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Hier im "Archiv" habe ich meine früheren "Wahren Geschichten" zusammengefasst.
Ihr findet jeweils einen kurzen Auszug und dann den dazugehörigen Download-Link zur kompletten Jahres-Datei.


(18.02.2011) Es war einmal ein Kaiser in China, der gedachte, seinen Prunksaal mit den herrlichsten Tuschezeichnungen zu schmücken. So schickte er im ganzen Land seine Botschafter aus, die besten Künstler zu finden. Viele erschienen vor seinem Thron. Sie schilderten ihre Arbeit in den höchsten Tönen, zeigten einige ihrer Kunstwerke als Beweis und erzählten Geschichten darüber, in welchen hochangesehen Häusern sie zu bewundern seien. Jeder war bestrebt, ein gutes Bild von sich zu geben, denn ein Auftrag zur Gestaltung des kaiserlichen Palastes war es ihnen wert.

Schließlich hatte sich der Kaiser für einen der Künstler entschieden und sprach zu ihm: "Zeichne mir einen Hahn, einen Hahn wie ihn noch niemals jemand auf einer Tuschezeichnung gesehen hat. Ich muss den schönsten Hahn in meiner Sammlung besitzen, denn ich mag Hähne ganz besonders." Der Künstler verneigte sich und versprach es.

Nach drei Monaten erinnerte sich der Kaiser und fragte: "Wo ist mein Hahn? Hat sich der Künstler noch nicht gemeldet? Wer hat etwas gehört von ihm?" Niemand wusste etwas. "Wo lebt dieser Mann eigentlich? Ich will selbst gehen und mich vergewissern, will sehen, was er macht ... und wenn er mir nicht auf der Stelle den Hahn zeichnet, so ist er des Todes."

So ließ sich der Kaiser in Begleitung seiner engsten Vertrauten zu dem Künstler nach Hause tragen.

"Wo ist die Tuschezeichnung, die ich in Auftrag gab? Einen Hahn solltest du mir zeichnen, denn ich liebe Hähne." Die Verärgerung war dem Kaiser ins Gesicht geschrieben.

Der Meister nahm ein großes Blatt und zeichnete in wenigen Augenblicken einen wunderschönen Hahn, einen prächtigen Hahn, würdig eines Kaisers. Der Gesichtsausdruck des Kaisers verwandelte sich zusehens, in dem gleichen Maße wie das Bild entstand. Er war entzückt, begeistert und überglücklich. Doch über den Preis, den der Meister nannte, war er erschrocken: "In wenigen Augenblicken zeichnest du mühelos einen Hahn und willst so viel Geld haben?"

Da nahm der Künstler ihn mit und führte ihn durch sein Haus. In allen Räumen, sogar im Schlafgemach, lagen große Papierhaufen mit Zeichnungen und auf allen Blättern waren Hähne. "Seht Ihr, großer Kaiser! Was Euch so mühelos und einfach erscheint, das hat mich viel gekostet. Drei Monate habe ich gebraucht, um Euch in wenigen Augenblicken den prächtigsten Hahn für Euern Palast zu zeichnen. Ich denke, der Preis ist gerecht!"

Diese Weisheitsgeschichte zeigt mir zweierlei: Zum einen, dass wir manchmal vergessen, was alles zum Preis eines Produktes, einer Dienstleistung gehört. Gerade wir Künstler wissen ein Lied davon zu singen. Wir bieten Freude, Unterhaltung, Schönheit, Genuss und Leichtigkeit. Doch diese Kunst haben wir im Schweiße unseres Angesichts, vielleicht auch mit einer gehörigen Portion Selbstzweifel, innerhalb einer langen Zeit und mit finanziellen Investitionen erlernt.

Zum anderen lerne ich aus dieser Geschichte noch etwas anderes: Was für Arbeitnehmer gilt ... dass sie sich bei einem Unternehmen mit einer überzeugenden Bewerbung vorstellen, gilt genauso für Selbständige, Freiberufler und Künstler. Wenn wir einen guten Auftrag bekommen wollen, wenn wir vielleicht sogar einen richtig großen Auftraggeber überzeugen möchten, dann brauchen wir eine überzeugende Bewerbung, ein detailliertes Konzept, dann sollten wir den Auftraggeber nicht im Unklaren lassen, wer wir sind und was wir zu bieten haben ... und auch nicht darüber, wie wir den Auftrag ausführen werden und welchen Preis wir dafür verlangen.

Klare Worte sorgen für klare und gute Geschäfte!


PDF-Datei zum Herunterladen aller weiteren...
"Plaudereien aus meinem Nähkästchen" des Jahres 2011




(17.12.2010) Eigentlich ist sie gar nicht richtig zum Ausbruch gekommen. Sie hat nur im Geheimen geschwelt ... die Treisberger Schulrevolution um 1900. Blut ist dabei auch nicht geflossen, nur tüchtige Hiebe hat es gegeben ... das sollte es ja auch ... aber in der Phantasie der Schulbuben war das ganz anders gedacht gewesen.

Aufgeschrieben wurde die Geschichte von der Schulrevolution in der Dorf-Chronik und anlässlich des 150jährigen Bestehens der Treisberger „Alten Schule“, dem Wahrzeichen unseres Ortes, ist sie ans Tageslicht gekommen.

So um 1900 bekam die Treisberger Schule mal wieder einen neuen Lehrer ... einen vom sogenannten Dillenburger Seminar. Nun, das war auf der einen Seite schon ein Fortschritt, wenn man bedenkt, dass es in den Anfängen der Schulzeit überhaupt keine ausgebildeten Lehrer gab. Wenn irgendwo die Kinder schon lernen DURFTEN, dann taten sie es unter Anleitung eines ausgedienten Soldaten oder eines armen Handwerkers (der dann in der Schulstube nebenbei zum Beispiel die Schuhe flickte). Das waren die ersten „armen Dorfschulmeisterlein“. Das einzige was sie können mussten: dem Pfarrer wohl sein, die Bibel kennen und den Kindern Zucht, Ordnung und Demut beibringen. Davon singt auch dieses Volkslied aus dem Schwabenland:

In einem Dorf im Schwabenland,
da lebt, uns allen wohlbekannt, wohlbekannt,
da wohnt in einem Häuslein klein
das arme Dorfschulmeisterlein,

Des Sonntags ist er Organist,
des Montags fährt er seinen Mist,
des Dienstags hütet er die Schwein,
das arme Dorfschulmeisterlein.
...

Dieser neue Lehrer hatte also schon eine pädagogische Ausbildung. Na ja, Pädagogik hieß damals auch noch „eiserner Fleiß und fürchterliche Lernwut“, wie in der Chronik wörtlich zu lesen war. Das konnte gar nicht gut gehen, zumal die Schule von seinem Vorgänger fürchterlich vernachlässigt worden war. Schon am ersten Unterrichtstag erkundigte sich der neue Lehrer: „Habt ihr denn auch einen Rehmen?“ Dieses Instrument bestand aus einem Lederriemen mit handlichen Griff. Natürlich gab es den, er war nur ein bisschen außer Gebrauch gekommen ... doch das änderte sich schlagartig.

Schläge gab es wie Sand am Meer und das kitzelte furchtbar. Die Hände mussten auf die Tischplatte gelegt werden und dann zischte es vier mal darüber. Je mehr die Kinder schrien, um so eifriger wurde der Lehrer. Und wer nicht still hielt, bekam die doppelte Portion ... damit wenigstens vier mal getroffen wurde. Für alle möglichen und unmöglichen Vergehen wurde der Rehmen benutzt: Faulheit, nicht stillsitzen, schwätzen ... und in einem Strafbuch wurden diese ganz genau aufgeführt. Gründliche deutsche Bürokratie eben.

Kam der Lehrer am Morgen mit einem roten Schlips zur Schule, dann wussten die Buben: Mit dem ist heute nicht gut Kirschen essen. Das hatten sie bald heraus. Dann nahm er den Rehmen in die Hand oder verteilte Backpfeifen, die recht knallten.

Natürlich war unter diesen Umständen das Verhältnis des Lehrers zu den Eltern gelinde gesagt getrübt. Die „Leute daheim“ (wie man hier sagt) beschwerten sich bei dem Lehrer und der meinte: „Undank ist der Welt Lohn!“ Er gab sich doch alle Mühe, die Kinder zu „nützlichen Gemeinde-Gliedern zu erziehen.“

Da reifte bei den Buben ein verwegener Plan. Warum sollten sie sich immer schlagen lassen. Wie wäre es, den Lehrer mal ordentlich zu versohlen. Das wollten sie schon fertig bringen ... ohne die Mädchen natürlich. Wochenlang hatten sie mächtig Gesprächsstoff darüber. Doch die Ausführung ... die wurde immer wieder verschoben. Doch bei so viel „Kriegsvorbereitungen“ blieb es nicht aus, dass die „Strackbürst“ von Lehrer auch davon Wind bekam. Und nachdem er sich von dem ersten Entsetzen über diese Pläne erholt hatte, ließ sein großes Strafgericht nicht auf sich warten.

Zunächst war da das „hochnotpeinliche Verhör“, in dem jeder gestehen sollte, wer denn der Rädelsführer gewesen sei und was denn alles so über den Lehrer gesagt wurde. Von der „Strackbürst“ habt Ihr ja schon gehört. Aber die Buben hatten noch mehr auf Lager ... er wäre „ein Ochs“ oder „das Graue“. Ich habe mir von einer alten Frau in unserem Dorf erzählen lassen, dass dies so ziemlich die schlimmste Beschimpfung für jemanden war. Es hieß hier nicht „ein Grauen“, sondern „das Graue“ und war vergleichbar mit dem in den Augen vieler Dörfler früher fürchterlichen Wolf oder Schlimmeren.

So endete die Treisberger Schulrevolution, wenn nicht in Blut, so doch in Schmerz und Tränen. Denn der „Rehmen durfte wieder tanzen“. Doch es hatte ein Nachspiel. Der Schulinspektor erschien zur Untersuchung. Es ging bis zum Kreisschulinspektor, der sich das Strafbuch reichen ließ und dann meinte: „Ein Lehrer muss auch ohne Strafen auskommen. So ein zartes Mädchen ... (das hatte er im Buch gelesen und die kleine dabei angesehen) ... und vier Schläge auf die Händ’ ...“ Vom Lehrer wollte er wissen, warum die Kinder all diese Beschimpfungen los gelassen hatten. Darauf wusste der keine Antwort.

Und gebessert hat sich der Lehrer dann doch noch ... wisst Ihr wie?

Er hat sich eine Braut ausgesucht, „die ist ihm gut bekommen.“ So steht es in der Dorf-Chronik. „Er ist viel menschenfreundlicher geworden. Die Braut war einen halben Kopf größer als er. Sie konnte bequem aus dem oberen Fensterflügel heraus sehen. Als sie einmal einem Schüler dabei zunickte, da stieß sie sich die Nase am Fensterkreuz. Das war ihr dann selbst zum Lachen.“

Alle weiteren Geschichten schenke ich Euch als PDF-Datei zum Herunterladen:
Das Jahr 2010


(07.01.2009) Verlassen oder verlassen werden... auf welcher Seite hat man es schwerer? Vielleicht wird es einige Leser meiner Seite geben, die jetzt sofort eine ganz bestimmte Beziehung zwischen dem Thema dieses Beitrages und einem bestimmten Ereignis herstellen. Und es bildet sich eine Sichtweise heraus. STOP! Diejenigen möchte ich einladen, sich vor dem Weiterlesen erst einmal zu überlegen, wieviele verschiedene Situationen es zu diesem Thema geben kann:

* Ein Paar befindet sich in einer Beziehungskrise.
* Ein Mann möchte ein Abo, z. B. für eine Zeitung, kündigen.
* Zwei Freundinnen verabschieden sich nach einem Treffen voneinander,
   es war ein wunderschönes Wochenende.
* Die gleichen Freundinnen hatten einen Streit, kurz bevor sie sich trennten
   und die eine wohnt kilometerweit von der anderen entfernt.
* Jemand, den wir sehr geliebt und verehrt haben, ist gestorben.
* Jemand denkt schon lange darüber nach, seinen Job zu kündigen, weil
   der "die Hölle" ist, aber da sind doch die netten Kollegen.
* Eine Frau wartet seit vielen Monaten darauf, dass ein wirklich guter Freund
   einfach nur wieder mit ihr spricht.

Was fällt Euch noch dazu ein? Sicherlich noch so einiges. Was ich damit sagen möchte, ist folgendes: Alles, was ich hier auf meiner Seite schreibe, kann so viele "Hintergründe" haben. Und gerade das ist das wirklich Spannende an meiner Seite, das ist der Grund, warum ich hier schreibe. Ich möchte es weder als eine Form der "Abrechnung" noch als eine "Selbstdarstellung" gesehen wissen. Das Schreiben ist für mich in den letzten Jahren eine sehr wirksame Methode geworden, mein Leben zu ordnen und zu gestalten. Und warum soll ich das Angenehme nicht mit dem Nützlichen verbinden und anderen Menschen die Möglichkeit geben, selbst etwas für sich heraus zu ziehen ... wenn sie denn wollen, wenn es für sie passt. Es ist kein Muss!

Aber nun zurück zu der Frage aus der Überschrift: Es ist sicherlich für beide Seiten schwer. Um etwas zu verlassen, treffen wir Entscheidungen und die sind niemals leicht ... wenn wir sie bewusst treffen wollen. Diejenigen, die verlassen werden, haben es vielleicht noch schwerer, denn sie müssen mit dieser Entscheidung leben ... bedingungslos. Wir können zwar um eine Begründung für die Entscheidung bitten, wir können es aber nicht verlangen. Und das ist schwer, sehr schwer!


Das ist eine bittere Pille, die mir selbst seit langer Zeit im Hals steckt. Aber ich habe sie geschluckt. Und wie bei jeder bitteren Medizin kommt mit der Heilung auch die Erkenntnis: Ich kann und darf niemanden dazu zwingen, seine eigenen Entscheidungen in Frage zu stellen.

* Wenn in einer Beziehung einer der beiden sich entschieden hat zu gehen,
   dann kann der andere jammern und klagen. Es wird jedoch alles noch schlimmer 
   machen ... für beide Seiten.
* Wenn der Mann das Abo kündigt und er wird ständig gefragt, warum denn
   und ob er es sich nicht noch mal überlegen möchte, wird er vielleicht am Ende
   sagen: Ein Glück, dass ich  mich so entschieden habe! ;-)
* Wenn die Freundinnen in Streit gehen, wird vielleicht eine ein Versöhnungs-
   angebot machen. Sie kann aber nicht verlangen, dass man sich dort wieder
   treffen muss, wo man auseinander gegangen ist
* Wenn der Verstorbene darum gebeten hat, keine große Trauerfeier durchzuführen,
   dann müssen wir das akzeptieren. So sehr wir den anderen vielleicht auch
   ehren wollen oder unsere eigenen Befindlichkeiten damit pflegen möchten.
* Wenn der Kollege keinen Gefallen an seinem Job hat, dann werden wir ihn nicht
   halten können ... auch wenn wir ihn noch so sehr mögen.
* Und ganz egal, was ich unternehme, dass der wirklich gute Freund wieder mit
   mir redet ... und wenn noch Jahre vergehen sollten ... ich muss seine
   Entscheidung akzeptieren.

Wir haben jedoch nach jeder Entscheidung immer wieder die Chance, neu zu wählen!

Alle Beiträge aus dem Jahr 2009  gibt es hinter dem Link wieder als Download.


(01.12.2008) Ich habe es geschafft!
Seit Samstag bin ich zertifizierte Goldmund-Geschichtenerzählerin!

Eine liebe Trainerkollegin hat mich in Zusammenhang mit ihren Glückwünschen gefragt: „Und, wie waren die letzten Meter?“ Und da hatte ich ihn, den "Aufhänger" für meine Geschichte heute:

Auf den letzten Metern war ich zunächst sehr aufgeregt. Nicht, dass ich dieses Mal große Zweifel an meinem Auftritt als Moderatorin gehabt hätte. Angespannt war ich nur, weil ich auch meinen Mitstudentinnen ein schönes Erlebnis wünschte, weil ich sozusagen mit ihnen fieberte und weil ich an den Abschied am Sonntag dachte. 

Aufgeregt war ich auch, weil es noch etwas Ungeklärtes gab. Da ich allerdings in den vergangenen Wochen so sehr gekämpft hatte, ohne Aussicht auf eine endgültige Lösung, war ich nun einfach nur müde und wollte gelassen sein. Zwar hatte ich immer noch zwischendurch das Gefühl, es schnürt mir den Hals zu und ich könnte meine Stimme verlieren. Und so nahm ich mir wirklich ganz fest vor, darauf zu vertrauen, dass sich mir der Weg von allein eröffnen würde.

Ab Samstag auf dem Weg zum Veranstaltungsort unseres Erzählkunstauftrittes war plötzlich alles so was von leicht ... leichter geht es gar nicht. Es ist für mich immer noch unbeschreiblich. Ich kann es nicht in Worte fassen, warum es so einfach war.  Wir waren zusammen eine solch tolle Gruppe, alles funktionierte ...  stark!

Das Ganze hat mich dermaßen ruhig gemacht. Ich brauchte meine Stichpunkt-Karten für die Moderation gar nicht. Sie lagen einfach unter meinem Stuhl, meine Sätze kamen einfach aus dem Herzen. Die Menschen im Publikum haben mich angesehen mit aller Aufmerksamkeit und Anteilnahme. Und ich stellte mir vor, dass sie genauso jeden anderen dort vorn im Bühnenbereich ansahen und ich war so gerührt über jeden der Erzähler. Sie sind mir alle so sehr ans Herz gewachsen und ich wusste ja selbst, wie es mir vor 5 Wochen ergangen ist.

Ich habe auf der Abschlussveranstaltung etwas erlebt, das sich nur schwer beschreiben lässt. Wenn es sogar unseren Leiter, Norbert Kober, zum spontanen Ausruf animiert hat: "Morgen werde ich Euch alle mit Lob überschütten! Aber heute kann ich noch nicht!" - Dann muss es überwältigend gewesen sein. Und alle haben sich bei mir für meine Moderation bedankt, sie hätte ihnen Kraft gegeben und das war auch mein Ziel: Mut zu machen und Verbindungen herzustellen.

Einfach phantastisch!

Am Sonntagmorgen machte ich mich auf zu einem Abschieds-Spaziergang hinunter an den Chiemsee. Ich nahm sozusagen den Faden vom ersten Wochenende im März auf (damals war ich auch am Sonntag im frostigen Morgen-Nebel unterwegs) und steckte ihn als Erinnerung in die Tasche. Jetzt im November hatten wir fast frühlingshaftes sonniges Wetter. Als ich zum Erzählerhaus zurückkam, läuteten die Glocken im Ort den Advent ein und ich musste mitten im Lauf stehen bleiben und zuhören. Erst mit den letzten Klängen bewegte ich mich langsam weiter. Ich war einfach in mir zur völligen Ruhe gekommen.

In dieser Ruhe geschah es dann, dass sich auch der allerletzte Knoten löste. Intuitiv hatte ich es das ganze Wochenende gespürt und darauf vertraut, dass es passieren würde. Und in dem Moment als es passierte, überkam mich das wohlige Gefühl, bei mir selbst angekommen zu sein. Und dafür bin ich sehr dankbar!

Diese Ausbildung zur Goldmund-Erzählerin ist mehr für mich gewesen als nur der Erwerb einer Qualifikation und eines Zertifikates. Ich habe andere Dinge gelernt, große und bedeutende Dinge und sehr viel mehr, als auf den ersten Blick erkennbar ist. Diese Ausbildung war jeden Cent wert.  Sie hat mich mit Menschen zusammen gebracht und mit anderen neu verbunden - Menschen, die einfach wertvoll sind.

Seit Samstagabend ist mir mehr und mehr so, als könnte ich fliegen! Jetzt weiß ich, dass ich zur Erzählerin geboren wurde, es ist meine Bestimmung.

Und hier alle Beiträge aus dem Jahr 2008!

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Oder das Schlussbild "Das große Tor von Kiew" - ich sehe eine große Gesellschaft zur gleichmäßig getragenen Musik mit dem hellen Glockenschlag durch das Tor schreiten oder reiten. Die Menschen, die sich am Rand ihres Weges stehen, verneigen sich tief vor diesem Zug.

Wird die Krönung eines Fürsten oder eine Hochzeit gefeiert? Dann müssten alle festlich gekleidet oder reich geschmückt sein.

Vielleicht werden aber auch die heimkehrenden Soldaten nach einem langen Krieg wieder in der Heimat begrüßt. Freude und Dankbarkeit über die Unversehrtheit der Söhne, Brüder, Väter und Ehemänner mischt sich vielleicht mit der Trauer anderer über den Verlust von Angehörigen.

Ich höre gern auch klassische Musik - allerdings habe ich mir noch niemals die Zeit zum Genießen des Silvesterkonzertes im Fernsehen genommen. In diesem Jahr hatte ich zufällig eingeschaltet und bin "hängen geblieben". Es war ein sehr beeindruckendes Erlebnis. Die Berliner Philharmoniker präsentierten im Hauptteil "Bilder einer Ausstellung" von Modest Mussorgsky.

Das Werk ist ursprünglich eine Suite, die vom Komponisten allein für Klavier geschaffen wurde. Er setzte damit einem verstorbenen Freund, dem Architekten Viktor Hartmann, ein musikalisches Denkmal. Der Zuhörer wird durch eine Ausstellung mit zehn Bildern, die auf Entwürfen Hartmanns beruhen, geführt. Wer das Silvesterkonzert 2007 im Fernsehen verpasst hat, muss nicht traurig sein.
Es ist auf CD käuflich zu erwerben. Ich habe meinem Mann schon einen kleinen Wink gegeben... nur so für den Fall, dass er mal wieder ein schönes Geschenk für mich sucht. Denn ich würde ja gerne immer wieder einmal Träumen von der Welt, die ich schon als Kind geliebt habe... die Welt der russischen Märchen...

... wenn zum Beispiel in den letzten beiden Bildern zunächst "Die Hütte der Baba Jaga" ganz langsam aus dem dunklen Wald auftaucht. Dann dreht sich das Haus auf den Hühnerbeinen knarrend mit der Tür zu mir. Die alte Hexe kommt heraus und schaut mürrisch heraus. Sie will nicht gestört werden, also stampft sie mit dem Fuß auf und befiehlt, dass sich die Hütte wieder mit der Tür nach hinten drehen soll. Die Hütte folgt dem Befehl... aber da ist der starke Iwan aus dem Märchen, der ebenfalls seinen kräftigen Fuß in den glänzenden Stiefeln hebt und wieder zur Erde fahren lässt. Die Hütte dreht sich wieder zurück. Und so geht es ständig hin und her... die alte Hexe wird wütend, der Held lacht nur... immer heftiger wird der Kampf, bis die Hexe - wahrscheinlich aufgrund eines "Dreh-Wurms" aufgeben muss.

Viele weitere Geschichten habe ich geschrieben. Zusammengefasst in einer PDF-Datei gibt es alle hier: 2007

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(11.02.2006)
Heute habe ich mir vorgenommen, nach langer Zeit mal wieder durch den Wald zu laufen. In den letzten Wochen hatte ich ganz bewusst darauf verzichtet. Zu groß war mir das Risiko, auf den vereisten Wegen zu stürzen. Da ich meine Waldläufe in Ruhe und Abgeschiedenheit genießen möchte, laufe ich alleine. Ich laufe auf Wegen, die sonst kaum jemand benutzt, vielleicht mal die Forstarbeiter oder Jäger. Den vielen Ausflüglern, die gerade am Wochenende den Taunus bevölkern, möchte ich lieber nicht begegnen. Wer würde mich also finden, wenn ich mit gebrochenen Knochen irgendwo liegen blieb? Zwar habe ich immer mein „Handy“ mit, aber auch auf den „Empfang“ kann man sich hier rund um den Pferdskopf nicht verlassen.

In den letzten beiden Tagen hat es soviel hier geschneit, wie in den ganzen Winterwochen dieses Jahres nicht. Dabei waren die alten Schneereste noch nicht einmal ganz verschwunden, obwohl es vorher getaut hatte. Was habe ich beim Schneeschieben geflucht, denn im Gegensatz zum Pulverschnee nach Neujahr war es dieses Mal richtig nasser und schwerer Schnee. Aber heute nacht hat es aufgehört, zu schneien. Ich bin richtig geblendet von der weißen Pracht heute morgen, dass ich mich spontan entschließe, auf die „Wanderschaft zu gehen“.

Meine Kinder versuchen noch, mich davon abzuhalten. Maria meint, ich würde nasse Füße bekommen: „Weißt Du, wie tief der Schnee ist?“ Natürlich weiß ich es, denn schließlich bin ich in diesem Jahr schon mehrmals im Schnee gelaufen. Allerdings hat das Laufen für mich heute einen ganz besonderen Reiz. Die Vorfreude darauf, dass ich einen unberührten weißen Teppich vor mir haben werde, lässt mein Herz schneller schlagen. Was ziehe ich für Schuhe an? Zunächst fällt mein Blick auf meine Stiefel. Aber ein prüfender Blick auf das Profil der Sohle, lässt mich doch lieber zu meinen Outdoor-Schuhen greifen. Lieber bekomme ich nasse Füße als dass ich ausrutsche. Ein dicker Pullover mit Rollkragen wird mich vor dem Wind schützen und meine lustige „Schwarzwaldmütze“ die Ohren wärmen.

Noch ein prüfender Blick auf meine Walking-Stöcke: Ich muss die Länge noch einmal korrigieren, beim letzten Lauf sind sie etwas „zusammengesackt“, und dann geht es los. Die Dorfstraße ist nun endlich auch geräumt worden. Gestern noch sind einige Autos im Schnee stecken geblieben, kein Winterdienst der Gemeinde war in den letzten 2 Tagen da. Aber heute kommen ja die Ausflügler, da geht das auf einmal ganz fix. Aber am Dorf-Ende beginnt dann für mich das Abenteuer, als ich in den Feldweg abbiege.

Ich folge der Spur eines Rehs, wie es aussieht. Wellenförmig verläuft diese Schlangenlinie von einer Seite des Weges zur anderen. Daneben ist noch eine halbverwehte menschliche Spur, vielleicht die eines Jägers. Nach wenigen Metern biegen beide Spuren links ab auf das freie Feld. Vor mir liegt die eine unberührte Schneedecke wie ein weißes Laken. Ich weiß, dass es schwer sein wird, da durch zu kommen, aber ich freue mich auch darauf, den mir wohlbekannten Weg (schließlich laufe ich ihn öfter) neu zu entdecken. Ab und an ragt ein kleiner Ast aus dem Schnee heraus, aber ansonsten ist alles gleichmäßig weiß und glitzernd, soweit das Auge reicht.

Der erste Teil der Strecke geht ganz schön steil bergan. Schon unter normalen Bedingungen ist es anstrengend, aber ich versuche trotzdem nicht zwischendurch anzuhalten. Schließlich kostet es mich mehr Kraft, am Berg wieder anzutreten. Heute aber halte ich es nicht durch, ich mache eine Verschnaufpause. Gebannt lausche ich in die Stille hinein, mein Herz schlägt laut bis zum Hals, ich kann es fühlen und ich kann es hören. Aber ansonsten ist es ganz still. Kein Wind weht, auch die Bäume ächzen heute nicht (vor einigen Wochen war mir dieses Geräusch völlig unheimlich). Plötzlich höre ich in der Ferne Hundegebell. Ich vermute, dass es Spaziergänger aus dem Nachbardorf im Tal sind.

Langsam setze ich mich wieder in Bewegung und bemerke einen kleinen Tannenzweig auf dem „weißen Laken“. Frischgefallener Schnee hat ihn förmlich überzuckert. Auch tauchen wieder Tierspuren auf, von Rehen und Hasen wie es mir scheint. Schwer stapfen meine Beine durch den Schnee, ich drehe mich kurz um. Meine Spuren bestätigen mir dieses Gefühl der Schwere. Ich komme an der ersten Weggabelung an und zögere kurz: Folge ich dem Wanderpfad nach links und dann weiter nach oben? Dort komme ich dann auf den Naturlehrpfad und kann nach kurzer Runde wieder ins Dorf zurück kehren. Oder gehe ich meinen gewohnten Weg geradeaus? Dieser ist nicht als Wanderweg ausgezeichnet und dort werde ich sicherlich keiner Menschenseele begegnen. Aber dieser Weg ist viel länger und sicherlich auch beschwerlicher.

Aber meine Entscheidung habe ich schon längst getroffen. Ich will alles sehen, ich bin neugierig darauf, wie MEIN Weg heute aussieht. Ich kenne schon fast jeden Stein und jeden Baum, denn ich laufe diesen Weg seit fast einem Jahr. Aber wie wird er heute sein? Also gehe ich geradeaus weiter.

Langsam finde ich auch meinen Rhythmus. Völlig gleichmäßig setze ich einen Fuß vor den anderen. Meine Laufhose aus weichem Flausch ist einfach perfekt. Der Schnee bleibt zwar daran kleben, wenn ich bei jedem Schritt einsinke, aber er gelangt nicht in das Innere, ich spüre keine Nässe. Auch meine Schuhe halten ziemlich dicht.

Plötzlich treffe ich auf eine Stelle, an der offensichtlich eine Herde Wildschweine gewühlt hat. Frischer Schnee hat zwar das Chaos schon wieder halb zugedeckt, aber es ist noch genau zu erkennen. Kurz darauf staune ich darüber, dass quer über meinem Weg ein schneefreier Streifen erscheint. Ein kleines Rinnsaal bahnt sich sein Bett an dieser Stelle ins Tal. Ruhig und gleichmäßig fließt das Wasser. Im Frühjahr wird es hier lustig vor sich hin plätschern.

In einer Senke ist der Schnee plötzlich so hoch, dass ich fast bis zu den Knien darin versinke. Aber auch das macht mir nichts aus. Meine Walking-Stöcke geben mir den Halt, mich langsam und gleichmäßig heraus zu arbeiten. Und weiter geht es auf dem Weg. Kurz darauf sehe ich schemenhafte Umrisse auf dem Weg liegen. Es sind die Reste von Baumstämmen, die Forstarbeiter hier noch liegen gelassen haben. Als ich das letzte Mal hier lang gelaufen bin, musste ich noch einen kleinen Umweg quer durch den Wald machen, denn die Bäume versperrten den Weg. Ich erinnere mich auch daran, dass es hinter dieser Stelle ziemlich glatt war und ich sozusagen einen Kniefall machte… und prompt rutsche ich auch jetzt kurz mit einem Fuß aus, aber einen Fall kann ich heute vermeiden.

Dann habe ich die „Schlucht“ passiert, an der ich auf einen Wanderweg stoße, der rechts hinab ins Tal führt. Doch ich schlage den Weg nach links ein und damit beginnt ein gemächlicher, aber langer Aufstieg. Je höher ich komme, um so tiefer wird der Schnee, meine Beine werden schwerer und schwerer. Auf der Hälfte des Anstiegs verfluche ich meine Entscheidung, den langen Weg zu nehmen. Immer öfter bleibe ich stehen, um Luft zu holen. Ich strecke meine Finger in den Handschuhen ganz weit aus, denn sie scheinen von der Umklammerung meiner Stöcke auch ein wenig verkrampft zu sein. Ich schaue mich im Wald um, aber nicht mal ein Reh lässt sich blicken. Sonst waren die Begegnungen mit den Tieren des Waldes für mich immer eine gute Motivation. Ich hatte manchmal das Gefühl, sie würden mir vertrauen. Sie liefen nicht etwa weg.  Nein, sie schauten mich oft an und es war mir, als würden sie mich grüßen.

Der Weg ist beschwerlich und mich treibt eigentlich nur noch die Hoffnung an, dass ich ab dem „Weißen Stein“ auf den Haupt-Wanderweg komme und mich nicht mehr durch Tiefschnee quälen muss. Bereits seit einigen hundert Metern bin ich einer seltsamen Spur gefolgt. Die „Basis“ scheint menschlichen Ursprungs zu sein. Offensichtlich ist hier gestern auch ein Wanderer entlang gelaufen, während des Schneefalls. Die Spur ist an einigen Stellen schon wieder verschüttet. Aber auf dieser Spur gibt es eine weitere Fährte, die noch sehr offen ist. Ein Reh war es bestimmt nicht, denn mir fällt auf, dass der Körper des Tieres im Schnee auch eine Spur hinterlassen hat. Außerdem hatte ich ja bemerkt, dass Rehe häufig die Wegseite wechseln. Aber diese Spur verläuft konsequent über der Menschenspur. Eigentlich kann es nur ein Fuchs gewesen sein.

Bei diesen Gedanken habe ich den „Weißen Stein“ erreicht und damit etwas mehr als die Hälfte meiner Strecke hinter mir. Hier markieren Reifenspuren von Forstfahrzeugen den Weg und auch eine Ski-Loipe kann ich erkennen. Ich bin froh, es etwas leichter beim Laufen zu haben und schlage voller Energie meine Stöcke in den Schnee. Aber nach einigen Metern bemerke ich, dass es schwerer ist, in ausgetretenen Pfaden zu laufen. Als ich allein durch den Schnee gestapft bin, brauchte ich zwar mehr Kraft, aber nachdem ich meinen Rhythmus gefunden hatte, ging es doch sehr gut. Ausgetretene Pfade haben allerdings so ihre Tücken. Die Leichtigkeit ist trügerisch. Die Fußabdrücke sind unterschiedlich tief und oftmals komme ich ins Straucheln. Nur gut, dass meine Stöcke mir Halt geben. Manchmal wird der Weg auch schmaler, manchmal ist er breiter. Ich muss mich immer wieder neu auf die Gegebenheiten einstellen.

Aber nachdem ich die letzte Anhöhe und damit den höchsten Punkt meiner Wanderung erreicht habe, breitet sich in mir ein wunderbares Gefühl aus. Warm war mir eigentlich schon den ganzen Weg, aber jetzt strömt die Wärme in die kleinsten Ecken meines Körpers. Ich bin zufrieden mit mir. Eine wunderbare Wanderung habe ich hinter mir… und siehe da, jetzt begegne ich den ersten Menschen, denn ich habe den Lehrpfad erreicht… noch ca. 1,5 km und ich bin zu Hause.

Weitere Wahre Geschichten gibt es hier zu lesen: 2006

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Über Pfingsten war ich mit meinem Mann und unserem Jüngsten in Bayern. Ich hatte mich für eine Weiterbildung zum Thema "Story Telling" angemeldet und gedacht, ich könnte das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden. In den Tagen, die wir nach dem Seminar noch auf dem Campingplatz verbracht haben, gingen mir sehr viele Gedanken durch den Kopf und so entstand eine Fortsetzung meiner "Westernstadt - Geschichten aus Marzipan Peak"... Ach, Ihr kennt Marzipan Peak nicht??? Nun, dann werde ich eine kleine Einführung geben:

Ich bin begeisterte "eBayerin", meine Tochter hat mich darauf aufmerksam gemacht, als wir vor 3 Jahren nach einem größeren Auto-Kindersitz für unseren Jüngsten suchten. Nach einigem Mißtrauen habe ich es dann doch versucht und inzwischen verkaufe ich auch hauptsächlich nicht mehr benötigte Kleidung und auch einiges anderes bei eBay. Vor 2 Jahren bin ich dann auch durch Zufall in die entsprechenden Hilfe-Foren geraten und auf dem "Marktplatz Deutschland", einem Forum für alle möglichen Themen hängengeblieben. Der Grund, dass ich dort immer häufiger vorbei schaute, war vor allem der Thread "Geschichtenerzähler auf dem Marktplatz", wo sich bald immer mehr Menschen trafen, die anderen etwas zu erzählen hatten. Diejenige, die den Thread eröffnet hatte, sammelt alle Geschichten auf ihren inzwischen schon 4 "mich-Seiten" (die persönlichen Homepages für eBay-Mitglieder) und es ist ein unerschöpflicher "Brunnen" mit verschiedenen "Wassern"...

Irgendwann diskutierten wir darüber, dass es eigentlich noch keine "Western-geschichten" gab und aus einer Laune heraus habe ich mich des Problems angenommen... Es sollte nur ein kleiner Versuch werden, aber inzwischen sind es - aufgrund der wachsenden Begeisterung des Publikums - 151 Folgen!!! Grundlage für das Leben in "Marzipan Peak" (Der Name ist abgeleitet von MP = Markplatz und ich glaube, es war Weihnachtszeit *kicher*) ist das "Treiben" der vielen eBay-User, die in diesem Forum schreiben und es handelt sich bei den Dialogen auch teilweise um reale Zitate...  

Hier nun die Folge 152 der "Westernstadt":

Die ersten Sonnenstrahlen trafen das Fenster und brachen sich in den Wassertropfen, die vom Dach des Zuges herabrannen. Die Nacht war kalt gewesen, sie hatte sich vom Schaffner Decken geben lassen. Nachdem sie jedoch Richard in eine eingehüllt hatte, konnte sie selbst noch lange nicht einschlafen. Aber es war nicht nur die Nachtkühle, die sie nicht zur Ruhe kommen ließ. Viele Gedanken schwirrten in ihrem Kopf herum. Immer noch war sie beeindruckt von den Erlebnissen, die die Tage in Lern Angelos gebracht hatten. Zunächst einmal war sie froh, dass sie sich entschlossen hatte, doch den Zug für die Reise zu nehmen. Die Fahrt mit dem Planwagen wäre doch zu anstrengend gewesen und hier kamen sie auch noch vorwärts, wenn auch ihr Mann schlief, so wie jetzt. Eine wundervolle Erfindung war doch die Eisenbahn. Weite Strecken, wie die nach LA waren plötzlich keine gefährlichen Reisen von Wochen…

Da sie immer noch nicht schlafen konnte, holte sie sich ihr Schreibzeug aus dem Reisegepäck und begann, ihre Gedanken auf Papier zu bringen. Sie hatte die Erfahrung gemacht, dass dies die beste Möglichkeit war. Es war, als würde sie einen Faden nach dem anderen aus dem wirren Knäuel in ihrem Kopf nehmen, ihn sorgfältig über ihre Finger gleiten zu lassen und zu einem übersichtlichen Bündel in den Nähkorb zu legen. Nur dass die Bündel in diesem Fall Sätze waren und der Nähkorb ihr Notizbüchlein, dass sie immer bei sich trug. Es war zwar nicht einfach, im Schein der trüben Lampe des Eisenbahnwaggons die Buchstaben auf das Papier zu bringen, aber es würde schon gehen…

Sie hatte sich schon vor Wochen zu dieser Reise entschlossen, als sie von diesem Seminar über „Story Telling“ erfuhr. Eines der vielen Magazine, die sich sich regelmäßig mit der Postkutsche bringen ließ, hatte es angekündigt. Es musste ein Zeichen sein, denn schon lange hatte sie nichts mehr geschrieben. Monate waren ins Land gegangen und die Ortschronistin von Marzipan Peak, Walburga Salt, brachte keine Silbe mehr zu Papier. Auch im Geschichtenerzähler-Haus wurde sie immer seltener gesehen. Meist ließ sie nur noch einen kurzen Gruß da und schlich sich wieder davon, eh sie von jemandem bemerkt wurde. Zuerst wollte sie es nicht wahrhaben, aber sie befand sich in einer dicken, fetten Identitätskrise. Ortschronistin von Marzipan Peak, Ehefrau und Mutter zu sein, erfüllte sie nicht mehr… da musste es doch noch mehr geben… Sie fühlte so etwas wie eine Berufung in sich… ihre Aufgabe war es, anderen Menschen zu helfen… sie wollte sie bei der Lösung nach Problemen unterstützen… sie wollte Ratschläge geben… aber manchmal zweifelte sie daran, dass sie dieser Aufgabe gewachsen war. Wenn sie von anderen Menschen in ihren Magazinen laß, die Trainer und Berater waren, die von ihrer guten Ausbildung und Zertifikaten erzählten und mit hochtrabenden Fachausdrücken „um sich warfen“, dann kam sie sich wieder so unbedeutend und klein vor. Dabei war sie doch eigentlich davon überzeugt, dass sie selbst eine gute Beraterin sein könnte…

Und nun dieses Seminar: Geschichten lösen Aufgaben – manchmal sogar besser als Faktenwissen. In diesem Seminar erfahren Sie anhand praktischer Übungen welche Problemstellungen sich mit narrativen (erzählerischen) Methoden besonders gut lösen lassen.“ Geschichten lösen Aufgaben… manchmal besser als Faktenwissen?! Da stand es mit schwarzer Druckerfarbe auf gelblichem Papier! Warum sollte sie da noch zögern? Also buchte sie das Seminar und auch gleich noch ein Hotelzimmer, denn schließlich hatten ihr Mann und sie zu dieser Zeit ihren Hochzeitstag. Und ein Urlaub in dem kleinen Häuschen in den Bergen war in diesem Jahr ohnehin nicht drin, trotzdem wünschten sie sich einige Tage Entspannung. So konnte sie sozusagen zwei Fliegen  mit einer Klappe schlagen. Ihre Töchter gingen inzwischen ihre eigenen Wege und so würden sie nur Richard mitnehmen.

Am ersten Morgen im Hotel in LA hatte man ihr zum Frühstück eine Ausgabe der „Geschichten von Marzipan Peak“ gereicht, die es in dieser Großstadt jetzt überall zu kaufen gab. Fast hätte sich an ihrem Kaffee verschluckt, aber es lag nicht daran, dass sie diese Geschichten überhaupt in gedruckter und bebilderter Form laß… Vielmehr verwirrte sie, dass immer die Rede von einer Westernstadt in „Nevada“ war. Wie kamen die darauf? Sie raffte ihre Röcke und machte sich schnurtracks auf den Weg in den Verlag. Richard wollte ihr hinterher laufen, aber ihr Mann hielt ihn auf. Mit einem freundlichen Lächeln reagierte er auf die unverständlichen Blicke der anderen Gäste, die natürlich nicht verstehen konnten, wie eine Mutter derart fluchtartig den Tisch verlassen und Mann und Kind einfach zurücklassen konnte. Bernhard war jedoch diese spontane Art schon gewohnt. Er würde die Zeit nutzen, um mit Richard zum Bahnhof zu gehen, sie würden sich die Lokomotiven einmal genauer ansehen, der Kleine würde begeistert sein und die Mama würde schon sehen, was sie davon hätte… Sie müsste den sich überschlagenden „Wasserfall“ später ertragen, wenn Richard von diesem Ausflug berichten würde.

„Wer ist dafür verantwortlich?“ Mit wehenden Röcken erschien Walburga Salt im Verlag. Verärgert wollte sie eine Haarsträhne, die sich in der Aufregung aus ihrer sorgfältig hochgesteckten Frisur gelöst hatte, zur Seite wischen. Allerdings hatte sie nicht damit gerechnet, dass sich frische Druckerschwärze an ihren Fingern befand, so fest hatte sie die Zeitung in der Hand gehalten. Auf ihrem Gesicht blieb ein klarer Strich unter ihrem rechten Auge. Der Mitarbeiter, der ihr zunächst erschrocken gegenüberstand, musste heftig grinsen. Allerdings sammelte er sich sofort wieder, offensichtlich wurde ihm bewusst, dass man eine verärgerte Kundin – und das schien sie wohl zu sein, denn sie trug ja ein Exemplar der „Geschichten von Marzipan Peak“ mit sich – nicht so behandelt. Er reichte Walburga ein Taschentuch mit den Worten: „Es tut mir leid, dass Sie verärgert sind, aber deshalb müssen Sie nicht gleich eine Kriegsbemalung auflegen. Dort drüben finden Sie einen Spiegel. Bitte nehmen Sie dann gerne Platz, ich werde mich gleich um das Problem kümmern.“ Dann zog er sich diskret zurück.

„Oh Gott!“ dachte Walburga, als sie sich im Spiegel betrachtete und mühsam versuchte, die Druckerschwärze zu beseitigen. Dann musste auch sie lachen: „So sieht also ein Indianer auf dem Kriegspfad aus! Ein Glück, dass der junge Mann so viel Humor besaß, er hätte ja auch gleich zur Waffe greifen können…“ Der freundliche Mann kehrte mit einem Glas Limonade zurück und nachdem sie an dem kleinen Tisch Platz genommen hatte, stellte er es für sie darauf ab und setzte sich dazu. Im Gespräch konnten sie das Problem dann wirklich sehr schnell klären und es stellte sich heraus, dass Walburga Salt an dem Dilemma selbst schuld war: Irgendwie hatte man ihre Handschrift in den von James Logan aus dem Geschichtenerzählerhaus mitgenommenen Manuskripten nicht erkennen können und so war natürlich aus „Marzipan Peak am Fuße der Sierra Narrata“ „… am Fuße der Sierra Nevada“ geworden. Man versprach ihr, dies in der nächsten Ausgabe richtig zu stellen.


Als Walburga gestern abend ihre Gedanken aufschrieb, musste sie wieder grinsen bei dem Gedanken daran, welchen Eindruck sie bei ihrem Erscheinen in dem Verlag gemacht hatte. Dabei besah sie sich ihre Finger, die auch jetzt wieder mit Tinte beschmiert waren. Sorgsam wischte sie diese an einem Taschentuch ab, bevor sie Richard noch einmal zudeckte, der im Schlaf ein genauso unruhiger Geist wie im wachen Zustand war. Dann dauerte es auch nicht mehr lange und sie selbst versank auch endlich in das Reich der Träume…

Die Sonnenstrahlen am Morgen waren wie der Lichtblick den sie auch in LA empfunden hatte, als sie das Seminar besuchte. Es entschädigte sie auf jeden Fall für das Malheur im Verlag! Nicht nur, dass sie auch hier freundlich empfangen wurde, einer der Referenten überraschte sie auch noch damit, dass er offensichtlich sofort wusste, wer sie war. Sicherlich war er auch ein begeisterter Leser der „Geschichten aus Marzipan Peak“ und hatte ihr Foto in einer der ersten Ausgaben gesehen. Auch die beiden anderen Referentinnen überzeugten nicht nur durch die Inhalte des Seminars. Nein, auch in der Umsetzung unterstrichen sie, dass Geschichten mit ihrer Lebendigkeit das Lernen sehr viel angenehmer gestalten können.

Am Ende hatte Walburga Salt nicht nur erfahren können, dass sie neben ihrer Rolle als „Historikerin“ von Marzipan Peak auch noch andere Sichtweise auf ihre Aufgaben einnehmen konnte. Wenn sie genau darüber nachdachte, dann müsste sie nicht nur wie eine Archäologin nach verborgenen Schätzen der Vergangenheit graben, sondern könnte auch dazu beitragen, die Geschichten der Gegenwart für die Zukunft zu nutzen. Wie wäre es zum Beispiel, wenn wir die Popularität der „Geschichten aus Marzipan Peak“ dafür nutzten, mehr Gäste in das Hotel von Virginia und Wyoming Woolfe zu bringen. Die Geschichtenerzähler könnten Erzählabende anbieten, sozusagen „Live-Vorführungen“. Oder, wie wäre es mit speziellen Kursen „Verschenken Sie ihre eigenen Geschichten wie Marzipan-Plätzchen zu Weihnachten! – Wir machen Sie mit den Zutaten bekannt, backen müssen Sie alleine!“ – Bei diesen Gedanken fuhr der Zug in den Bahnhof von Marzipan Peak ein (die Bahnlinie war inzwischen bis hierher weitergeführt worden).

Und noch etwas völlig Überraschendes hatte sie erfahren: Im Grunde genommen hatte sie fast alle der beschriebenen „erzählerischen Werkzeuge“ schon angewandt, sie wusste bisher nur nicht, wie sie heißen. Aber kam es eigentlich darauf an, dass ihr die Fachbegriffe bekannt waren? Vielleicht sollte sie das nächste Mal, wenn jemand mit einem solchen Begriff „um sich warf“, einfach mal nachfragen. Vielleicht würde sie ganz erstaunt antworten, wie ihr 3jähriger Sohn gestern antwortete, als er sie kurz vor dem Einschlafen fragte: „Mama, was ist Kuscheln?“ „Kuscheln?“ antwortete sie, „das ist, wenn man ganz dicht beieinander liegt, einer hat den Arm um den anderen geschlungen und sie haben sich ganz doll lieb.“ „Ach, das ist Kuscheln, so heißt das… wie das geht, weiß ich, ich hab schon oft gekuschelt…“

Was es in dem Jahr noch zu lesen gab... hier findet Ihr es: 2005

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...erzählt Opa Bernd seinen Enkeln. Gebannt hören die Kleinen zu. Sie finden das Märchen unheimlich spannend, aber es ist eben doch nur ein Märchen. Denn niemand kann mit dem Auto auf dem Grund eines Sees fahren. Auch dann nicht, wenn man einen Geländewagen hat. Selbst heute, im Jahr 2022 ist das bestenfalls ein Wunschtraum. Nun ja, auch die Geschichten von Jules Verne waren einmal ein Wunschtraum und inzwischen kann man mit einem U-Boot auf dem Meeresgrund fahren, aber mit einem Auto??? Niemals!!! 

Die Kleinen wissen ja nicht, dass dort, wo heute der Strand des Ilse-Sees in der Lausitz zum Baden einlädt, vor fast 20 Jahren ein ehemaliger Braunkohle-Tagebau einige verrückte Geländewagenfahrer einlud, die tollsten Abenteuer zu bestehen. „Ihr haltet mich wohl für einen Lügenbär?“ zwinkerte Opa Bernd den Enkeln zu. „Nun, Ihr Ungläubigen, dann muss ich Euch wohl mal einen Film darüber zeigen!“ Und damit machte er sich daran, seinen alten DVD-Player in Gang zu bringen.


Bereits zum zweiten Mal waren die „Mainhattan Wheelers“ in die Lausitz gefahren, um gemeinsam ihre „Edel-Offroader“ so richtig im Gelände auszufahren. Einer war doch wirklich und wahrhaftig dabei, dessen „Touareg“ war glatt erst einen Tag alt. Am Morgen der Abfahrt hatte er ihn in Empfang genommen, nachdem er bereits viele Wochen darauf gewartet hatte. 

Opa Bernds Enkel konnten es gar nicht fassen, dass es Menschen gab, die sich solch ein cooles Auto kauften und dann gar nicht im Gelände fuhren. Aber genauso abgefahren fanden sie es, dass es megacoole Leute gab, die „mit Kind und Kegel“ solche Abenteuer unternahmen. Opa Bernd hatte schon oft von dieser Clique, den „Wheelers“ erzählt und jedes Mal bekam er richtig glänzende Augen. Sie mussten eine starke Truppe gewesen sein. 

„Stellt Euch vor, wir waren alle zu unterschiedlichen Zeiten zu Hause aufgebrochen, schließlich wohnten wir ja nicht alle am gleichen Fleck...“ Oma Burga stellte einen Teller mit frischgebackenen Streuselkuchen in die Mitte. „Aber auf der Autobahn haben wir uns wie von Geisterhand geführt so nach und nach zusammengefunden. Auf einem Campingplatz am Senftenberger See ließen wir uns dann nieder und feierten erst einmal ihr Zusammensein. „Was ist denn das für ein komischer Benzinkanister?“ Neugierig meldete sich der jüngste zu Wort. 

„Nun ja, schließlich war doch Vatertag und bei den Wheelers gab es immer jemanden, der sich etwas besonderes ausdachte. Dieses Mal war es wieder einmal der Stefan. Er überraschte nicht nur mit einem neuen Outfit seines Pajero, auf dem jetzt – nicht ganz ohne Hintergrund – der Schriftzug ‚Master of Disaster’ prangte, sondern hatte auch einen 20-Liter-Benzinkanister schwarz lackiert mit dem Jack-Daniels-Logo beklebt. Da mussten wir erst mal eine Weile probieren, bis wir die richtige Mischung von Whiskey und Cola raus hatten, aber von da ab hatten wir immer genügend Jacky-Cola für alle dabei.“


„Erzähl den Kindern nicht so viel vom Alkohol, erzähl lieber, wie es von der Tour im Tagebau!“ mischte sich Oma Burga ein. „Ja und einen Tag später ging es dann los... Nun ja, etwas langsam erst, weil wir auch noch einiges über die Gegend erfahren sollten. Euer Onkel Richard hatte wohl keine Lust, sich das alles anzuhören, er zog es vor, zu Fuß ins Gelände zu gehen.“ Dann sahen alle, wie sich der Konvoi der verschiedenen Autos durch eine Art Mondlandschaft bewegte. Zuerst schien alles noch relativ normal zu sein. Teerstraßen gingen langsam in Schotterwege über. Ab und zu war ein Bagger zu sehen. 

An einer Steilauffahrt zeigte der „Master of Disaster“, dass es für ihn ein „Geht nicht!“ einfach nicht gibt. Währenddessen gab der „Scout“ Familie Tiedemann einige Hinweise für ihre allererste Geländefahrt.  

„Aber bald schon waren sie voll dabei. Wir haben uns dann auch selbst einen Weg suchen müssen und sind über Bahnschienen gefahren. Leider fing es ab Mittag fürchterlich an zu regnen und das brachte einige Aufregung in die Tour.“  Heute konnte Oma Burga darüber lachen, aber damals war ihr gar nicht so wohl. Sie hatte nämlich gerade einen Unfall mit Überschlag hinter sich gebracht und der saß ihr noch in den Knochen. „Der Regen hatte an vielen Stellen tiefe Rinnen in den weichen Sand gegraben und der Boden war plötzlich wie Schmierseife und das Auto machte, was es wollte. Aber mit Unterstützung und Einweisung aller anderen und mit Hilfe der Seilwinde von Stefan konnten wir sowohl bei uns, als auch bei Peter und Kerstin einen Absturz verhindern.“


„Ja, und dann waren wir wirklich auf dem Grund des Ilse-Sees. Da könnt Ihr es sehen, es ist schon ein wenig Wasser drin... Als wir 2 Jahre früher dort waren, war es noch etwas weniger. So langsam sollte die ganze riesige Grube voll Wasser laufen. Sie hatten damals noch ca. 10 Jahre dafür veranschlagt – eine ganz schön lange Zeit. Trotzdem kann man da oben schon die ersten Gebäude für das damals noch lange nicht vorhandene Strandbad sehen. Die waren 2 Jahre vorher noch nicht da. Man hatte die schon bauen lassen und in der Zwischenzeit dort eine Ausstellung über die Entwicklung des Gebietes gezeigt.“  

„Ja, und ganz zum Schluss haben wir dann unseren Autos noch das richtige Offroad-Design verpasst. Es regnete immer noch und die Landschaft hatte nun das Aussehen eines chinesischen Reis-Feldes. Wir mussten ständig mit dem Fuß auf dem Gaspedal fahren, sonst wäre das Auto im wadentiefen Schlamm steckengeblieben. Euer Onkel Richard fand das aber ganz toll. Er rief immer ‚Noch mal! Noch mal!’... dann standen wir vor einer Ausfahrt aus dem Tagebau-Kessel und stellten fest, dass hier der Boden so sehr weg geschwemmt worden war, dass ein tiefes Loch gähnte. Da hätten wir mindestens drei Autos drin versenken können. Unser ‚Scout’ zeigte sich tief enttäuscht. Wir hätten so lange gekämpft und müssten nun aufgeben.“ Den Kindern blieben die Münder offen stehen. „Und was habt ihr gemacht, Opa???“ 

Opa Bernd zwinkerte ihnen zu. „Natürlich war das nur ein Joke. Der Weg war schon einige Tage nicht mehr befahrbar und der Geländeführer wäre sicherlich kein Profi, wenn er das nicht vorher geprüft hätte... Ein paar Meter weiter, verdeckt durch eine ‚Landzunge’ gab es dann eine zweite Ausfahrt.“ 

„Opa können wir uns den Film noch einmal ansehen???“ Irgendwie war die Begeisterung für das Hobby gerade auf die nächste Generation umgeschlagen. Auch, wenn es im Film lange nicht so gut rüber kam wie real – Es war ein mordsmäßiger Spaß!!!

(Vielleicht erzählt "Opa Bernd" es in 18 Jahren genau so seinen Enkeln. Auf den Fotos ist der Hyundai Galloper von Freunden von uns auf dieser Tour zu sehen.)

Weitere Beiträge aus dem Jahr sind hier zusammengefasst: 2004


Wer möchte noch mehr zum Thema "Geländewagen-Abenteuer" lesen?
Über viele Jahre war dies auch mein Hobby. Heute überlasse ich es meinem Mann und unserem Sohn. Ich denke gern an die Zeit zurück, vor allem die Reisen über die Alpen und nach Slovenien sind mir in lebhafter und sehr angenehmer Erinnerung.

Zum Nachlesen

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Verzeih mir!

Verzeih mir, ich habe nie bemerkt,
wie verletzlich Dein Herz wirklich ist.

Verzeih mir, ich war nicht mutig genug,
den Panzer zu durchbrechen.

Verzeih mir, ich habe den Klischees geglaubt,
ein Mann müsse immer stark sein.

Verzeih mir, ich hätte Dich berühren sollen,
Deine Hand, Deinen Mund, Dein Herz.

Verzeih mir, ich habe die Worte nicht gefunden,
die Dir gerecht werden.

Gedichte sind eigentlich nicht mein Ding. Im Jahr 2003, da habe ich einige in meinen PC geschrieben ... und auch andere Gedanken, die einfach so geflossen sind ... ohne dass ich es wirklich genau wusste, nur fühlte ...  jemand meine Finger über die Tastatur führte. Nur dieses eine ist übrig geblieben ... Alles andere habe ich gelöscht ... 5 Jahre später.

Was bleibt sind die Erinnerungen, die niemand löschen kann.

Einige andere ausgewählte Beiträge aus dem Jahr könnt Ihr hier lesen:

2003