ja vorher mit dem Entwickeln und Schreiben der Predigt, die Vorbereitung. Und das sieht ja auch meistens keiner ... die eigentliche Arbeit findet ja hier statt, im Pfarrhaus."

Und ganz genau so ist es mit uns Erzählerinnen und auch anderen Künstlern: Wieviel Arbeit dahinter steckt, das sehen die meisten nicht. Sie sind nicht dabei, wenn wir zu Hause Bücher auf der Suche nach neuen Geschichten wälzen, wenn wir anderen Erzählern zuhören, um nicht aufgeschriebene Geschichten weiter zu tragen (wie das Erzähler schon immer gemacht haben) ...  wenn wir sie in Gedanken oder schriftlich für unsere ganz eigene Vortragsweise bearbeiten, wenn wir ein Erzählprogramm erarbeiten, Requisiten besorgen, Plakate gestalten, Gespräche mit Veranstaltern führen ... wenn wir unsere Buchhaltung erledigen, von Auftritt zu Auftritt fahren, Erzähl-Zelte auf Märkten aufbauen ... und, und, und - all das ist in dem Moment, wenn wir auf der Bühne stehen, nicht sichtbar.

Zwei Gedanken-Gänge habe ich aus diesem Gespräch gezogen:
Der erste kam mir sofort im Gespräch. Es ist wichtig, dass wir unserem Publikum eben auch von unserer Arbeit erzählen, wo immer es sich ergibt ... dass wir sie teilhaben lassen an dem, was unsere Geschichten so wertvoll macht. Es ist "gekonntes Erzählen" (das waren die sehr lobenden Worte der Pfarrerin in der Veranstaltungspause, als sie sich mit mir unterhielt ... und ein großes Lob aus berufenen Munde!). Und genau deshalb plaudere ich hier immer wieder "aus meinem Nähkästchen", deshalb lassen wir in die Moderation unserer Veranstaltungen auch immer wieder Geschichten über das Erzählen einfließen (viele Leute denken immer noch, wir lesen vor oder lernen auswendig) Und ich habe auch keine Angst davor, hin und wieder eine Geschichte in meiner Erzählversion schriftlich zu veröffentlichen. Eine Zuhörerin, die mich am Samstag erstmalig live erlebte, gab mir das schönste Feedback: "Deine Geschichten kommen so genauso rüber, wie ich sie im Internet gelesen habe ... mit genau derselben Stimme ... so lebendig!"

Und als ich dann während der Rückfahrt auf der Autobahn so an diese "Weltgeschichtentags-Aufführungen" (wir hatten ja zwei ... am Nachmittag für Kinder und abends für Erwachsene) dachte, da kam mir in den Sinn: Ja, eigentlich sind unsere Auftritte ja Feiern ... aus der Freude heraus über unsere gelungene Arbeit. Und da ist es völlig egal, ob der Saal bis auf den letzten Platz besetzt ist oder ob sich ein kleines Häufchen von zwei Händen voll Menschen um die Tische verteilt hat. Es wird gefeiert und es wird nicht weniger ausgeschüttet oder früher Schluss gemacht, wenn weniger Publikum da sitzt. Wir feiern die Feste wie sie fallen ;-)

Und dieser Gedanke gab dann meiner Seele den Sonntag und dem Sonntag eine Seele!


(13.03.2014) Heute war ich für eine Kindergarten-Veranstaltung gebucht. Eine Teilnehmerin des Workshops "Bildgestütztes Erzählen mit dem Kamishibai" vom vorigen Jahr hatte mich gefragt, ob ich gerne in der KITA erzählen würde, in der sie arbeitet. Sie hätten gerade das Thema "Indianer" und würden dazu einige Märchen hören. Wie bereits letzten Monat in Usingen waren dazu zwei Gruppen vorgesehen ... die 2 - 3jährigen und die größeren Kinder.

Es war das erste Mal, dass ich Indianer-Märchen und -Geschichten erzähle, aber ich hatte mir einige passende Texte heraus gesucht, sie in meiner Vorstellung mit Klängen und Geräuschen versehen.

So packte ich mir verschiedene Instrumente aus meiner Schatzkiste ein ... wie immer mit dem Gedanken: Ich habe genug Erzählmaterial, WAS genau ich erzählen werde, wird der Moment zeigen.

Ein sonniger Tag versprach es zu werden, als ich mich kurz nach 08:00 Uhr am Morgen in mein Auto setzte, um die knapp 70 km nach Niederelbert zu fahren.

Mit einem keltischen Gewand (irgendwie sind das ja auch so etwas ähnliches wie Indianer ... Ureinwohner Europas eben ;-) und meiner gerade gestern aufgefrischten roten Haarsträhne war ich doch einer Squaw nicht unähnlich.

Da ich recht gut durch den Verkehr kam, war ich auch schon früher da und so nahm ich das Angebot, die Räume der KITA zu besichtigen sehr, sehr gerne an. Dabei konnte spüren, ...wie der Erzähl-Lust-Virus aus meinem Workshop sich schon verbreitet hatte ... nicht nur, dass mir die Kindergärterin zu Recht stolz erzählte, dass sie mehr und mehr frei erzählt, statt vorzulesen. An einer Wand entdeckte ich bunte Bilder zu einer Indianer-Geschichte. Dabei hatte sich die Betreuerin  von meiner Variante für Reihengeschichten inspirieren lassen, bei der das Bild auf einem A4-Blatt nach und nach aus einer Art Kuvert gezogen wurde. Jedes der Kinder erhielt eine Kopie dieses Blattes, auf dem die Konturen der Geschichte vorgezeichnet waren und die Kinder konnten sie selbst ausmalen und ergänzen.

Überall in der KITA waren Hinweise auf das Thema "Indianer" zu entdecken ... ein Totem-Pfahl und ein kleines Tipi im Erzähl-Raum, dazu aus Holz und Papierschnipseln ein angedeutetes Feuer (das ich doch gleich in meine Geschichte einbezogen habe). An einer Wandtafel erfuhr ich, was die Kinder schon alles über Indianer wussten, daneben hing ein Bild von einem riesigen Büffel. Die Kinder hatten Masken und Traumfänger gebastelt ... und im Außenbereich war ein Großvater gerade dabei, ein richtig großes Tipi aus Holz und Strohmatten zu bauen ... fast fertig.

Die Kinder waren total begeistert von meinen Klang-Instrumenten, die ich mitgebracht hatte (auch die ganz Kleinen). Besonderer "Star" war die Donnertrommel. Und sie lauschten ganz aufmerksam , wollten mich gar nicht gehen lassen ... ich soll unbedingt wieder kommen.

Den Apfel aus der Geschichte "Wie Winnetou seine erste Feder bekam" hab ich dann den jüngsten Zwergen auch da gelassen ... zum Teilen. So haben sie außer den Geschichten noch ein anderes Stück von mir in sich aufgenommen.

Es war einfach ein wunderschönes Erlebnis ... etwas, das lange nachwirkt.

Und nun ist es Abend ... im Fernsehen gibt es eine Sondersendung, einen "Brennpunkt" ... den ganzen Tag schon hallt ein Name durch die Medien: Hoeneß ... und mir fällt dazu nur das ein:

Wenn die Leute nur mal MITeinander so viel reden würden, wie sie ÜBER andere reden *seufz*. Also ich habe den Tag mit sehr angenehmen Gesprächen verbracht ... MIT kleinen Menschen, die doch sooooo groß-artig mit Zuspruch, Zuneigung, Lob und liebevollen Gefühlen umgehen können:

... ein noch nicht 3jähriges Mädchen, das mich beim Rundgang durch den Kindergarten, in dem ich erzählte, am Kleid zog (sie kannte mich noch gar nicht, es war vor der Geschichtenstunde) und meinte: "Wir haben für Dich gekocht!" Und dann reichte sie mir ihren Puppenteller, Gäbelchen und Löffelchen und die Augen leuchteten, als ich sagte, dass die Möhren mit Kartoffen ganz lecker schmecken.

... oder der ca. 5 - 6jährige Junge, dem sich zum Ende durch den ganzen großen Auflauf all der Kinder drängelte, die meine Klang-Instrumente ausprobieren wollten. Er nahm ganz weich meine Hand, schaute mir fest durch seine Brille in die Augen und sagte: "Herzlichen Dank für die wunderschönen Geschichten!" ... ohne Aufforderung, einfach so aus der Freude heraus.

Das sind die Dinge, über die ich reden möchte! Es sind die einfachen, kleinen Dinge, die mehr Aufmerksamkeit verdienen als ein armer reicher Mann, der heute für eine Straftat zur Verantwortung gezogen wurde!


Eine liebe Freundin erinnerte mich heute an einen bulgarischen Brauch, den ich schon aus meiner Jugend her kenne (ich hatte mal eine bulgarische Freundin und unsere Schulabschluss-Fahrt führte uns auch in dieses Land).

Die Marteniza („Märzchen“) ist ein Talisman für Gesundheit und ein langes Leben, was jeweils die Farben symbolisieren: rot für rote Wangen bzw. weiß für weißes Haar und hohes Alter. Diese kleinen Püppchen, Bommeln oder Armbänder schenkt man in der Woche ab 1. März Familie und Freunden mit dem Segenswunsch: „Cestita Baba Marta“

"Baba Marta" ist eine volkstümliche Umschreibung für den Monat März (Baba = Oma, Marta = März). Zugleich steckt hinter dem Marteniza-Brauch der alte Glaube, dass das Großmütterchen März als alte, launische Frau durch Geschenke mild gestimmt werden kann, damit sie nicht zornig wird und Kälte über das Land schickt.

Man steckt sich die Püppchen oder Bommeln an (dort, wo das Herz ist) oder als Armband am linken Arm. Die rot-weißen Glücksbringer trägt man solange, bis man ein erstes Frühlingszeichen – einen Storch, eine Schwalbe oder einen blühenden Baum – sieht. Auch den Kühen, Ziegen, Eseln werden die Bänder angehängt, in der Hoffnung, dass das Vieh gesund bleibt. Dann (ca. ab 22. März - 1. April) hängt man sie auf einen (Obst)-Baum, oder legt sie unter einen Stein und wünscht sich etwas Schönes.

Ich hab noch rote und weiße Baumwoll-Fäden gefunden und werde sie verschenken. :-)

Weitere Infos - auch die Legende, die dahinter steht, könnt Ihr auf der Webseite der Bulgarischen Gesellschaft nachlesen.


(13.02.2014) Es ist traurig, aber es bleibt mir nichts anderes übrig. Erst auf Nachfrage erhielt ich gestern diese Mail, nachdem ich mich bereits vor Wochen auf einem Markt beworben habe:

Hallo Walburga,

danke für dein Interesse an unserer Veranstaltung.
Da es für uns der erste Markt ist und wir keinerlei Erfahrungswerte haben, habe ich leider auch nur ein eingeschränktes Budget
für das Programm. Leider sind da keine 500.- Euro für Geschichtenerzählen machbar.

Gruß ...

Insgesamt gibt es bis heute nur 2 Märkte, für den ich eine FESTE schriftliche Zusage habe. Und das ist der "Große Mittelaltermarkt zu Illingen/Saarland" und "7. Historische Markt zugunsten der Friedberger Burgkirche" (Beides Benefiz-Veranstaltungen, auf denen ich schon seit Jahren gerne ohne Gage auftrete)  ... Wohlgemerkt, ich komme mit einem Märchenzelt auf den Markt, in dem ich am ganzen Wochenende ohne vorgegebene Zeiten erzähle ... praktisch die ganze Marktöffnungszeit ... egal, wieviele Zuhörer da sitzen ... vorführendes Handwerk sozusagen. Die Anreise, das Equipment, meine Ausbildung ... alles ist mit Kosten verbunden und ich stecke mein Herzblut in die Erzählungen. Und dafür sind 500 Euro (das war schon ein Freundschaftsangebot für einen ersten Markt ... der am Freitag mittag beginnt und am Sonntag abend endet) zu viel?

Dabei kennt mich dieser Veranstalter von zwei Jahren Mittelaltermarkt an einem anderen Ort (als sie mich das 3. Mal dort nicht engagierten - angeblich wegen eines internen Kommunikationsfehlers - gab es an der Torwache viele Nachfragen nach der Geschichtenerzählerin von den Jahren davor).

Deshalb habe ich mich heute entschlossen, kein aktives Marketing mehr in der Mittelalter-Szene zu betreiben. Meine Schwerpunkte werden in der Zukunft vor allem in Richtung eigene Veranstaltungen (Seminare und Erzählen für Erwachsene) sowie Engagements nach Kunden-Wünschen (für Kinder und Erwachsene) liegen. Ich erzähle dort, wo ich Wertschätzung erfahre!

Meine Mittelaltermarkt-Erfahrungen sind mir wertvolle Gesellen-Jahre gewesen. Doch offensichtlich besteht eine starke Abwertung der freien Erzählkunst und auch anderer Kleinkünstler. (Wie ich leider auch in einer Facebook-Gruppe letzte Woche erfahren musste, als man mir "Anmaßung" vorwarf, mich mit Musikern in diesem Bereich zu vergleichen. Die hätten alles Recht der Welt, 4stellige Gagen zu verlangen, sie müssen ja in Instrumente und Übung investieren).

Ich sehe ja auch nicht die Ursache bei den Veranstaltern alleine ... ich sehe es zum einen beim Publikum (die sich von lauter Dudelsack-Musik, Tavernen-Spektakel und Kaufrausch angezogen fühlen) und zum anderen bei den vielen kleinen Darstellern und Handwerkern, die immer wieder bereit sind, auch ohne eine Aufwandsentschädigung auf Märkte zu fahren. Doch, wer - wie ich - nichts verkauft, sondern nur traditionelle Kunst, Hand- und Mundwerk vorführt, der kann das bestenfalls als Hobby sehen.

Sollte ein Veranstalter allerdings mutig genug ist, diesen Teufelskreis zu durchbrechen ... wenn er auf Qualität bei der Gestaltung seines Markes setzt und damit vielleicht erst einmal eine kleinere Zielgruppe ganz speziell ansprechen will, die eben nicht nur auf "krachende Unterhaltung, Wein, Weib und Gesang" steht, dann kann er ja gerne bei mir anfragen ... das wäre dann das wertschätzende Publikum, das ich gerne mit meiner Erzählkunst begeistere.


(06.02.2014) Vorige Woche war ich im Kindergarten "Am Schlappmühler Pfad" in Usingen zu Gast. An zwei Tagen durfte ich in den unterschiedlichen Altersgruppen ein besonderes Projekt mit meinen Geschichten eröffnen. Heute berichtet die Taunuszeitung: Kinder bereiten sich auf das Projekt "Faustlos" vor

Es war ein ganz besonderes Erlebnis, wie Ihr sicherlich auch an den Gesichtern der Kinder und Erwachsenen auf dem Foto erkennen könnt. Bereits im Vorfeld hatte ich alles mit der Leiterin Carla von Strassen genauestens abgesprochen. Es sollten für die alteren Kinder auf jeden Fall Geschichten sein, die Gefühle ausdrücken ... für die "kleinen Zwerge" am zweiten Tag kam es ihr vor allem darauf an, dass sie viel Spaß an den Erzählungen haben.

Bereits beim Betreten des Kindergartens am ersten Tag fiel mir auf, dass im Eingang ein großes Flipchart stand, auf dem die Eltern über diese Veranstaltungen informiert wurden. Der Raum war schön hergerichtet mit Decken, Matten, Kuschelkisssen und Deko. Die Beleuchtung zauberhaft und gemütlich. Ich wurde freundlich begrüßt und durfte erst einmal in Ruhe "ankommen".

Die Kinder warteten in dieser Zeit gespannt und aufgeregt vor der Tür. Dann hörte ich die Erzieherinnen mit ihnen ein Auftaktlied singen, in dem auch mein Name vorkam und schließlich strömten 50 - 60 kleine Geister herein. Für die größeren Kinder hatte ich mir die Geschichte vom "wilden Wildschwein-Jungen Utz" ausgesucht, die ich mit dem Kamishibai (Erzähltheater) vortrug. Ich erzählte auch, dass die Bilder dazu von einer angehenden Kindergärtnerin einst gemalt und mir geschenkt wurden. Mit großen Augen verfolgten die Kinder die Erlebnisse des "halbstarken" Wildschwein-Kindes, das andere immer mit seinen kleinen Hauern und bösen Worten verletzt ... und wie es lernte, seine Wut zu zügeln. Und immer wieder beteiligten sie sich auch mit eigenen Erfahrungen (Wie gehe meine Geschwister und ich miteinander um? Wem klage ich mein Leid, wenn ich geärgert worden bin ... der Mama!)

Anschließend war es auch noch mucksmäuschenstill, als ich das Märchen vom "Froschkönig" frei erzählte. Und zum Schluss bekam ich von den Kindern ein Dankeschön ... ein Lied, das sie mir sangen, in dem ich dann lernte, dass Frösche nicht quaken, sondern "Bäh" machen ;-)

Welche Überraschung, als ich am zweiten Tag kam: An dem Flip-Chart hingen schon Fotos vom Vortag ... ach, war das eine Freude, die Momentaufnahmen zu sehen. Ein Junge hatte sich eines der Kuschelkissen in den Arm genommen und drückte sich mit geschlossenen Augen und ganz verzücktem Gesicht daran. Für die kleinen Kinder hatte ich die "Schnee-See-Klee-Reh-Fee" als Geschichte mit Hand- und Fingerpuppen ausgesucht ... ein Märchen mit vielen Reimwörtern und auch hier gab es eine zweite kleine Geschichte ... etwa 15 - 20 Minuten hatte ich die fast ungeteilte Aufmerksamkeit (für 2 - 3jährige ein ganz beachtlicher Erfolg) und mir ging das Herz ganz weit auf!


(23.01.2013) "Selber denken" - so heißt das diesjährige Motto der evangelischen Kirchen zur Fastenzeit. Na ja, eigentlich tue ich das ja schon einige Jahre ... nicht immer habe ich selber gedacht, das gebe ich zu ... und es gab eine Zeit, da war ich auch von "eigenen Entscheidungen" weit entfernt. Doch inzwischen wage ich auch, eine "Querdenkerin" zu sein ...

... so auch heute wieder:

Mir fällt auf, dass viele Menschen in meinem Umfeld in Diskussionen die Schlüsselworte "Orwell 1984" gebrauchen. (Und andere sagen einfach nur: "Genauso ist es ..." oder "Da hast Du Recht"). Also fragte ich mal "google", schaute unter "News" und es erschienen unzählige Beiträge aus den letzten Tagen. Medien mit großem Namen schreiben dazu genauso wie regionale Zeitungen. Und mittendrin auch immer wieder der Hinweis darauf, dass der Roman neu verfilmt werden soll ... „zufällig“ wird eine Schauspielerin dabei als mögliche Darstellerin gehandelt, die in letzter Zeit ohnehin skandalträchtig in den Schlagzeilen war.

Kann es sein, dass hier ganz bewusst auch wieder mit den Gedanken der Menschen "gespielt" wird … „zufällig“ 30 Jahre nach 1984?

Wie viele Menschen, die "Orwell" und "1984" heute in den Mund nehmen und dann live und virtuell wieder ausspucken, haben den Roman gelesen oder Film überhaupt gesehen? Ich gehöre nicht dazu ... das einzige, was ich kenne, ist ein Musiktitel und was darüber erzählt wurde.

Ich persönlich mag solche "düsteren" Vorstellungen überhaupt nicht. Meine Überzeugung ist: Die Welt entspricht unseren Gedanken! Das heißt im Umkehrschluss: Wir können die Welt mit unseren Gedanken beeinflussen ... zum Positiven, wie auch zum Negativen!

Und, genau deshalb heißt meine Webseite: "Meine Lichtblicke" ... genau deshalb teile ich
z. B. bei Facebook niemals grausame Nachrichten oder blutige Bilder ... genau deshalb versuche ich auch immer optimistisch zu sein und finde das Gute in jeder noch so vertrackten Situation.

Nichts ist für mich stärker als die Liebe und deshalb habe ich mir sozusagen den "liebevollen Blick" angewöhnt. Hoffnung ist für mich ein sehr trügerischer, passiver Zustand (deshalb mag ich auch die "Geschichte von der traurigen Traurigkeit" wohl nicht ... ich kann ihr einfach nichts abgewinnen, geschweige denn, sie jemals erzählen ... und manche Interpretationen der Pandora-Geschichte gehen ja so weit, dass die Hoffnung, das letzte, was in der Büchse drin war, auch eine Plage war).

Das Dunkle und Böse hat für mich jedoch nur eine Chance, wenn wir ihm Raum und Macht über uns geben. Natürlich kann ich zum Beispiel „Überwachung“ und „Spionage“ nicht gut heißen. Doch Angst davor muss ich doch nur haben, wenn ich davon überzeugt bin, dass man etwas gegen mich verwenden kann. Und, wer mit dem Finger auf andere zeigt (DIE haben dies und jenes und sonstiges getan), hat wohl auch noch nicht bemerkt, dass dann 3 andere Finger auf einen selbst zeigen. ;-)

Doch weil ich möchte, dass die Menschen, die mir zuhören und mich lesen, auch selber denken, akzeptiere ich, wenn andere solche Geschichten wie die "von der traurigen Traurigkeit" gut finden ... und deshalb gibt es bei mir auch manchmal Erzählungen, die ein "offenes" Ende haben ... und deshalb überlasse ich jedem selbst die Entscheidung, was sie/er sich dabei denkt ... auch beim Lesen dieses Beitrages! :-)


(17.01.2014) In dieser Woche erhielt ich eine Anfrage von der VHS Hochtaunus, ob ich den jährlichen Empfang für die Dozenten mit meinen Erzählungen im Programm bereichern könnte. Ich schlug dazu vor, Geschichten über das Erzählen selbst vorzutragen ... und wie es das Leben erleichtern kann. Im Gespräch mit dem Verantwortlichen kamen wir dann dazu, dass es "Weisheiten" sein könnten, die den Dozenten Impulse für ihre eigene Arbeit geben. Ich wurde darum gebeten, Vorschläge für einen kurzen Programm-Text zu machen.

Nun musste ich mir dazu erst einmal genau überlegen, welche Erzählungen genau dafür in Frage kommen. Ich habe also mein Repertoire nach möglichen kurzen Weisheitsgeschichten durchsucht ... und wie ich so über meine danach getroffene Auswahl nachdachte, kam mir in den Sinn, dass alle Geschichten etwas mit mir persönlich zu tun haben ... mit dem, was ich früher als Ausbilderin, Trainerin und Beraterin erlebt habe. Und mir fiel ein, dass es mir immer dann besonders gut gelingt, die Zuhörer "in meinen Bann zu ziehen", wenn ich diese persönlichen Erlebnisse mit einbeziehe, wenn sie sehen, dass das eben keine "erfundenen Märchen" sind, sondern "Wahrheiten" sind.

Deshalb gab ich also den Vorschlag weiter, diese kurze Weisheiten, die alle etwa eine Länge von 2 - 5 Minuten haben, mit einer Rahmenhandlung zu umgeben, in der ich die Geschichten realen Erlebnissen zuordne. Insgesamt wird dieses "Mini-Erzählprogramm" etwa 20 - 25 Minuten dauern. Und mein Vorschlag zur Ankündigung war dann dieser:

"Wenn die Weisheit ankommen will, nimmt sie sich die Geschichte als Reisebegleitung. - Aus dem Tagebuch einer Erzählerin."

Und deshalb steht der Satz nun oben auf dieser Seite ... er gefällt mir besser als der vorherige ... er entspricht mehr meinem Wesen des "unterwegs seins".


(11.01.2014) Daran glaube ich ganz fest.
Als ich 2010 auf meiner Wanderung vom Taunus bis nach Potsdam war, wurde ich oft gefragt: „Haben Sie denn gar keine Angst, so alleine… als Frau… wenn Sie sich nun verlaufen… oder stürzen in unwegsamen Gelände… und vor Überfällen… was da alles passieren kann!“

Doch ich hatte keine Angst, es passierte mir auch nichts … na ja, fast nichts: Verlaufen habe ich mich schon zwei- oder dreimal im Wald, aber dann habe ich eben gesungen und Gesang vertreibt die Angst, das könnt Ihr mir glauben, es ist so!
Oder war es doch einfach das Vertrauen, das mich geschützt hat?

Lasst mich dazu eine Geschichte erzählen:

Ein Meister lehrte einst seinen Schülern: „Vertrauen ist der Anfang von allem. Wenn Ihr vollkommenes Vertrauen habt, dann werdet Ihr beschützt sein.“ (Ich weiß nicht mehr, von welchem Schutz der Meister sprach, ob es nun irgendein ein Gott oder Prophet oder das Universum war … das ist für die Geschichte auch nicht unbedingt wichtig.)

Ein Schüler glaubte seinem Meister von ganzem Herzen. Da ging eine Kraft von ihm aus und diese Kraft ließ ihn gegenüber allen anderen Schülern strahlen und leuchten. Jeder konnte es sehen und es sahen vor allem die Neider. Sie beschlossen, diesen Schüler auf die Probe zu stellen:

„Wenn du wirklich unserem Meister so sehr vertraust, wirst Du sicherlich über diese glühenden Kohlen dort gehen können, ohne dass dir etwas passiert.“

Der Schüler blickte sie freundlich lächelnd an, überquerte die Glut und nicht eine Brandblase oder eine gerötete Stelle zeigte sich an seinen Füßen.

Doch die Mitschüler waren noch nicht überzeugt. Sie führten ihn zu einer Klippe, weit über dem Meer: „Wird dein Vertrauen auch so groß sein, dass du von hier ins Meer springst?“

Der Schüler sprang, tauchte unter … alle hielten den Atem an … dann tauchte er wieder auf und schwamm wohlbehalten ans Ufer.

Aller vertrauensvollen Dinge sind drei … und drei Proben muss jeder Held bestehen. So führten sie den Schüler in einen Steinbruch:

„In Wasser springen kann jeder. Wirst du aber auch beschützt sein, wenn Du von dem Abhang dort oben auf den Steinboden springst?“

Der Schüler kletterte die Felswand hinauf, 10 Meter … vielleicht auch 15 Meter und sprang in die Tiefe … fiel nicht … schwebte … segelte … einem Vogel gleich und landete wohlbehalten.

Als der Meister von den Taten seines Schülers hörte, war er sehr erstaunt und auch verwundert. Er dachte sich: Was mein Schüler kann, das müsste ich eigentlich auch können. Ich bin ja sein Meister.

Doch der Aufprall auf dem harten Steinboden brach ihm das Genick.

(Foto: Am Ziel meiner Geschichtenwanderung 2010 - vor der Nikolai-Kirche in Potsdam - mit meinem Mann und unserem Sohn, die mich dort erwarteten.)


Im Jahr 2010 war ich sozusagen als Mundwerkerin auf Gesellen-Tour unterwegs.
Eine Legende/Sage aus dem Taunus hatte mich auf diese Idee gebracht und nach einem Jahr Planung und Training bin ich dann
in 31 Tagen 550 km "auf Schusters Rappen" von meinem Wohnort bis nach Potsdam gelaufen ...

... habe unterwegs erzählt und Geschichten gesammelt.

Im Mai 2015 jährt sich zum einen mein Start in die berufliche Selbständigkeit zum 10. Mal.
Außerdem ist es das 7. Jahr als Erzählerin
(die 7 hat ja in vielen Märchen eine besondere Bedeutung) und meine Gesellenwanderung ist dann 5 Jahre her.

Und es juckt mir in den Füßen ... ich möchte gerne wieder einmal so etwas machen ... nicht ganz so lang ... vielleicht über eine Dauer von
2 (allerhöchstens 3) Wochen.
Es soll eine Tour mit vielen Erzählveranstaltungen werden und ich möchte von einer zur anderen wieder ausschließlich in Gewandung und zu Fuß kommen.


Es ist noch eine erste Idee, ich habe auch noch keine Vorstellung, wo genau es hin gehen soll ... bin für alle Gegenden innerhalb Deutschlands offen. Doch eines ist mir heute schon bewusst geworden:

Ich wünsche mir dabei die Unterstützung durch eine "Tour-Manager/Tour-Managerin" ... jemanden, der die örtlichen Gegebenheiten kennt und auch viele Kontakte hat, um Veranstaltungen (einschl. Übernachtungsmöglichkeiten) zu organisieren. Wer also bereit ist, mich in dieser Weise zu unterstützen, darf gerne mit mir in Verbindung treten.


(07.01.2014) ... nicht Verbindungen von Internet-Profilen.

Gestern hatte ich wieder so ein Netzwerk-Erlebnis:

Ich bekam eine Kontaktanfrage bei XING ... mit recht ausführlichem Anschreiben und derjenige war sogar vorher auf meinem Profil. Doch die Formulierung wollte mich nicht wirklich überzeugen ... zu sehr spürte ich, dass da jemand vor allem seine Produkte, seine Dienstleistungen anbieten wollte.

So habe ich dann sein Profil besucht und sah einen Menschen, der
... in seinem Leben viel erreicht hat,
... der noch nicht lange bei XING ist,
... aber mit 999+ Kontakten
... mit vielfältigen Interessen
... und u. a. einer Koch-Leidenschaft, die sehr medien-intensiv ausgelebt wird (das ist kein Vorwurf, sondern dahinter steckt Anerkennung!).
Ich sah einen Menschen, der andere motivieren möchte (vielleicht versteht er darunter sogar dasselbe wie ich, wenn ich sage, ich möchte andere begeistern und ermutigen).

Und so schrieb ich diesen Menschen an ... ich wollte gerne wissen, was ihn an meinem Profil angesprochen hätte, wo genau er die Chancen unserer Verbindung sieht, was unsere Gemeinsamkeiten sind.

Und das erhielt ich als Antwort:

"Sehr geehrte Frau Kliem, es geht bei einer Kontaktaufnahme nicht nur um die Gegenwart, es geht auch um die Zukunft.
Es geht auch nicht nur um 'ein' Profil, sonder bei einer Verbindung um beide Profile.
Es ist ein geben und nehmen zum beiderseitigen Wohl/Erfolg/Gesundheit
zum Beispiel.
In diesem Fall dachte ich an Ihr Wohl mit meinen kostenlosen Gesundhetstipps, weniger zunächst an ein Märchen.
Aber, wissen Sie genau was die Zukunft bringt? "

Tja ... in einem hatte er Recht ... es geht auch mir NICHT um ein Profil! Es geht darum, den Menschen dahinter zu entdecken ... und mich hatte er nicht entdecken können. Er hatte mich einfach in eine Schublade seines "Kontakt-Archivs" geschoben ... in die Schublade mit der Aufschrift "Märchen". Er hatte nicht einmal das Potential dahinter bemerkt.

Leider begegnen mir immer mal wieder solche Menschen ... Deshalb habe ich heute morgen mein Profil bei XING mit diesen hintergründigen Gedanken ergänzt:

„Das Leben eines jeden Menschen ist ein von Gotteshand geschriebenes Märchen.“
(Hans Christian Andersen)

… ein Märchen, das wir ganz individuell erzählen können.

Das Wort „Märchen“ ist abgeleitet von dem mittelhochdeutschen „maere“ („Kunde, Bericht, Nachricht“) und in dieser Ursprünglichkeit ist es völlig neutral in der inhaltlichen Bewertung. In alten Zeiten wurde diese Kunde vor allem mündlich weiter getragen und erzählte von wundersamen Begegnungen.

Wesenszug des Märchens, so wie es heute definiert wird, ist u. a. eine Handlung durch typisierte Figuren, die keine individuellen Charakteristiken haben … es sind oftmals namenlose Personen. Mein „Märchenzauber“ bewirkt, dass die Menschen dieses fehlende Seelenleben – Gefühl, Herz und Temperament – SELBST erkennen und in ihrem eigenen Leben umsetzen können.

Das heißt jedoch nicht, dass ich nur Märchen erzähle ;-) Zu meinem Repertoire gehören auch Sagen, Legenden, Fabeln, Mythologien, Erzählungen nach literarischen Vorlagen … die fast immer mit eigenen Erlebnissen verwoben sind. Meine Erzählkunst ist völlig frei … das bedeutet auch, dass ich NICHT rezitiere oder vorlese!

„Kindern erzählt man Geschichten zum Einschlafen – Erwachsenen, damit sie aufwachen.“
(Jorge Bucay)


"Wenn ich mit Menschen- und Engelszungen redete,
hätte aber die Liebe nicht,
wäre ich nur ein tönendes Erz
und eine klingende Schelle.

Und wenn ich prophetisch reden könnte
und alle Geheimnisse wüsste
und allen Glauben hätte,
um Berge zu versetzen,
hätte aber die Liebe nicht,
wäre ich nichts."

(Korinther 13,1)                   Mit Klick auf das Bild öffnet sich mein Video-Neujahrsgruß!


Frühere "Plaudereien aus meinem Nähkästchen" findet Ihr
auf der folgenden Seite.